Donnerstag, 14. Februar 2013

Aufreger - Pferdefleisch im Essen

Ein "neuer" Skandal hat uns erwischt, Pferdefleisch statt Rindfleisch in Fertigprodukten. Verkauft von vielen großen Supermarktketten wie zum Beispiel Edeka, real, Kaiser's und anderen. Jetzt kann man theoretisch sagen, die können ja nichts dafür, sie haben es ja "nur" verkauft" und nicht produziert. Aber praktisch gab es viel zuwenig Kontrollen, sonst wäre das schon früher aufgeflogen!

Ich frage mich wirklich, was sich Menschen dabei denken, wenn sie unsere "Lebensmittel" mißbrauchen. Mißbrauchen, um möglichst viel Profit rauszuschlagen. Ohne Rücksicht auf Verluste, ohne Skrupel, ohne Hirn. Da wurde schon Kunststoff in Babynahrung gefunden, Schlachtreste und minderwertiges Gammelfleisch in Fertigprodukten, auf Pizzen Käse, der keiner ist, Schinken, der keiner ist, giftige Substanzen in Kosmetik usw. und so fort.

Lebensmittelproduzenten, die keinerlei Verantwortungsgefühl haben, die kriminell sind, sollten viel strikter bestraft werden. Nicht mit Geldstrafen, sondern mit Berufsausübungsverbot für den Rest des Lebens. Ich ärgere mich unendlich darüber, dass solche Leute einfach eine neue Firma mit einem neuen Namen gründen können und weiterhin betrügen dürfen. Auch wenn ich höre, Pferdefleisch sei ja schließlich nicht gesundheitsschädlich, werde ich wütend. Erstens weiß keiner, ob das überhaupt zum Verzehr freigegebenes Pferdefleisch war und zweitens möchte ich als Verbraucher schon selbst bestimmen dürfen, welches Fleisch ich esse und welches nicht. Es gab vor vielen Jahren schon mal einen "Rattenfleisch"-Skandal, erinnert sich noch jemand daran? Damals wurden "feine" Ragouts und sowas in der Art unter die Menschheit gebracht. War natürlich auch"überhaupt nicht schädlich". Halloo?

Wenn ich als Mutter meine Familie bekoche und ernähre, möchte ich das natürlich gut machen. Und gesund! Ich würde niemals auf die Idee kommen, Schlachtabfälle unterzumischen, weil es billiger ist oder weil es mehr an Masse gibt. Blöder Vergleich? Finde ich nicht, denn die Lebensmittelproduzenten sind nichts anderes, als diejenigen, die uns Verbrauchern Lebensmittel offerieren, sozusagen die Versorgung der Bevölkerung sicherstellen (sollten) und die ihren Posten aufs übelste mißbrauchen.

Was können wir denn jetzt tun? Nicht wirklich viel, außer auf Fertigprodukte jeglicher Art verzichten. Nur die Grundnahrungsmittel in Reinform kaufen, also Mehl, Milch, Butter, Gemüse, Obst usw. Auch das ist natürlich leider keine Garantie, dass da alles mit rechten Dingen zugeht, aber es ist zumindest ein Schritt in die richtige Richtung.

Fleisch werde ich nur noch regional einkaufen. Der Bauer um die Ecke hätte es nämlich sehr viel schwerer, Pferdefleisch als Rindfleisch zu verticken. Das würde viel schneller auffallen. Außerdem sollte der Fleischkonsum im allgemeinen reduziert werden.

Obst und Gemüse auch nur noch Bio und möglichst regional einkaufen! Das ist zwar alles auch keine 100 %ige Garantie, aber wenn die meisten Verbraucher so handeln würden, dann würden sich die Marktanteile ganz sicher gewaltig verschieben.

Ich unterstütze keine kriminellen Lebensmittelproduzenten. Mit keinem Cent. Irgendwann ist Schluß. Und es ist ja sowieso schon eher 5 nach 12, was dieses Thema anbetrifft.

Ich bin wirklich sauer. Auf die geistlosen Menschen, die so etwas tun, aber auch auf die Bestimmungen und Gesetze, die sowas immer wieder zulassen. Die Kontrollen sind zu lasch, zu wenig und nicht engmaschig genug.

Was muss eigentlich noch alles passieren, damit wir endlich aufwachen und aufhören, uns selbst Schaden zuzufügen? Und wann fangen wir Verbraucher an, uns ernstzunehmend zu wehren?





Kommentare:

  1. Ich frage mich viel eher, was der Verbraucher erwartet, wenn er Billigfleisch kauft. In Helsinki zum Beispiel sind Lebensmittel auch in den Supermärkten im Vergleich zu Deutschland (dank Euro ja direkt sichtbar) echt teuer. Und dann kommst du damit in deine Küche und stellst fest - die Qualität ist auch höher.

    Das Wehren des Verbrauchers ist das NICHT kaufen. Im Übrigen hat es DSL gerade wieder auf den Punkt gebracht, der Bauer nebenan verkauft oft viel bessere Qualität zu niedrigen Preis als das abgepackte Zeug im Billigsupermarkt.

    Grüße! N.

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    1. ...dem stimme ich 1 : 1 zu!
      Liebe Grüße
      Beate

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    2. Ich kann Nelja auch nur zustimmen und aus eigerner Erfahrung sagen. Was ich bei meiner Marktfrau kaufe, ist zwar nicht mit Bio gelabelt, aber qualitativ genauso gut und hat definiv nur 15 km Anfahrtsweg. Das gleiche gilt für einen Metzger, den ich auch auf dem Markt entdeckt habe. Seinen Hof schau ich mir im Sommer mal an, Bilder hab ich schon gesehen. Von Massentierhaltung keine Spur. Das Fleisch ein Gedicht und der Preis angemessen - hier achte ich mal nicht auf Schnäppchen.
      Was wir essen (und was nicht) können wir zum Glück selber entscheiden.
      Lieben Gruß
      Sabine

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