Sonntag, 21. Dezember 2014

Licht am Ende des Tunnels

Heute ist die längste Nacht im Jahr. Schon früh am Nachmittag wurde es dunkel. Eigentlich wurde es den ganzen Tag über gar nicht richtig hell. Ich habe über den Tag hinweg viel elektrisches Licht angemacht, um überhaupt etwas zu sehen. Dieses Halbdunkel / oder Halbhelle ist ein ganz komisches Dämmerlicht. Der Tag ist zwar da, aber er zeigt sich nicht.

Jeder, der schon mal durch einen längeren Tunnel gefahren ist, kennt dieses Gefühl. Ich kann mich gut an Urlaubsfahrten erinnern. Auf der Reise durch Österreich und Slowenien in Richtung Kroatien zum Beispiel. Da gab es viele viele und sehr lange Tunnels. Man fährt hinein und am Anfang steht ein Schild (meistens), wieviele Kilometer Tunnel vor einem liegen. Es ist ein eigenartiges Gefühl, wenn man das Ende, also "das Licht am Ende des Tunnels" nicht sehen kann. Man weiß, es ist da. Aber mit jedem Meter, mit dem man sich weiter in den Tunnel hineinbegibt, steigt das Unwohlsein. Meistens gibt es Abstandsmesser, die einem sagen, wo man sich befindet. Es gibt Notfallhaltebuchten und beleuchtete Fluchttüren nach draußen. Und riesengroße Ventilatoren, die für Frischluft sorgen. In so einem Tunnel herrscht eine ganz eigene, ganz eigenartige Atmosphäre. Wenn man sein Ziel erreichen möchte, kommt man nicht umhin, ihn zu benutzen. Aber es ist ein befremdliches, ja, beängstigendes Gefühl.

Solange alles gut läuft und man wenigstens fahren kann, geht es ja noch. Aber seid ihr schon mal in einem Tunnel im Stau gestanden? Da gehört viel Selbstkontrolle dazu, nicht in völliger Panik die Selbstbeherrschung zu verlieren. Natürlich weiß man vom Verstand her, dass man mit großer Wahrscheinlichkeit gut durchkommen wird. Aber das bedrückende Gefühl sagt einem etwas anderes. Ich war zum Glück noch nie in einer wirklich gefährlichen Situation in einem Tunnel, aber selbst die "normale" Bedrücktheit reicht mir schon.

Ich muss mich auf andere verlassen. Auf die Erbauer des Tunnels. Auf die Statiker. Auf die Belüftungsexperten. Auf die Wahrscheinlichkeitsrechnung, das allermeistens nichts Schlimmes passiert.  Und auf "den lieben Gott" oder wie auch immer ich diese höhere Macht nennen möchte, dass er seine schützende Hand über  meine Familie und mich hält. Gleichzeitig kommen mir alle furchtbaren Unfällle in den Sinn. Und die Menschen, die vermutlich ähnlich wie ich gedacht haben. Die kein Glück hatten. Und mein Unwohlsein wird in so einer Situation immer größer.

Aber wenn ich die Mitte des Tunnels erreicht habe, dann denke ich mir, "die Hälfte ist geschafft, jetzt schaffst du die andere Hälfte auch noch". Und so war es - zum Glück - bisher auch immer. Trotz Angst und Unwohlsein habe ich / haben wir immer das Ende des Tunnels erreicht.

Was soll mir das sagen? Es gibt immer ein Licht am Ende des Tunnels. Daran dürfen und sollten wir glauben. Das ist zwar alles noch lange keine Garantie dafür, dass  wir das Ende des Tunnels auch tatsächlich erreichen. Aber es gibt dieses Licht.

Dieses Bild  kann man doch schön übertragen. Auch wenn es im Leben dunkle Zeiten gibt oder eben jahreszeitlich dunkle Zeiten, es gibt ein positives Ziel. Das Licht am Ende des Tunnels. Es ist da und es wartet auf uns. Wenn das Schicksal es gut mit uns meint, werden wir es sehen.  Es ist auf jeden Fall da, und allein das sollte uns Zuversicht geben. In der dunkelsten Nacht des Jahres oder auch in den dunkelsten Zeiten unseres Lebens.

Und wenn wir zu den Glücklichen gehören, die dieses Licht wiedersehen dürfen, dann sollten wir unser Leben feiern. Uns freuen. Nichts ist selbstverständlich, aber alles, alles ist möglich!

Es gibt ein Licht am Ende des Tunnels.... Wie schön!!!

Kommentare:

  1. Liebe Eva
    Ich wünsche dir ruhige und schöne baldige Weihnacht..
    Ich wünsche dir die ruhe und den Frieden in deinem Herzen!
    Alles Liebe zum Start in eine neue Woche wünscht dir Bea

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  2. Sehr schön geschrieben :) Tatsächlich habe ich mir gerade vorgestellt, in einem langen Tunnel in einem Stau zu stecken. Da ist dann das gleiche beklemmende Gefühl wie in einem steckengebliebenen Aufzug. Beides ist mir noch nicht passiert, aber, ich bin ein Mensch, der eine sehr hohe Vorstellungskraft hat und alleine diese Vorstellung löst schon richtiges Unbehagen bei mir aus.

    Ich bin auch immer ein sehr zuversichtlicher Mensch, obwohl 2014 für mich kein gutes Jahr war, gleich in mehrfacher Hinsicht. Ich finde aber immer das Wichtigste ist, zu sich selbst zu stehen und sich treu zu bleiben. Wünsche Dir und Deinen Lieben ein schönes Weihnachtsfest :) Liebe Grüße!

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