Donnerstag, 16. Oktober 2014

Raus aus dem Jammertal


"Große Veränderungen in unserem Leben können eine zweite Chance sein"
- Harrison Ford -

Ich möchte heute erzählen, wie es mir am Tag nach meinem letzten Post ergangen ist. Nach einer unruhigen Nacht bin ich morgens ziemlich zerschlagen aufgewacht. Und habe gemerkt, jetzt liegt es einzig und allein an mir, ob ich weiterhin in dieser traurigen Stimmung hänge oder ob ich mich aus dem Jammertal herauskatapultiere. Zum einen war der Zeitpunkt einer endgültigen Entscheidung gekommen, entweder mache ich es von jetzt an (und zwar sofort) anders oder es wird sich so schnell nichts ändern. Und ich weiß, dass meine Mädels garantiert keine niedergeschlagene Mutter brauchen können, die in ihrem Jammer steckenbleibt.

Also habe ich zu meiner so oft bewährten Methode gegriffen und bin Nordic Walken gegangen. Ganz früh und obwohl ich mich recht zermatscht gefühlt habe. Und wie immer hat es gewirkt. Diese gleichbleibende regelmäßige Bewegungsart hat tatsächlich etwas meditatives. Der Körper bewegt sich, man spürt sich selbst, aber es bedarf keiner großen Anstrengung. Man läuft einfach los, das hat was unglaublich beruhigendes und befreiendes. Gleichzeitig ist man draußen, kriegt frische Luft und Sauerstoff und Tageslicht, das alles trägt nachweislich zu einer besseren körperlichen Verfassung und zu einer verbesserten Stimmungslage bei. Also, auch wenn man sich so fühlt, als würde man am liebsten den ganzen Tag im Bett verbringen, am besten noch mit der Decke über dem Kopf, dann ist es die beste Entscheidung, die man treffen kann, einfach loszuwalken, zu gehen oder zu laufen, ganz egal. Es hilft immer!!

Danach habe ich mich deutlich besser gefühlt, mein Kopf war wieder freier von diesen trüben Gedanken. Nach der Dusche kann ich sagen, dass ich mich wirklich wieder einigermaßen "berappelt" hatte. Methode Nummer 2, wenn man etwas für seine Gemütslage tun will, ist "Ordnung schaffen, sauber machen, putzen". Funktioniert fast genauso zuverlässig. Durch die äußere Ordnung kriegt man auch mehr "innere" Ordnung. Ich habe zwei Stunden ziemlich intensiv durchs Haus gefegt, zumal in den letzten Tagen einiges liegen geblieben ist. Und konnte dann zufrieden mein Werk betrachten. Während dieser ganzen Zeit (Walken und Sauber machen), hatte ich ausgiebig Zeit zum Gedanken sortieren, Gedanken gerade zu rücken und mich neu zu motivieren. Und dann bin ich arbeiten gegangen und war zusätzlich abgelenkt. Abends gab es einen leckeren Thunfischsalat und einen Wohlfühl-Tee (der heißt wirklich so), und ich bin müde, aber schon viel zuversichtlicher ins Bett gefallen.

Es wird ein anderer Ablauf sein als bisher. Und es ist noch sehr ungewohnt. Aber es ist richtig und gut so und eine riesige Chance für mich und auch für den Rest der Familie. Darüber bin ich mir im Klaren und ich möchte sie nutzen.

Jetzt kann ich mich mal wieder so richtig "auf Vordermann" bringen, nicht nur körperlich, sondern auch stimmungsmäßig. Ich habe mehr Zeit für mich und die Dinge, die mir Freude machen. Lesen. Kochen was mir schmeckt, Backen, tagsüber mit Kopfhörer im Haus Hörbuch hören, Sporteln, Bloggen, mich pflegen usw. usw. Hört sich doch gar nicht mal so schlecht an. Diese "Zeit für mich" möchte ich mir ganz bewußt machen und bewußt erleben.

Ich bin gespannt und neugierig, was das Leben noch so an Schönem bereithält. Und es gibt noch viel zu tun - also packe ich es an!


Kommentare:

  1. Liebe Eva,
    ich habe mich in diesem Post an vielen Stellen wiedergefunden, auch wenn meine Lebenssituation eine komplett andere ist. Auch bei mir hilft sowohl Laufen als auch Putzen wenn es mir nicht so gut geht. Es stimmt schon, dass man nur selbst etwas dafür tun kann um einen neuen Lebensabschnitt so zu gestalten, dass man sich darin wohl fühlt, aber das heißt ja nicht, dass das immer so einfach ist wie es klingt. Manchmal braucht man ein bisschen Zeit und Geduld, aber ich glaube, du wirst das ganz gut hinbekommen.
    Liebe Grüße

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  2. Liebe Eva, das hast Du gut gemacht - und wunderbar beschrieben! Das gleiche Programm hätte mir sicherlich auch geholfen. Schön, dass Du so schnell "umswitchen" konntest!
    Alles Gute weiterhin - vermutlich wird's täglich besser.
    Gunda
    Hauptsache warme Füße!

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  3. Seit ich morgens laufen gehe, geht es mir auch viel besser in mancherlei Hinsicht. Der Tag fängt einfach besser an, die Bewegung, die frische Luft am Morgen..ich bin schon bissel süchtig danach geworden und versuche es, 3 x die Woche durchzuziehen.

    Putzen reinigt auch die Seele, wie ich finde:) Wenn ich irgendwas habe, was mich beschäftigt, ist Putzen das Beste, was man überhaupt tun kann. Man macht es mechanisch, die Gedanken ordnen sich mit jedem Teil, was wieder sauber ist, so ähnlich funktioniert das bei mir. Und anschließend das gute Gefühl, dass man doch wieder Herr der Lage ist, unbezahlbar sowas! Wünsche Dir ein schönes Wochenende <3

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