Samstag, 12. Januar 2013

3D Kino "Life of Pi"

Gestern haben wir uns zum Wochenabschluß einen Kinofilm gegönnt. Mittlerweile ist das ein ganz schön teures Vergnügen. Wir haben für 3 Personen 36 Euro bezahlt plus 1 Euro Reservierungsgebühr. Es war ein 3D-Film, die sind ja immer etwas teurer. Trotzdem war der Kinosaal fast komplett belegt, nur ein paar Einzelplätze waren leer.

Ich hatte über den Film schon viel Positives gehört, wollte mir aber ein eigenes Urteil bilden. Und er hat mich in seinen Bann genommen. Wunderschöne Naturbilder, viel Meer und Sternenzelt, viel Urgewalt und vor allem viele Betrachtungen über den Sinn des Lebens, den Sinn des Glaubens und der Religionen. Die Verhältnismäßigkeit Mensch und Natur wird sehr schön dargestellt und auch der Wunsch nach Freundschaft und nach Weggefährten, und sei es im Überlebenskampf auch "nur" ein bengalischer Tiger, der das Leben des Jungen eigentlich ständig bedroht. Aber gerade diese Bedrohung hilft ihm, wachzubleiben, sich zu kümmern, aufmerksam zu bleiben und letzten Endes für den "Todfeind" zu sorgen, damit dieser auch überlebt. Ein wirklich unglaublich packender und berührender Film.

Für mich persönlich war die Schlüsselszene, die, als der schiffbrüchige Jungen nach vielen entbehrungsreichen      Monaten mit völlig unbekanntem Ausgang auf eine einsame Insel angespült wird. Im ersten Moment bietet die Insel sauberes Trinkwasser und Nahrung und einen Ort der Sicherheit, bei näherem Hinsehen bildet sie eine weitere lebensbedrohende Gefahr. Trotzdem hätte der Junge sich mit den Gegebenheiten arrangieren können und dort bleiben können. Er entscheidet sich dennoch, seine wahnsinnige Odysee übers Meer fortzusetzen, um irgendwann ein lebenswertes Leben führen zu können. Dafür riskiert er alles, was er noch hat, nämlich sein Leben. Er muß alle seine verbleibenden Kräfte einsetzen, alle mentale Kraft, ohne zu wissen, wie das Ganze ausgeht.

Soweit fand ich den Film super faszinierend. Vor allem die imposanten Bilder. Eines Nachts ist der Junge von phosphorisierenden Leuchtquallen umgeben, die das ganze Meer erhellen. Das wiederum erinnert ihn an ein Lichterfest aus seiner Kindheit, als alles noch in Ordnung war. Es gibt Bilder vom Sternenhimmel und auch welche, die die Naturgewalt zeigen in Form von Stürmen, haushohen Wellen und Blitzen.

Am Ende wird der Junge am Ende seiner Kräfte an die mexikanische Küste gespült, nach über 200 Tagen Irrfahrt auf dem offenen Meer. Der Tiger, der ihm die ganze Zeit über Kraft gegeben hat, verschwindet einfach so im Dschungel.

Und nun kippt der Film ins Gewöhnliche. So, als ob der Autor nun dringend die Kurve zu einem Ende kriegen müsste, verfällt er in Plattitüden, läßt den Jungen zwei Versionen der Geschichte erzählen und überläßt den völlig aufgewühlten Zuschauer sich selbst. Keine Aussage mehr, einfach nur ein plattes Ende.
Schade, denn der Film hat wirklich gute Kernaussagen. Mich hat das Ganze wirklich sofort an "Nathan der Weise" erinnert. Als ich daheim war, war ich so unzufrieden mit dem Ende, dass ich die Handlung gegoogelt habe und interessanterweise sagt Wikipedia dasselbe wie ich.

Ich habe das Buch nicht gelesen und überlege nun, es im nachhinein zu tun. Die Handlung, die Story, die Denkansätze super faszinierend und dann dieses Ende. Das geht gar nicht.

Wer hat den Film gesehen? Wie fandet ihr ihn? Habt ihr das Buch gelesen?

Kommentare:

  1. Wenn ich Dich richtig verstanden habe, stirb der Junge zum Schluß? Dann schaue ich mir den Film nicht an.
    Ich grüße Dich ganz lieb, Ilona

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  2. Nein, der stirbt nicht. Sorry! Dann habe ich mich falsch ausgedrückt. Er heiratet und hat Kinder usw. Aber das Ende des Films fand ich doof von der Aussage her. Man kann selbst entscheiden, was man glaubt und was nicht. Schau den Film, er ist toll, wirklich!!
    LG Eva

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  3. Ich war gestern auch im Kino. Ich wollte ursprünglich in Silver Lining, doch der wurde aus Mangel an Nachfrage abgesetzt :(. Und man hat stattdessen " Der Schlussmaher" in zwei Kinosälen gezeigt. Ich fand das etwas schade, denn ich hatte mich sehr auf Silver Lining gefreut. Ich musste mich dann mit einem Eimer Popcorn trösten ;)
    Liebe Eva. Ich finde es immer ratsamer, erst das Buch zu lesen und dann den Film zu sehen. So kannst du die Personen im Buch noch nach deiner eigenen Fantasie kreieren.
    Andersrum hast du immer die Gesichter aus dem Film im Kopf. Finde ich schade.
    LG Cla

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