Mittwoch, 31. Juli 2013

Was für die Bildung getan - Historische Jugenstilführung

Zunächst mal, es war toll! Und heiss und anstrengend. Zwei Stunden waren offiziell geplant, 2 1/2 Stunden sind es geworden. Ein bunt gemischtes Grüppchen von Interessierten ist um 15.00 Uhr an der Tourist-Info losmarschiert, um auf den Spuren der schönen prunkvollen Jugenstil-Epoche zu wandeln. Und um die damals beginnende Sole Badekultur nachzuverfolgen. Ich muss schon sagen, die Herrschaften damals wußten, was schön und teuer ist. Es wurden keine Kosten gescheut, um den damals größtmöglichen Luxus zu gewährleisten. Für besonders Auserwählte gab es das erste fließende kalte und warme Wasser in den Häusern, die ersten elektrischen Lampen und Uhren und für ganz edle Menschen sogar schon Telefon.

Es haben freundliche und helle Farben vorgeherrscht, viel Blattgold und viele Schnörkel und Verzierungen. Aber nicht so kitschig wie teilweise im Barock, sondern wirklich schön. So eine Jugendstil - Villa ist sehr wohnlich, würde ich nehmen... Dann wurden auch die Gärten dementsprechend angelegt, und alles wurde schön und ästhetisch und für damalige Verhältnisse sehr modern gehalten.

Ich habe mal einige Bildchen gemacht, damit man sich vorstellen kann, wie das so war:











 
In den Badehäusern gab es einzelne Badekabinen mit Nummern.



So wurde damals angezeigt, was frei ist.



Holzbadewannen für die "normalen" Menschen.



Marmor für die Adligen und Reichen.



Wasserstandsanzeiger, hihi.
Die erste Wandfliesen gab es auch schon.
Teilweise in aberwitzigen Farben und Motiven.
Dunkelgrün oder dunkelblau mit Pfauenaugen drauf und so
Die weissen hier gehen ganz gut. 





Original Bad-Kommode.
(Hat ein bißchen was von Ikea, oder?)



Dann wunderschöne Kuppeldecken für Aufenthaltsräume.
Von dieser besonderen Kuppel gab es nur zwei Stück.
Die eine hängt noch, die andere liegt auf dem 
Meeresgrund, sie war nämlich Teil der Titanic.





Putten gab es auch zuhauf und die ersten elektrischen Uhren.
Sie wurden zentral vom "Kurdirektor" eingestellt.
Zuvor waren sie immer mechanisch.



Schöne Wandelgänge in den innenliegenden Gärten.
Und viele Bänkchen. Das gefällt mir unheimlich gut.



Rosen waren eine sehr beliebte Blumensorte und prägend für diese Epoche.



Wandmosaik. Nicht schlecht.







Und Brunnen und Wasserspiele in allen möglichen Varianten.




Also, mir gefällts. Ich laufe zwar nicht mehr mit Schleppe und Sonnenschirmchen durch die Parkanlagen und durch die schönen Arkaden, aber ich fühle mich richtig wohl.







Kommentare:

  1. Hört sich gut an. Wie schön, dass du den kurzweiligen Nachmittag so genießen konntest! Ich wünsche dir noch viele solcher schönen Tage in deiner Kur.

    Ich selber bin wahrlich kein Jugendstilfan, nein, ganz bestimmt nicht (in der Jugendstilhochburg Barcelona habe ich Stunden im einzigen Bauhausgebäude - dem Mies van der Rohe Pavillon mit den Barcelona-Chairs - verbracht, während der Ehemann in Gaudi schwelgte ...) Aber ich liebe es auch, in andere Zeiten abzutauchen.

    Grüße! N.

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  2. hallo eva,
    man merkt wieder so richtig - zwischen den zeilen, wie sehr du dich wohlfühlst.
    genieße es und es ist schön, dass du so aktiv bist. das freut mich, dann kannst du nachher auch davon profitieren. ich habe nichts gegen barock und auch nichts gegen jugendstil. jeder stil hat etwas und so viele epochen zu haben ist doch auch kultur.
    eine jugenstilwohnung hatten wir lange jahre in stuttgart mit einem wunderschönen ofen, den meine mutter immer befeuern mußte und der rauchte wie ein schloß, blödes ding, er zog nicht, war aber schön anzusehen.
    wie so manche dinge auch, die schön anzusehen sind, aber nichts taugen, wie auch immer!!!!!????? :-))
    ich wünsche dir weitere schöne tag in b.n. ich habe nachricht von der krankenkasse und freue mich auch darüber.

    lg eva

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Über nette Kommentare freue ich mich: