Samstag, 2. März 2013

Schluss mit lustig

Ich hatte heute morgen ein Schlüssel-Schock-Erlebnis. Weil meine momentan gern getragene Lieblingsjeans in der Wäsche war, griff ich heute etwas tiefer in den Schrank und zog die Jeans heraus, die ich im Herbst sehr gerne und viel getragen habe. Da sie schon etwas gebraucht aussieht, kommt sie zum Arbeiten nicht mehr in Frage, nur noch für daheim. Dachte ich.

Sie kommt leider gar nicht mehr in Frage, denn ich kriege sie nicht mehr zu :- (   Nicht mal mit eingezogenem Bauch! Huwaaaaaaah! Das ist jetzt die Quittung für die vielen gemütlichen Wintermittage auf dem Sofa, ohne Sport! Für die Abmeldung aus dem Fitness-Studio. Für den Sekt am Abend und die vielen bestellten Pizzen. Da kasteie ich mich den ganzen Tag, um dann abends bei Pizza und Co. zuzuschlagen. Geschieht mir recht. Ich weiss es besser, ich schwöre. Es gibt so gut wie kein Ernährungsbuch, das ich nicht gelesen hätte, ich kenne die verschiedensten Konzepte, die figurtechnischen Todsünden, aber ich setze mein Wissen nicht um. Ist das nicht eine Katastrophe? Es scheint mir zu genügen, dass ich ja weiss, wie es geht, sozusagen für den Notfall. Und beruhigt durch dieses Wissen nehme ich Kilo um Kilo zu. Nelja hat mich kürzlich mal in einem anderen Zusammenhang gefragt, warum ich mich eigentlich selbst bestrafe. Ich bin bei dieser Frage relativ zusammengezuckt, denn irgendwie ist da was Wahres dran. Ich bin nicht fähig, mich so gut, so hübsch und so glücklich wie möglich zu machen. Nein, ich mache genau das Gegenteil. So wie ich aussehe, bin ich für andere durchaus noch tolerierbar. Aber eben nicht für mich, nicht für mein Innerstes. Trotzdem gibt es da eine ganz große Blockade in mir, von der ich nicht weiß, warum sie da ist. Ich weiß, ich kann sovieles besser, inkl. schlanker werden, warum gehe ich es nicht wirklich konsequent an? Vor was habe ich Angst? Vor dem Erfolg? Vor dem "Gesehen Werden"? Warum friste ich mein Dasein unglücklich und bleibe unter meinem Potential in vielerlei Hinsicht?

Keine Ahnung! Ich habe nur durch diese ganz einfache Frage "wofür bestrafst du dich eigentlich" gemerkt, dass es tatsächlich so ist. Warum jammere ich, ich würde so gerne loswalken, ohne es zu tun? Was hindert mich? Warum esse ich, bis ich übervoll bin, statt aufzuhören, wenn ich satt bin? Liegt es wirklich nur an der Tatsache, dass meine eigene Mutter sich über mich lustig gemacht hat, als ich schlank war? Sie würde sich jetzt noch viel mehr darüber amüsieren, dass ich es nicht mehr bin.

Ich möchte endlich so sein, wie ich eigentlich bin und das ist mit Sicherheit keine depressive, antriebslose Frau, die irgendwann aussehen wird wie ein Nilpferd, wenn es so weitergeht. Nein, das bin ich nicht. Heute ist der zweite März, zwei Tage vor meinem Geburtstag, ein gutes Datum endlich etwas zu ändern. Es wird heller, der Frühling kommt, meine dumme Erkältung kann auch nicht mehr ewig dauern, ich will mich endlich wieder bewegen. Mich über meine äußere Erscheinung freuen können, meine Ideen verwirklichen, mit viel Elan und Energie.

"Es ist nie zu spät, das zu werden, was man hätte sein können!" (?)

Doch, irgendwann ist es zu spät. Aber noch ist dieser Zeitpunkt nicht da, noch kann ich das Ruder rumreissen. Und das werde ich tun.






Kommentare:

  1. Komm mal her ,du. Lass dich drücken und in den Arm nehmen. Wird schon. Kopf hoch, auch wenn der Hals dreckig ist.

    Liebe Grüße! N.

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  2. Hallo Eva! Anscheinend geht irgendwie der Zunehmvirus um :-( Wenigstens weisst du, woran es bei dir lag, ist ja was wert.
    Ich denke, das Schlüsselwort heisst Achtsamkeit sich selbst gegenüber.
    Sich wieder bewusst werden, welche alte Muster man fährt.
    Und dann Entscheidungen treffen, Scheuklappen aufsetzen, einfach machen, Erfolge feiern und motiviert bleiben.

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