Donnerstag, 3. Oktober 2013

Rückblick September

Der September war für mich ein eher unangenehmer Monat. Zur Erinnerung, ich habe nach 7 Wochen Auszeit vom Job (4 Wochen Kur und 3 Wochen "Zwangsurlaub") am 09.09.wieder angefangen zu arbeiten. Das Arbeitsklima war angespannt, die Personaldecke dünn, die Arbeit viel. Ich habe sozusagen von Null auf Hundert wieder angefangen. Nach einer Woche hatte ich freitag abends solche Rückenschmerzen, dass ich mich kaum noch bewegen konnte. Da ich aber am Samstag mittag zum Arbeiten eingeteilt war und nicht schon wieder fehlen konnte und wollte, habe ich mir Samstag vormittags im Krankenhaus eine Spritze und starke Schmerztabletten geben lassen. Ziemlich "bedüddelt" konnte ich so den Mittag arbeiten.

Die Woche drauf wurde die Atmosphäre am Arbeitsplatz aber so frostig, dass ich um ein Gespräch mit der Chefin und zwei verantwortlichen Mitarbeiterinnen gebeten habe. Danach war einiges geklärt und bereinigt und es wurden letzte Woche zwei 450 Euro Kräfte zusätzlich eingestellt, um die Personalsituation zu verbessern. Das ist doch immerhin ein Erfolg und sollte uns allen Erleichterung bringen. Trotzdem machen mir Rücken, Knie und Hüfte durch die lange Steherei sehr zu schaffen. Ich sollte mich unbedingt wieder regelmäßig bewegen, was bei diesem Arbeitsaufkommen sehr schwierig und anstrengend ist. Ich habe mich nach einem Aquafitness Kurs erkundigt, leider hat der erst ab Frühjahr wieder Plätze frei.

Dann sind einige unschöne persönliche Ereignisse vorgekommen, die mich trotz bester Vorsätze wieder extrem gebeutelt und mental sehr mitgenommen haben. Ich kann einfach immer noch nicht drüber stehen. Das kostet viel Kraft und Energie, die ich viel besser für mich und mein Wohl einsetzen könnte.

Und letzte Woche gab es eine Art "Supergau" an Ungerechtigkeit und Willkür gegen meine jüngste Tochter, der mich echt an meine Grenzen gebracht hat. Ich war so wütend und frustriert über soviel Willkür und Blödheit in der Welt, dass ich echt nicht mehr wußte, was ich tun soll. Ich kann sie nur stärken und ihr sagen, es lag definitiv nicht an ihr, aber das nützt weder was am Umstand noch am Ergebnis. Wir werden zwar eine schriftliche Beschwerde einreichen, aber mehr können wir nicht tun. Und ändern wird das auch nichts.

Der ganze September hat mich eher zurückgeworfen und nicht wirklich vorangebracht. Körperlich bin ich rückenmäßig wirklich angeschlagen und mental eher traurig. Das alles gepaart mit einem Gefühl von Minderwertigkeit macht es nicht besser. Kennt ihr das Gefühl, dass man gegen Windmühlen kämpft und eh nur verlieren kann? Kraftraubend und anstrengend.

Trotzdem weiss ich, dass ich aktiv werden muss, um etwas zu verbessern. Auf den Rest der Welt kann ich nicht zählen. Ich muss lernen, mich zu mögen und wirklich gut für mich zu sorgen, dann kann ich die Angriffe von außen besser verdauen. Das muss mein neuer und grosser Zielpunkt werden, mich stärker und selbstbewußter zu machen. Leicht gesagt, schwere Sache für mich.

Als erstes möchte ich mich in meinem Körper 100 % wohlfühlen und dazu gehört nunmal die Abnahme einiger Kilos. Deswegen mache ich bei einer Instagram Challenge mit, die bis Weihnachten geht und die sich bis jetzt sehr gut anläßt. Erstens musste ich mich mit Instagram auseinandersetzen und habe was Neues dazugelernt. Und die Teilnehmerinnen dokumentieren alles mit Fotos und kommentieren auch fleißig. Macht großen Spaß, ich hoffe, es bringt was.

Und dann habe ich noch ein eingehendes Gespräch mit meiner großen Tochter geführt. Sie hat mir eine deutliche Ansage gemacht, dass nur ich für meine Zufriedenheit und mein Wohlbefinden sorgen kann, niemand sonst und dass ich nun endlich mal "meinen Hintern hochkriegen" muss. Das hat mir echt zu denken gegeben.

Der Oktober steht für mich also unter dem Motto:

Tun, was mir gut tut. Tun, was mir Freude macht. Egal, was die anderen denken, sagen oder nicht sagen.

Mir selbst vertrauen. Mich selber mögen lernen. Dann kann der Rest der Welt tun, was er will.


"Ich glaube daran, dass wir -
innerhalb gewisser Grenzen -
frei sind, und doch ist da 
eine unsichtbare Hand, ein führender Engel,
der uns irgendwie antreibt."

Rabindranath Tagore



Kommentare:

  1. Liebe Eva, das hört sich in der Tat nicht alles so toll an. Aber man sieht auch ein Licht. Wie du selbst schreibst hat sich die Arbeitssituation gebessert. Das bringt schon mal Entspannung.
    Und dass dir deine Tochter einen Anstupser gibt, finde ich klasse. Mit deiner Challenge schlägst du ja den richtigen Weg ein. Zwischen dir und deinem Ziel steht nur eins, DU. Also ran, ich drücke dir die Daumen.
    Hab einen schönen Feiertag, Cla

    http://glamupyourlifestyle.blogspot.de/

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    1. Danke für Daumendrücken Cla. Es sind soviele Umstände, die auf einen einprasseln, auf jeden von uns. Da muss man schon sehr in sich ruhen, dass einen die Dinge nicht aus der Bahn hauen. Und wenn man mit sich selber unzufrieden ist, dann umso mehr.
      Der neue Monat Oktober bringt hoffentlich neue positive Wendungen.
      LG Eva

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  2. Hallo Eva,
    laß dich einfach mal in de Arm nehnen.Ich kenne das Gefühl nur zu gut,einige Passagen könnten genau so von mir stammen.Ich habe auch das Gefühl manchmal gegen Windmühlen zu kämpfen,ich habe seit 2 Jahren dieses ständige Auf und Ab,Ungerechtigt gegen meinen Sohn habe wir auch erlebt.Ich kann mich schon nicht mehr über positive Dinge freuen,da ich schon wieder warte,das aus irgendeiner Ecke etwas negatives gesprungen kommt.Meine Familie ist mir auch keine Hilfe.Man kriegt dann nur schlaue Sprüche,die einem nicht wirklich helfen.Es ist gut,das nun an dich denken willst,bleib auf diesem Weg auch wenn es manchmal schwer fällt.Das ist auch mein Motto im Moment,an mich denken und gut für mich zu sorgen.Was ist dieses Instagram denn.Wünsche dir trotz allem einen schönen Tag und liebe Grüße Pippi

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    1. Hallo Pippi, ich mache mir auch viel zu selten bewußt, was bei mir alles gut ist. Und das ist durchaus eine ganze Menge. Leider guckt der Mensch (naja, auf jeden Fall ich) eher auf das Negative. Ich denke, in jedem Leben gibt es negative und ungerechte Vorkommnisse, nur nicht jeder reagiert so extrem da drauf wie ich. Das muss ich ganz dringend ändern. Blöde Sprüche helfen wirklich nicht. Die kenne ich zur Genüge. Ich verstehe einfach nicht, warum manche Leute so unfreundlich oder überheblich sein können. Warum? Fühlen sie sich dann besser? Mittlerweile denke ich, dass solche Leute nur so eine Wirkung auf mich haben können, weil ich mich selbst so in Zweifel ziehe. Wenn ich nicht so verletzbar wäre, dann hätten die auch nicht soviel Einfluss.
      Instagram ist eine App für Smartphones. Man kann da schnell und einfach Fotos hin- und herschicken. So eine Art Bloggen, aber nur mit Bildern. Man kann Bildunterschriften zufügen, aber es geht um die Bilder. Fast alle jungen Leute kennen und nutzen das. Ich musste mich erst reinarbeiten, klappt aber inzwischen einigermaßen, ich habe das Prinzip verstanden.
      Danke fürs in den Arm nehmen. Der heutige Tag war sehr ruhig und erholsam.
      Bei dir hoffentlich auch.
      LG Eva

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  3. Hallo liebe Eva,

    jaa, ich kenne das. Ich habe auch schon sehr schwierige Zeiten erlebt, die mich aber dann immer wachgerüttelt haben. Ich muss einfach lernen abzuschalten und etwas für mich zu tun. Ich bin jetzt auch über meinen Schatten gesprungen, habe bei uns im Ort eine Frau angesprochen, die immer morgens mit ihrem Hund walken geht. Wir kannten uns sehr weitläufig, aber mein Mut hat sich gelohnt. Wir laufen jetzt fast jeden morgen zusammen. Die Gespräche und der Sport tun mir gut. Dann habe ich alte Freundschaften wieder aufleben lassen, auch wieder etwas was mir gut tut. Für mich mache ich noch Progressive Muskelentspannung, kennst du das? Ist am Anfang etwas befremdlich, aber nach einer Zeit geht es dann. Es entspannt den ganzen Körper. Ich musste meinen Popo hochbekommen, sonst wäre alles nur noch schlimmer geworden. Ich denke aber, du bekommst das hin. Ich empfinde dich als eine starke Frau, mit vielen ganz lieben Gefühlen.

    Ich drück dich jetzt mal ganz doll und wünsche dir ganz viel Kraft und natürlich alles Liebe
    Barbara

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    1. Finde ich toll, dass du die Frau angesprochen hast. Ich hatte lange eine Walking Bekannte, bis diese eine OP am Handgelenk hatte und nun nicht mehr mit Stöcken laufen kann. Nur so will sie aber auch nicht mitwalken. Seitdem laufe ich alleine. Ich habe von der Progressiven Muskelentspannung (nach Jakobson oder so ähnlich?) schon gehört, aber noch nie selbst gemacht. Ich würde gerne Yoga oder Pilates lernen, aber da ich so unterschiedliche Arbeitszeiten habe, ist das schwierig. Ein Vormittagskurs wäre am besten. Da kann ich fast immer. Morgen kümmere ich mich drum, das müsste doch möglich sein.
      LG und mach weiter so, ich finde dich toll!
      Eva

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  4. liebe eva, ich kann dich nur zu gut verstehen und wünsche dir alles gute. ich habe zur zeit sehr große sorgen wie es weitergeht usw. Ich habe in 3 tagen 4 kilo abgenommen und hoffe, dass es nicht weiter geht, es strengt mich so sehr an.
    bloggen ist für mich im moment sehr schwer.
    ich wünsche dir alles erdenklich gute der welt. auch ich denke immer, irgendwo geht immer wieder ein türchen auf.

    alles alles gute und liebe grüßle eva

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  5. Liebe Eva,
    das liest sich nicht gut und das tut mir sehr leid für dich. Ich schicke dir einfach mal viel Kraft herüber. Gut verstehen kann ich deine Gedanken, denn auch ich tue mich schwer, mich abzugrenzen und einfach mein Ding zu machen. Darin bin ich noch nicht besonders gut.

    Liebe Grüße
    Andrea

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    1. Hallo Andrea, ich glaube, das ist irgendwie ein allgemeines Problem von Müttern, die meisten grenzen sich nicht wirklich ab. Obwohl ich auch ein paar ganz andere Exemplare kenne... Du bist jetzt noch in einer anderen Phase, weil du von deinen kleinen Kindern noch sehr gebraucht wirst. Wenn das alles mal "wegbricht", dann ist spätestens der Zeitpunkt, wo wir wieder auf uns selbst zurückgeworfen werden. Das ist einerseits komisch,aber natürlich birgt es ganz neue Möglichkeiten. Ich hätte niemals gedacht, das diese Situation sich so eigenartig anfühlt. Genieße deine Kinder, deine Ministrantenmaus und deinen kleinen Lennart. Und überlege jetzt schon, was du tust, wenn der Jüngste mal 18 wird.... Auch du machst wie Barbara einen tollen Job. Ich war auch eine Vollblutmutter. Trotzdem geht diese Zeit vorbei. Und dann? Wenn du eine Idee hast, kannst du sie mir gerne mitteilen. Ich bin für jede Anregung dankbar.
      LG Eva

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  6. Liebe Eva, da hast Du ja mal wieder eine schwere Zeit. Man hört von vielen ähnliche Probleme, der anderen Eva geht es auch nicht gut und von mir will ich gar nicht anfangen, ich könnte einfach nur... ach lassen wir das.
    Ich lese immer gern bei Dir aus verschiedenen Gründen, kommentiere aber nur selten, weil - nimm es mir nicht übel, so gut wie nie was zurück kam von Dir. Das ist nicht schlimm, ist eben so, bei vielen ist es ähnlich. Du hast schon oft darüber geschrieben, wie schwer die Zeit ist, als Mutter nicht mehr so viel gebraucht zu werden und das man dann in ein Loch fallen kann so als Vollblutmutter. Ehrlich gesagt, dachte ich da vorher nie daran, nun bin ich mir der Gefahr bewusst, habe aber auch keine Lösung. Die schiebe ich noch vor mir her sozusagen. Kann ich ja auch noch ein wenig. Aber irgendwann wird der Tag da sein.
    Verschiedenes was Du schriebst über Deine gesundheitliche Situation finde ich bedenklich, zumal es Dir nach der Kur so gut ging. Das Du sogar im KH warst, um Dir eine Spritze zu holen - hoffentlich dankt Dir das Dein AG mal.
    Lass den Kopf nicht hängen, ich musste diese Woche meine Krone auch schon richten und wieder aufstehen.
    Liebe Grüße
    Karoline

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  7. Liebe Karoline, das du das so empfindest, tut mir leid. Mir war das nicht bewußt, dass ich wohl so wenig zurückgeschrieben habe. Das ist auch gar nicht meine Art. Ich werde das gerne ändern, ehrlich. Ich habe auch immer bei dir gelesen. Aber bei dir hat sich immer alles so harmonisch und schön angehört.
    Wir haben also was gemeinsam, Krone richten und wieder aufstehen. Bin ich schon geübt drin...
    Wir hören in Zukunft mehr voneinander, ja? Versprochen!
    LG Eva

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    1. Na klar, wir geben uns beide Mühe ;-).
      Harmonisch, ja klar, mit den wichtigsten Menschen in meinem Leben ist es schon einigermaßen harmonisch, aber es gibt ja auch andere. Manchmal ist es doch so im Leben, dann will man seine Zelte abbrechen und weg. Aber man tut es nicht. Seine Probleme nimmt man ohnehin immer mit. Freu mich auch den nächsten Post von Dir und ich bin gespannt.
      Liebe Grüße
      Karoline

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  8. Liebe Eva,
    Dein Motto "Tun, was mir gut tut!" ist genau das, was Du jetzt brauchst. Ich bin froh, dass Du endlich an Dich denkst. Damit bist Du doch einen großen Schritt weiter. Da Dir der Rücken so lange schon Probleme macht, solltest Du vielleicht damit beginnen, Dir in dieser Richtung etwas Gutes zu tun. Massagen zu erst und eine Rückenschule im Anschluss helfen wirklich.
    Ich bin froh, dass sich Deine Arbeitsituation etwas entspannt hat, bevor das Weihnachtsgeschäft beginnt.
    Pass gut auf Dich auf und Kopf hoch!
    Lieben Gruss von Sabine

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    1. Ja, das Weihnachtsgeschäft ist eh die anstrengendste Zeit im Jahr. Unglaublich, die Leute kaufen, als gäbe es kein Morgen. Ich habe mir für uns persönlich dieses Jahr ganz dolle "Weniger ist mehr" vorgenommen. Mehr gemütliches Beisammensein, Spaziergänge, schönes Essen und weniger Kaufrausch. Wir haben alles, es gibt für jeden eine schöne und liebevoll ausgesuchte Sache und fertig. Also ich weiss schon, über was ich mich freuen würde: Massagen-Gutscheine. Ich fang schon mal an, das zu erwähnen :-)
      LG Eva

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  9. Liebe Eva, obwohl der September ein sehr doofer Monat für dich war, lese ich aber heraus, das du anders damit umgehst.
    Ich finde, du hörst dich schon selbstbewusster an, als noch vor einigen Monaten.
    Weiter so, Daumen hoch:)

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  10. Zumeist bin ich das auch. Aber halt noch nicht durchgehend. Ich reflektiere viel über meine Reaktionen und über das Verhalten anderer. Und ich sage meine Meinung. Sachlich und direkt. Manche kommen damit ganz gut klar, andere gar nicht. Es ist auf jeden Fall ein Prozess, das geht nicht so schnell.
    LG Eva

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  11. Liebe Eva,
    ich grenze mich schon seid vielen Jahren von bestimmten Dingen und Personen ab.Ich bin wie ich bin und verbiege mich für keinen.Entweder mag man mich so oder wenn nicht sollte man es lassen.
    Ich schick dir viel Ktaft.
    LG
    Nicole

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