Freitag, 18. Januar 2013

Immer schön der Reihe nach

Leichter gesagt, als getan. Denn was ist eigentlich "die Reihe"? Meine alltägliche Haushaltspflichten-Reihe hat mehr Ausschläge nach rechts und links als ein Kaninchen Haken schlagen kann. Ist mir gerade wieder extremst aufgefallen. Ich habe mir einen Espresso gemacht, hingestellt und wollte "nur noch schnell das Eßzimmer durchsaugen". Als ich fertig war, war mein Espresso kalt.

Oder: Ich bringe "nur schnell den Biomüll raus". Dazu muß ich durch den Wintergarten gehen und sehe, dass einige Pflanzen wieder ordentlich Blätter abgeworfen haben. Die werden also zusammengefegt, dabei sehe ich, daß ich auch mal wieder gießen könnte, also gieße ich. Nur eine Kleinigkeit, aber ich wollte ja ursprünglich nur den Müll rausbringen und dann weiter die Küche aufräumen.

So in dieser Art bewege ich mich durchs Haus. Ich sehe: "Wohnzimmertisch ist vertappst (ich kaufe nie wieder einen aus Glas)" und denke "abwischen". Auf dem Weg zum Glasreiniger räume ich noch schnell die Spülmaschine aus, sortiere das Altpapier aus und schreibe eine Einkaufsliste.

Warum zum Teufel kann ich mich einfach nicht auf eine (1) Sache beschränken, konzentrieren, diese fertig machen und dann zur nächsten gehen? Keine Ahnung, ich kann es einfach nicht.

Ich will alles, jetzt und sofort. Das ist das Problem. Und dabei hüpfe ich von Zimmer zu Zimmer, von "Baustelle" zu "Baustelle" und werde nirgends richtig fertig. Oft mündet das dann auch noch in einem "freundlichen" Himmelherrgottnochmal vom Göttergatten, wenn der abends beim Heimkommen über den im Eingang abgestellten Staubsauger und Putzeimer samt Inhalt steigen muß. Mein Bügelbrett steht nie nur einen Tag, immer länger, der Staubsauger steht den ganzen Tag in verschiedenen Zimmern, entweder weil ich ihn noch benutzen will oder weil ich "nur noch kurz" was anderes mache, bevor ich ihn wegräume. Ja, so bin ich. Hört sich anstrengend an? Ist es auch. Ich kann einfach nicht "analytisch" denken. So Punkt 1, Punkt 2 usw.

Nein, alllles bitte schnell und zackig sauber!!! Und vor lauter Bäumen sehe ich den Wald nicht mehr. Ich bewundere diese organisierten und durchplanenden Hausfrauen. Bei mir scheitert es schon daran, dass ich erstmal einen Stift holen müßte, um was aufzuschreiben und auf dem Weg dahin.... Ihr wißt ja....

Was tun? Umprogrammieren, Eva, umprogammieren. Eine Sache fertigmachen. Fix und fertig, komplett. Abhaken, next. Hört sich doch nun wirklich nicht so schwer an.

Was tue ich denn nun heute mittag als erstes?? Hat jemand einen Vorschlag?? Wenn mir nichts besseres einfällt, dann weiß ich eh, was ich tue. Bügelbrett ignorieren, Staubsauger im Wohnzimmer stehen lassen, hinsetzen, bloggen. In der Ruhe liegt die Kraft!!


Kommentare:

  1. Zu sehen dass es noch jemanden gibt der irgendwie alles gleichzeitig macht finde ich extremst beruhigend :-)
    Auch das "Muss das Ding hier stehen?" (bezogen auf Staubsauger und Putzeimer) kenne ich sehr gut.

    Aber seine Angewohnheiten zu ändern ist schwer und wer hat schon Lust sich noch mehr Arbeit aufzuhalsen.

    Also einfach die Ruhe bewahren und weitermachen wie bisher.

    Liebe Grüße

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  2. Ich mach das genauso wie du.
    Unterwegs fallen mir immer tausend andere Dinge auf.

    Plan?
    Ich hab keinen.

    Übrigens..
    Die Idee aus der Mail ist grandios.
    Ich hab schon was "im Kopf" und melde mich, sobald es etwas ruhiger ist.

    Drücker
    Sudda

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  3. Genauso geht es mir auch immer. Warum das so ist, weiß ich auch nicht. Beim Telefonieren wische ich Staub, räume den Geschirrspüler aus (wohlbemerkt auch mit einer Hand, denn die andere hält ja den Hörer), zupfe gelbe Blätter von den Zimmerpflanzen, rühre im Essen uvm.
    Irgendwie hat man wahrscheinlich immer Angst, man schafft es nicht. Mal sehen, ob ich es einrichten kann, täglich nur eine Sache voll zu erledigen. Ich glaube aber, das geht nicht (bei mir nicht)
    Ich wünsche Dir ein schönes ruhiges WE (mach mal einfach "nüscht"), LG. Ilona

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  4. Ich mache beides: geplant und ungeplant gleichzeitig oder Pläne sind dazu da, geändert zu werden. Im Netz gibt es viele Tips von Wochenputzplänen bis zu "10-Minuten-Haushalt" mit Kurzzeitwecker. Am Ende macht man es doch wieder so, wie man ist.

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  5. Muaaaaaaa- aus genau diesem Grund hab ich heute 2h 18 min die Bude geputzt. (ich hab extra die Stoppuhr laufen, weil der PLAN war: 15 min aufräumen, nicht mehr!)
    Ich hatte heute eigentlich kinderfreien Tag. Super. Ich komme dann auch vom hundertsten ins Tausendste.
    Ätzend.
    Und dazu steht natürlich nix im super-Schlaubi-Schlumpf-Tchibo-Ratgeber.
    Mistteil, das.

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  6. Ich freue mich gerade, dass ich 5 "Seelenverwandte" habe. Ganz ehrlich. Manchmal zweifelt man einfach an sich selbst bei solchen Sachen und wenn man dann hört, dass andere Frauen das genauso handhaben finde ich das suuuuper! Ich bin also nicht allein "ein bißchen daneben". Dankeschön! Ihr habt meinen Tag gerettet!!
    LG Eva

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    1. Nö. Du bist genau richtig.

      Nicht normal, okay, aber wer will schon normal sein?
      Ich nicht.

      :)

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  7. Also erst mal ne Runde bloggen funktioniert in jedem Fall. Da kommt gleich Struktur in den Tag. DAS ist nämlich eine Sache, die immer bis zum Ende gemacht wird ... und der Rest, Baustellen sind immer unfertig, sonst wären sie ja keine. Und was täten wir dann?

    Grüße! N.

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    1. Strukturiertes Bloggen, das können wir gut, hihi. Das ist doch auch schon was.
      LG Eva

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  8. Also - die Dinge wirklich fertig zu erledigen, kostet viel zu viel Zeit !!!

    Da gibt es so eine 20/80 Regel (mit 20% Aufwand ist 80% sichtbares (!) Ergebnis geschafft, der Rest (oft leider sowieso für Ehegatten etc. unsichtbar) dauert dann andersrum). Alle paar Wochen mal wird jedes Zimmer auch gründlich ausgeräumt, naja.

    Ich habe viel zu viele andere Interessen und oft gar keine Lust auf Hausarbeit, aber es sieht meistens hier nicht so schlimm aus, wie ich es eigentlich empfinde.
    Immerhin schaffe ich es, 5 min, bevor der Mann nach Hause kommt, Staubsauger und Putzeimer (ungebraucht) schnell noch wieder wegzuräumen ... und dann, mit Lappen in der Hand, im Bad zu stehen und den Eindruck von schwerer Arbeit stundenlang zu vermitteln, obwohl ich mit Strickzeug auf dem Sofa saß ... tse ...

    organisiertes Chaos also, sozusagen
    liebe Grüße - Anke

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    1. Das ist ja mega raffiniert. Wegen meinem Mann bräuchte ich das nicht zu machen, der hat eine ganz andere Schmutz-Toleranz-Grenze als ich, das ist glaube ich meistens so. Aber mich stört's halt. Und die gute 80 % Regel, die stimmt tatsächlich. Jedenfalls bemühe ich mich, wenigstens die Putzgerätschaften wieder an Ort und Stelle zu verstauen, dann ist es sofort ordentlicher!

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  9. Haha... so bin ich auch. Das ärgert mich momentan sehr, weil ich so nie Ordnung in mein Chaos bekomme... Fange ich am Schreibtisch an, fällt mir ein, dass ich doch noch dies und jenes machen wollte. Und zwei Tage später türmen sich meine Papiere immer noch, dafür ist in den anderen Zimmern aber 1 Sache weniger, aber da ist dann auch nicht alles perfekt. :(

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  10. Mir geht es ähnlich, mit dem Unterschied, dass ich mir die anderen Dinge, die ich während einer Tärigkeit SEHE, nicht sofort MACHE sondern MERKE. Zum Glück kann sich mein Gehirn nicht alles merken. So dass ich einiges wieder vergesse, aber am Ende meine eigentliche Arbeit gemacht habe. Plus 1-2 Dinge mehr. Vielleicht kannst du dies mal versuchen...
    Liebe Grüße Helga

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