Freitag, 28. Dezember 2012

Da war doch was

Jeder hat so seine persönlichen Eigenarten, seine Stärken und Schwachpunkte. Ein Schwachpunkt von mir ist, dass ich mir keine kurzfristigen Daten merken kann. Ich krieg sie gesagt, sage ja und vergesse sie auf der Stelle wieder. Wenn also heute zu mir jemand sagen würde, "wollen wir uns am Samstag treffen", würde ich sagen "ja gerne, da kann ich". Dass es sich bei Samstag um morgen handelt, müsste allerdings bitteschön dazu gesagt werden. Sonst könnte es sein, dass ich in Vorfreude auf das Treffen am Samstag den ganzen Tag daheim verbringe, ohne was zu merken. Ich habe auch öfters mal Anrufe dieser Art: "Hier ist die Zahnarztpraxis XY, sie hatten am 18. Dezember, 16.00 Uhr einen Termin". Ich: "Ja, ich weiß. Warum? Müssen wir den verlegen?" "Hmmm, irgendwie schon, das war gestern".

Wer mich kennt, weiß das. Ich weiß es inzwischen auch und schreibe mir deshalb wichtige Dinge auf. Wichtige Dinge wie meine sehr flexiblen Arbeitszeiten, Arzttermine, Verabredungen, Elternabende usw. Zu diesem Zweck habe ich immer ein kleines Notizbüchlein in der Handtasche, jeder Tag eine Seite, idiotensicher. Letztes Jahr war ich spät dran mit dem Kauf eines solchen Büchleins (der Jahreswechsel kam so plötzlich), das wollte ich dieses Jahr vermeiden. Denn einer meiner guten Vorsätze ist, dass ich dieses Jahr  alles besser strukturiere, plane, organisiere (hust).

Ich habe also schon im November (!!, gut gemacht Eva), ein hübsches robustes Büchlein erworben "Meine Termine 2013" (stolz).  Jeder Tag hat auch noch so einen sinnreichen Spruch wie zum Beispiel gleich am 2. Januar: "Wer viel Schleim auswirft, der beize Akelei in Honig und esse sie oft" (H. von Bingen). Nun ja.

Voller Eifer habe ich meinen Dienstplan von Januar schon mal eingetragen und meinen nächsten Friseurtermin. Ist ja schließlich wichtig. Das war am Tag vor Heilig Abend. Ich wollte ja vorbereitet sein. Mein altes Büchlein habe ich in die Mülltonne geworfen. So. Fertig. Finde den Fehler!

Am 2. Weihnachtsfeiertag wollten wir ja bekanntlich ins Kelly Konzert. Um 20.00 Uhr. Da ich wußte, dass die Veranstaltung länger dauern würde, wollte ich noch kurz einen Blick auf meine Arbeitszeit vom nächsten Tag werfen. Es war schon früher Abend, es war dunkel und hat in Strömen geregnet, da traf mich plötzlich und unerwartet folgende völlig überraschende, revolutionäre, sensationelle Erkenntnis: "Mist, zwischen Heilig Abend und Neujahr sind ja auch noch Tage. Mit Arbeitszeiten!" Und natürlich hatte ich keine Ahnung, mit welchen. Mein altes Büchlein mit denselbigen lag seit zwei Tagen vergraben unter Bergen von Verpackungsmaterial, Geschenkpapier und Schleifenbändern in der großen Mülltonne draußen. Mein Mann hat sich also mit der Taschenlampe bewaffnet und tapfer den Mülleimer aussortiert. Kurz vor dem Kelly Konzert. Glücklicherweise wurde er fündig! Mein altes Büchlein war wieder da.

Ich wollte diese Tatsache lobend erwähnen und habe mich leicht zerknirscht bedankt, da meinte er nur: "Ach ich kenn dich nur so, das ist so typisch, du bist halt nicht von dieser Welt!"

Ich hab ausnahmsweise nichts drauf gesagt. Wo er recht hat, hat er recht!

Kommentare:

  1. Hihi, irgendwie aber auch eine süße Anektdote! :) Mein Freund hätte mich selbst suchen lassen ;) ... Aber ich bin auch etwas chaotisch und leicht verplant ^^... mein Kalender ist mein ständiger Begleiter... seit November führe ich einen "Live Organizer" (den ich im Januar mal auf meinem Blog vorstellen werde), der hilft mir gerade bei den terminlichen Dingen sehr!! :)

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  2. Ich habe gestern (!) auch den Kalender für dieses Jahr in den Müll geworfen. Ist aber in meinem Fall nicht schlimm, weil ich seit einem halben Jahr ALLE Termine digital verwalte. Mir war nämlich eher passiert, dass im Hauskalender, im Bürokalender und im privaten Kalender Termine drin standen, aber nicht überall alle - und also doppelt vergeben wurde. Seit ich EINEN Kalender habe, auf den ich von überall zugreifen kann, ist das wesentlich übersichtlicher.

    Armer Mann - guter Mann!
    Grüße! N.

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    1. Digitalisiert bin ich noch nicht, weil ich ja "nur" private und keine beruflichen Termine vergeben muss. Das wäre bestimmt noch lustiger...

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  3. Oh, Eva! Dein Mann ist auch so ein Superheld! Mit Taschenlampe im Müll wühlen für die liebste, das machen glaub ich nur die Besten!

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    1. Ja, der hat sich bestimmt gedacht, ich mach das lieber selbst, weil sie das Ding sonst eh nicht findet... Und wie gesagt, er kennt solche Aktionen schon.

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  4. Liebe Eva, da kann ich mich wirklich nur anschließen: guuter Ehemann!
    Oh, ich kenne das... Zu Verabredungen zusagen und dann wieder vergessen... ist mir auch schon öfters passiert. Frau hat eben manchmal soviel um die Ohren; Die Waschmascjine anstellen, diverse ausgelagerte (im Keller) Blumen gießen, Besorgungen machen.... da vergisst man eben solche Sachen, wenn man sie nicht aufschreibt...
    Deine geschichte ist voll aus dem Leben!
    LG Marita

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    1. Du sagst es, wir können uns gar nicht alles merken, weil es soviel ist. So, es liegt nicht an uns, sondern an den Umständen!!

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  5. liebe eva,
    dein mann ist wirklich ein guter!
    zum glück hast du dir gemerkt, wann das kelly-konzert stattfindet :-)
    mit so einem taschenkalender hab ich es auch versucht, der verschwindet aber in deren untiefen und meldet sich nicht, wenn termine anstehen. deshalb stehen alle wichtigen bei mir im flur auf einer schiefertafel. geburtstage sind im rechner im büro gespeichert. d.h. aber wenn ich frei habe, darf keiner erwarten, dass ich ihm gratuliere.
    obwohl es unzählige möglichkeiten gibt termine im telefon oder pc zuhause zu verwalten, konnte ich mich bisher dazu noch nicht aufraffen. offenbar bin ich damit nicht alleine.
    lieben gruß
    sabine

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    1. Nein, du bist in bester Gesellschaft, hihi. So eine Schiefertafel hätte ich auch gerne. Da könnte man die täglichen Termine und Zeiten für alle Familienmitglieder jeden Morgen gut sichtbar draufschreiben. Ich muss mal gucken, ob ich sowas finde. Manchmal gibt es die doch auch in lustigen Formen, so als Kaffeekanne für die Küche oder so. Sie müßte nur groß genug sein.

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  6. Beruhigend zu hören, dass es nicht nur mir so ergeht. Ich mache manchmal im Büro einen Termin aus und schreibe diesen auf meine Schreibtischunterlage. Zwei Tage später, entsorge ich das obere Blatt. Irgendwann denke ich: "ups, da war doch was......" Es kam auch schon vor, dass ich meinen Frisör anrieft und fragte, wann denn nochmal mein Termin wäre. Ich da dachte schon, dass wären bei mir Alterserscheinungen.

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Über nette Kommentare freue ich mich: