Montag, 17. Dezember 2012

Neues Jahr, neue (alte) Anfänge

Obwohl ja zuerst Weihnachten auf dem Programm steht, mache ich mir schon sehr viele Gedanken über das kommende neue Jahr. Im Jahr 2012 habe ich viel über mich und mein Leben nachgedacht, habe viele Zusammenhänge verstanden und unheimlich viel gelernt. Gleichzeitig habe ich ganz viele "Baustellen" entdeckt, die ich unbedingt fertig stellen möchte und für einige neue Dinge eine neue Sensibilität entwickelt. Das letzte Jahr war also sozusagen erst mal eine Bestandsaufnahme, ein Finden des Status Quo und das vorsichtige Herantasten an Wünsche und Ziele für die nächsten Jahre.

In der Mitte des Lebens einer Frau prasseln viele Dinge auf sie ein. Zunächst wird sie mit dem physischen Älterwerden konfrontiert. Das theoretische Wissen darum ist was anderes, als der Zeitpunkt, an dem sie sich intensiv damit auseinandersetzen muß. Angefangen vom schlechteren Sehen, von Stimmungsschwankungen, von Gewichtszunahme, ein nicht mehr Schritthalten Können mit der Leistung von jüngeren Leuten bis hin zum Loslassen-Müssen der eigenen, bisher doch kleinen Kinder gibt es noch ganz viele andere Sachen, und die können einen ganz schön aus der Bahn hauen. Einfach, weil es soviel auf einmal ist. Man setzt sich mit der eigenen Endlichkeit auseinander, und da kommen automatisch Fragen nach dem "Wie geht es denn nun weiter? Wie kann ich den "Rest" sinnvoll gestalten? Was wünsche ich mir überhaupt? usw."

Ich kann nur aus meiner eigenen Erfahrung sagen, es ist ein streckenweise sehr schmerzvoller Prozeß. Man muß sozusagen alles das, was bisher normal und alltäglich war komplett neu überdenken. Man sieht mit Staunen seine fast erwachsenen Kinder, wie sie sich verselbständigen und wie man  "übrigbleibt" allein mit sich selbst. Gut, jeder kann damit anders umgehen und wenn man ein starkes soziales Umfeld hat, ist diese Phase vielleicht etwas einfacher, aber ich glaube, irgendwann trifft sie jede Frau mit voller Wucht. So, wie die Geburt des ersten Kindes das Leben auf den Kopf stellt, so fühlt es sich an, wenn dieses dann "plötzlich" groß ist.

Ich war im ersten Moment sehr verunsichert und auch traurig, das ist aber durchaus normal. Man darf ein bißchen trauern und man braucht eine gewisse Zeit, um sich neu zu sortieren. Aber: Das darf nicht den Rest des Lebens dauern. Man sollte es wirklich als Phase betrachten, die dazu da ist, einen zu einem ganz neuen Ausgangspunkt zu führen. So, als ob man nach der Verpuppung endlich zu einem schönen Schmetterling wird, der leicht und unbeschwert durch die Gegend fliegen kann. Dieser Zeitpunkt kommt, auch wenn man erst durch viele schlechte Tage durch muß.

Irgendwann sieht man plötzlich ein Licht am Ende des Tunnels. Genauso, wie sich diese Verzweiflung plötzlich im Leben breitgemacht hat, diese Angst vor existentieller Veränderung, genauso plötzlich ist da diese Aussicht darauf, das alles gut wird. Ich weiß nicht, wie man das beschreiben soll, Hoffnung ist da das falsche Wort, es ist stärker, es ist das Wissen und die Zuversicht, daß man sich auf die nächsten Jahre freuen darf. Dass man ungeahnte Freiheiten hat, dass man noch viele Jahre Aussicht auf ein schönes Leben hat und sich endlich wieder auf sich selbst besinnen darf.

Ich fühle mich momentan getragen, habe keine Angst. Ich weiß nicht mal, warum. Es gibt doch dieses schöne alte Sprichwort "Und wenn du denkst, es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her". Dieses Lichtlein sehe ich, ich trage es in mir, wenn ich auch nicht konkret sagen kann, was es ist.

So, eigentlich wollte ich was ganz anderes schreiben, verschiebe ich auf später. Das lag mir jetzt wohl mehr auf der Seele, ich habe nicht viel nachgedacht, einfach geschrieben.

Die konkret geplanten neuen (alten) Anfänge kommen dann halt im nächsten Post.

Habt einen schönen Tag!

Kommentare:

  1. Ich wünsche dir ganz viel Kraft, denn Loslassen ist nicht einfach, zum Glück kommt es in kleinen Stückchen auf uns zu (jedenfalls bei den Kindern, die immer unabhängiger werden, bis sie ausziehen)

    Und wieder "zu sich und den Interessen" zu kommen dauert Jahre. Deswegen heißen die Wechslejahre auch Wechseljahre und nicht Wechelmonate ;-)

    Schau mal auf meinen Blog, da habe ich einen Beitrag geschrieben, wie man seinen Visionen wieder näher kommen kann. Vielleicht ist das etwas für dich.

    Liebe Grüße
    Helga

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. "Don`t dream it, be it ", das ist ein schönes Motto. Bei mir müßte es wohl erstmal heißen: "try to be it". Die Idee mit der Collage finde ich wirklich toll, weil man seine Wünsche und Träume visualisieren kann und sie sich immer wieder vor Augen führen kann. Andererseits wäre es mir fast ein bißchen peinlich, wenn eine andere Person meine ureigenen Träume sehen würde. Nur für mich selbst wäre das dagegen total in Ordnung. Ich freue mich auf jeden Fall auf das neue Jahr und allein das ist schon mal ein großer Unterschied zu letztem Silvester.
      LG Eva

      Löschen
  2. das bild mit der verpuppung und dem schmetterling gefällt mir gut. ich habe diese zeit als "zweite pubertät" empfunden. in jedem fall bringt der wandel viel neues und aufregendes und wie ich finde, zum großen teil positives. du bist auf einem guten weg, meine liebe!

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Für mich ist es fast wie eine erste Pubertät. Weil ich die eigentliche erste gar nicht er- und ausleben konnte. Ich hatte eine extrem dominante Mutter, die das nicht geduldet hätte. Ich habe damals nach ihren Wünschen und Vorstellungen funktionieren müssen und deswegen trifft mich das alles jetzt umsomehr. Ich bin gewohnt, dass man mir sagt, was ich zu tun und zu lassen habe und wenn das nicht so ist, komme ich ins Trudeln. Aber auch das kann man lernen. Besser spät als gar nicht. Zweite statt erste Pubertät, das hört sich gut an. Wird schon!!
      LG Eva

      Löschen

Über nette Kommentare freue ich mich: