Mittwoch, 8. Juli 2015

Ausgefallene Kühlsysteme im Supermarkt - "Restlos" Kochen - ein Selbstversuch

Am Samstag wurde ich durch ein paar unerwartete Ereignisse dazu gezwungen, mein bisheriges Kaufverhalten bzw. meine Vorratshaltung zu überdenken. Aufgrund der brütenden Hitze sind mein Mann und ich erst gegen späten Nachmittag zum Einkaufen aufgebrochen (irgendwie in der Hoffnung, dass es da nicht mehr ganz so heiß ist). Auf diese Idee sind offensichtlich noch viele andere auch gekommen, denn die Leute strömten in Scharen in den Supermarkt. Und direkt auf die Fleisch-Theke zu, um sich mit Grillgut für das Wochenende einzudecken.

Aber was sah ich da - genauso überrascht wie viele um mich herum? Nichts - gähnende Leere mit Ausnahme von ein paar geräucherten Würstchen. Fleisch- und Wurst-Theke im Edeka - leer! Es hat ein paar Sekunden gedauert, bis ich das so richtig realisiert hatte, denn dieser Anblick war ungewohnt und irgendwie eigenartig.

Hatte ich was verpaßt? Notstand? Katastrophenwarnung?

Ich ließ meinen Blick weiter schweifen und sah geschäftige Hektik an der Fisch- und Käse-Theke. Das bißchen, was noch drin lag, wurde gerade ausgeräumt. Auch sonst waren die Kühlregale fast leer, ebenso die Tiefkühltruhen.

Noch bevor ich fragen konnte, klärte uns eine Durchsage auf:

"Liebe Kunden, aufgrund einer technischen Störung sind unsere Kühlsysteme ausgefallen." Peng! An einem der heißesten Samstage. Man muss sich das  mal bildhaft vorstellen, keine gekühlten Artikel. Vom TK Spinat bis zum Grillwürstchen - alles wurde aus dem Verkauf genommen, weil die Kühlkette unterbrochen war. Lediglich ein paar TK Pizzen wurden zum halben Preis verkauft, weil die Truhen auch ohne Strom noch eine Weile Kälte abgeben.

Für den Edeka Markt der Super-Gau! Das, was wir Kunden vorne zu sehen bekommen, ist nur ein Bruchteil der Ware. Fleisch, Wurst, Käse, Fisch und Molkerei-Produkte werden nämlich in einem eigenen Kühlhaus hinter den Kulissen vorratsmäßig aufbewahrt. In großen Mengen. Und auch das war ausgefallen.

Da standen wir nun - reichlich überrascht. So etwas hatte ich noch nie vorher erlebt. Mein Mann war ehrlich geschockt. "Jetzt haben wir ja gar nichts für heute Abend zum Grillen..."  :-) Männer... Natürlich sind wir einfach in einen anderen Supermarkt gefahren und haben da etwas gekauft. Aber durch dieses Erlebnis bin ich schon nachdenklich geworden.

Angenommen, wir hätten nicht die Möglichkeit, einfach woanders einzukaufen,  angenommen, es käme wirklich mal zu irgendwelchen Hamsterkäufen, wir wären ganz schön aufgeschmissen! Einfach aus dem Vollen zu schöpfen und, wenn das eine nicht da ist, eben etwas anderes zu nehmen, welch ein Luxus! Und gleichzeitig welch eine Gefahr des Gleichgültig-Werdens, des Abstumpfens. Wie oft wandern bei mir Artikel in den Einkaufswagen, die ich gar nicht "wirklich" benötige. Mal aus einer Laune heraus oder weil das Teil so schön aussieht, oder oder...

Ich möchte bewußter mit Lebensmitteln umgehen und mein Einkaufsverhalten überdenken. Leider gehe ich trotz voller Schränke oft trotzdem einkaufen. Mal abgesehen vom Geld, das ich durch diese Verhalten verplempere, bin ich beim Einkaufen ziemlich achtlos geworden. Das soll sich ändern.

Ich habe mich am Samstag zu der Aussage hinreißen lassen, "ach, das alles ist doch nicht schlimm, ich habe soviel Zeugs daheim, ich könnte locker zwei bis drei Wochen ohne Einkaufen auskommen".

"Na dann mach mal, Eva..." So ist die Idee meines Selbst-"Versuches" entstanden: für den restlichen Juli möchte ich meine kompletten Vorräte, die sich so angesammelt haben, verbrauchen. Und es sind so einige! Ich werde nicht neu einkaufen gehen, sondern das benutzen, was ich habe.

Das Ganze soll unter dem Motto "Achtsamkeit" stehen. Ich erhoffe mir einen bewußteren Umgang mit Lebensmitteln und mehr Dankbarkeit für unser Essen. Es ist nämlich nicht selbstverständlich, dass wir jederzeit auf so ziemlich alles, was das Herz begehrt, Zugriff haben. Öffnungszeiten bis teilweise 24.00 Uhr, völlige Ignoranz der saisonal vorhandenen Produkte (Erdbeeren an Weihnachten, Spargel im Januar) und Billigprodukte haben uns schon ganz schön verwöhnt. Ich möchte wieder bewußt genießen. Keine Lebensmittel vergeuden, doppelt kaufen und im schlimmsten Fall wegwerfen.

Kleiner Blick in meine Schränke gefällig, damit ihr wißt, was ich meine:

  
Der Weißkohl links kriegt schon braune Blätter.








Das ist nur eine kleine Auswahl, ich habe noch viel mehr. Hinzu kommt, dass ich während des Woche mittags nur für mich alleine koche. Die Mädels sind nur am Wochenende da und mein Mann ißt in der Kantine. Trotzdem kaufe ich immer noch ein, als käme eine ganze Fußballmannschaft vorbei. 



Deswegen gibt es für den restlichen Juli ein Projekt:

"Restlos" Kochen - ein Selbstversuch, unter diesem Titel werde ich berichten, was ich so produziere.  Schätzungsweise wird das erst in ein paar Tagen so richtig spannend, denn momentan habe ich von allem noch reichlich. Da fällt es nicht schwer. Vermutlich werde ich euch auch hin und wieder mal fragen, was ich mit dem Lebensmittel X so anfangen könnte. Ich bin wirklich gespannt...

Vom Einkaufs-Stopp ausgeschlossen sind Getränke, ich bin kein Leitungswasser-Fan. Aber ansonsten wird jetzt erstmal alles gekocht und zubereitet, was ich daheim habe.

Natürlich sollte man immer einen sinnvollen Grundvorrat  haben (Betonung auf sinnvoll und Grundvorrat). Damit meine ich Mehl, Zucker, Salz, Öl, Nudeln, Tee usw. Der bleibt auch bestehen.

Aber kein "Chichi"...

So, das ist jetzt länger geraten, als vorgesehen, aber nun kann es losgehen.






1 Kommentar:

  1. Diese Idee finde ich super. Ich frage mich auch oft, wieso ich einkaufen gehe, wo doch noch soviel Zeug in den Schränken ist. Ich könnte mich lässig ein paar Wochen so ernähren, aber leider habe ich einen Fleischesser zu Hause und für den kaufe ich dann doch wieder Fleisch, weil ich davon nicht soviel Vorrat habe.
    Bin gespannt, was du über den Selbstversuch berichten wirst.
    LG Donna G.

    AntwortenLöschen

Über nette Kommentare freue ich mich: