Donnerstag, 21. Februar 2013

Ich will alles, ich will alles - und das sofort...

"Ich will alles, ich will alles und das sofort...." Vielleicht kann sich die ein oder andere von euch noch an diesen Songtext von Gitte erinnern. Irgendwie geht mir dieser Refrain gerade nicht aus dem Kopf. Weil er genau das ausdrückt, was ich denke und fühle. Ja, ich weiss, "alles und sofort", das geht nicht und ist völlig unrealistisch. Das heißt aber nicht, dass ich es mir nicht trotzdem wünsche. Es ist wohl leider meine innere Haltung. Und dadurch setze ich mich enorm unter Druck.

Angefangen hat diese Woche mit der Mitteilung, dass einige Mitarbeiterinnen am Arbeitsplatz zuviele Überstunden angehäuft haben und diese nun reduzieren müssen. Sprich, daheim bleiben. Für mich gilt das nicht, da ich einen anderen Vertrag habe und mir alle meine gemachten Stunden seit neuestem auch bezahlt werden, ich habe sozusagen einen sehr großen Zeitpuffer nach oben. Oder anders erklärt, ich kann locker das Doppelte meiner "normalen" Stunden ableisten, ohne dass es "zuviel" wird. Also zuviel für den Laden. Ob mir das zuviel wird, fragt keiner. Und irgendwie fühle ich mich schon wieder so in einer Einbahnstraße, umdrehen verboten.

Ursprünglich bin ich gerade dabei, daheim Extrem-Aufräumen und Entrümpeln zu betreiben. Irgendwie scheine ich das Prinzip des Ausmistens jetzt endlich richtig verstanden zu haben. Wenn mir ein Teil nicht so gut gefällt, dass ich mich wirklich drüber freue, oder es nicht wirklich praktisch ist und benutzt wird, dann kann es weg. Egal, was es mal gekostet hat, egal, ob ich es in 10 Jahren vielleicht nochmal brauchen könnte. Oder Dinge, die mit negativen Assoziationen belegt sind. Die einen an Menschen oder Umstände erinnern, die nicht immer so toll waren. Weg damit! Unter diesem Gesichtspunkt ist natürlich eine ganze Menge in einem Haus mit 4 Personen überflüssig. Aber mein Traum, einen übersichtlichen Haushalt mit lauter Dingen zu haben, die ich mag, mit denen ich mich wohlfühle und die mir ein Lächeln ins Gesicht zaubern, der ist gerade sehr präsent und den möchte ich auf jeden Fall umsetzen. Meine "Daheim-Wohlfühl-Oase". Ohne überflüssigen Tand. Diese Vorstellung ist so richtig befreiend. Wenn nicht jetzt, wann dann? Dasselbe gilt für meinen Kleiderschrank. Es fällt mir gerade richtig leicht, gewisse Sachen loszulassen. Man muss sie einfach objektiv betrachten. Nicht durch die persönliche Brille. Aber - so entsteht ein gewaltiger Haufen mit Sachen, die locker noch verkäuflich sind. Nur stellen die sich nicht selbst bei Ebay ein, also wie Handlungsbedarf und irgendwie Druck.

Dann habe ich momentan einen richtigen Kochfimmel, ich probiere aus und koche Rezepte, die ich schon lange mal nachkochen wollte, ich bin dabei, meine Vorratshaltung komplett zu überdenken und es macht mir Spaß.

Tja, außerdem wird es draußen wieder heller und freundlicher und ich freue mich unbändig aufs Walken. Leider (oder Gott sei Dank) ist es diese Woche noch sehr kalt bei uns und ich war ja erst krank, ich warte also auf Plusgrade. Ansonsten wüßte ich jetzt schon nicht, wann genau ich meine Walking-Stunde durchführen sollte.

Ich könnte diese Aufzählung noch locker erweitern, aber ich denke, man merkt schon, woraus es hinausläuft.

Daheim alles neu ordnen, Rezepte und Kochbücher sichten, zeitaufwendige Kochprojekte starten, Ebay, Sport und sehr viel beruflicher Einsatz - das ist zuviel auf einmal. Dabei habe ich das Bloggen noch nicht einmal dabei, obwohl ich auch hier ganz viele Themen hätte, über die ich gerne mal schreiben würde. Die typische "Ich will alles" - Situation. Klar, Rom ist auch nicht an einem Tag erbaut worden, aber die Grenze zwischen es macht mir gerade noch so Spaß und wumms - es ist mir definitiv zuviel, die ist sehr dünn. Und dann kann es sein, dass ich wieder in völlige Untätigkeit zurückfalle, weil ich enttäuscht bin und das Gefühl habe, das alles wird ja sowieso nichts, ich schaffe das nicht.

Ich will es aber schaffen! Und ich bin auch durchaus belastbar! (Nur im Einteilen der Zeit bin ich nicht so der Meister...). Ich wüßte auch nicht, auf was ich jetzt erst einmal zurückstellen sollte, denn die Sensibilisierung ist ja da, die läßt sich nicht einfach abstellen. Oh, heilige Ungeduld, ich bräuchte einen Zauberstab oder wenigstens eine gute Fee.

Ich habe übrigens eine natürliche Nahrungsergänzung entdeckt, für Leute die viel leisten wollen (müssen) und die belastbar bleiben wollen. Darüber erzähle ich im nächsten Post!


Kommentare:

  1. Für mich gilt (etwa seit die 4 vorn steht im Alter): Ich will nicht mehr alles und sofort sondern nur noch was wichtig ist und zur richtigen Zeit. Sehr entspannend. Langweilig ist es damit ganz und gar nicht, aber bekömmlicher.
    Immer mehr wandelt sich selbst das so langsam in: Bergab nur noch erste Sahne. Das ist zwar sehr anspruchsvoll, vielleicht auch ei bisschen arrogant, befreit aber von einer ganzen Menge Ballast.

    Grüße! N.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Das ist nicht arrogant, nur ehrlich. Im Prinzip denke ich ja auch so. Aber bis zur ersten Sahne ist halt noch einiges zu ändern. Da will ich doch nicht warten, bis ich 80 bin.
      LG Eva

      Löschen
  2. Nelja hat recht. Es lohnt sich zu überlegen, wofür ich Zeit verwende und wann. Es kann auch spannend sein auf etwas hinzu arbeiten oder auf etwas zu warten. Und wenn Du die Ideen, die du so hast aufschreibst, gehen sie ja nicht verloren. Du kannst sie irgendwann, wenn Du mehr Muße hast verwirklichen. Beim alles gleich und sofort wollen, bleibt nämlich ganz viel Lebensqualität, die sich durch innehalten entwickelt, auf der Strecke.
    Lieben Gruß
    Sabine

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ja, das verstehe ich schon. Auf bestimmte Dinge lohnt es sich tatsächlich zu warten. Aber ich habe gerade soviel, was ich gerne ändern möchte. Es ist ja nicht nur eine Sache. Und nichts macht sich von alleine. Weder die olle Bügelwäsche noch der Sport, nicht das Einkaufen, nicht das Kochen usw. Manchmal fühle ich mich einfach nur hoffnungslos überschüttet mit Dingen, die erledigt werden müssen. Da bleibt nicht viel Zeit übrig für Sachen, die ich gerne tun würde, obwohl sie nicht zwingend nötig sind. Wie machst du das denn? Erzähl doch mal. Es interessiert mich wirklich, wie andere Frauen das so hinkriegen.
      LG Eva

      Löschen
  3. Eva, ich glaube das Problem liegt ganz wo anders. Nicht an der Fülle der Dinge, sondern dass du aus allem einen Zwang machst und dich selbst unter Druck setzt. Alle, wir und die Menschen um dich herum und sogar du selbst, wissen, dass der Tag - und zwar jeder - nur 24 Stunden hat.

    Grüße! N.

    AntwortenLöschen

Über nette Kommentare freue ich mich: