Samstag, 24. November 2012

Weihnachten

Heute in 4 Wochen ist Heilig Abend.

Früher habe ich mich sehr darauf gefreut. Dann wurde es wichtiger, meinen Töchtern ein schönes Weihnachten zu bereiten. Als die auch größer wurden und schon mal den Sinn hinterfragt haben, wurde es zur mehr oder weniger traditionellen Pflichtübung. Dieses Jahr habe ich Angst davor.

Ich persönlich könnte wirklich darauf verzichten. Ich würde am allerliebsten mit einem sehr engen Menschen (??) irgendwohin fahren, (also Nord- oder Ostsee wäre völlig ok) und würde den Hl. Abend am tosenden Meeresufer mit einer Tasse Tee in der Hand verbringen. Ich würde mich einfach gerne als Teil der Natur, des Universums, des Ganzen fühlen. Ich würde gerne lesen oder mich in eine Decke einkuscheln und wäre völlig glücklich und zufrieden.

Das wird natürlich nicht so sein. Ich habe Familie. Meine Mädels erwarten (zurecht) einen schönen Weihnachtsabend. Wenn bei mir in meiner Kindheit und Jugend auch vieles schief und krumm war, so war Weihnachten doch immer schön. Ehrlich! Die letzten Jahre waren unsere Heiligen Abende aber eher "durchwachsen". Es ist eigentlich ein Tag der Familie. Also, der größeren Verwandtschaft und so. Bei uns leben die Großeltern von beiden Seiten noch (also sowohl meine Eltern als auch die meines Mannes). Beide werden sich nicht melden. In den letzen Jahren gab es  Heilig Abende, an denen ich zu späterer Stunde geheult habe. Es gab verkrampft fröhliche, aber spätestens ab ca. 22 Uhr geht es echt an die Substanz.

Normalerweise gehen wir in die Kirche, dann essen wir und dann gibt es Bescherung. Ich würde meinen Mädels so gern ein richtig schönes Weihnachten bereiten. So mit Sternenstaub von der Haustür bis ins Wohnzimmer (hat das Christkind verloren), dann ein paar schöne Stunden und keine Enttäuschung über unsere Eltern bzw. Großeltern. Wenn es denn schneien würde, könnten wir noch spazieren gehen, aber was wenn nicht? Ab ca. 22 Uhr ist doch "das ganze Programm" durch und dann?  Wie macht ihr das denn? Selbst wenn ihr "alleine" feiert, gehen doch die meisten am 1. oder 2. Feiertag zu Eltern oder Schwiegereltern. Oder?

Ich weiß von den letzten Jahren, daß ich super froh war, als der "normale" Alltag endlich wieder los ging.

Wie verbringt ihr eure Heiligen Abende? Freut ihr euch? Oder hat doch die eine oder andere gewisse "Bauchschmerzen"? Je älter ich werde, desto schlimmer finde ich die Weihnachtsfeiertage. Silvester gleich mit eingeschlossen.

Ich würde mich wirklich gerne freuen, aber ich habe Angst. Auch Angst, die Erwartungen der anderen nicht zu erfüllen, weil ich schlecht drauf sein werde. Aber wie könnte ich das verhindern? Jetzt schon in Vollnarkose fallen und erst im März wieder aufwachen? Das wäre was, gute Idee!!

Kommentare:

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  2. Das letzte Mal mit Mann & Kind (damals 4) unterm Tannenbaum alleine waren wir vor 11 Jahren.
    Seit 10 Jahren begehen wir nämlich gezwungenermaßen den Heiligabend mit der Schwiegermutter. Die feierte bis dahin bei ihrer Lieblingstochter, die 2002 verstarb. Klar, dann lässt man die "Omma" nicht alleine. Nur kann man sie auch schlecht ausladen, denn es steckt immer der Gedanke dahinter "Es könnte ihr letztes Weihnachten sein". Sie ist 87, total fit, aber unglaublich anstrengend; bei meinem Glück wird sie 102; dann bin ich 60, mein Kind ist dann aus dem Haus und ich werde nie wieder einen Heiligabend nur mit Mann & Kind feiern. Das macht mich traurig und wütend zugleich.
    Hab auch einen Post (Klick) darüber geschrieben. Wenn Du Interesse daran hast, dann melde dich per Mail, wegen der Freischaltung.
    LG, Juliane.

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  3. Ich bewundere deine ehrlichen Worte in jedem Post sehr! Ich persönlich mag Weihnachten total gerne. Und das nicht, weil wir eine "schöne, heile, große Familie" sind und wir uns alle freuen an diesen Tagen zusammen zu kommen. Meine engste Verwandtschaft kann ich an einer Hand abzählen, alle anderen (wie Tante, Onkel, Cousin,....) treffe ich selten bis nie und habe somit auch zu Weihnachten keinen Kontakt. Deswegen gibt es bei uns auch nicht diese ganzen Verwandtenbesuche, wo man ewig lange herumsitzt, etwas isst, nach 2 Stunden zum nächsten fährt, usw. Hat es aber auch nie gegeben bei uns. Irgendwie traurig? Aber ich selber habe mich damit abgefunden und verbringe Weihnachten mit den wenigen Menschen dir mir wirklich am Herzen liegen, deswegen ist es zum Glück nicht verkrampft oder ein MUSS zusammenzusein. Es geht bei mir auch nicht mehr um Geschenke, von mir aus würde ich gar nichts brauchen. Ich beschenke sowieso nur meine Nichte und Neffen, das ist mir am wichtigsten. Der Heilig Abend ist zwar auch immer irgendwie Routine mit Kirche gehen, Bescherung und Essen, aber ich genieße diese Zeit und die Wochen davor sehr, obwohl es mit einem Schlag wieder vorbei ist. Auf Silvester könnte ich übrigens ganz verzichten und einfach nur durchschlafen. LG

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  4. Mein Mann und ich geniessen die Feiertage allein, wenn es uns vergönnt ist :D
    Tee trinken, vor dem Kamin kuscheln, Kekse essen, mit den Hunden spazieren gehen (auch wenn es nicht schneit) und lecker Essen.
    Vielleicht den einen oder anderen Film anschauen.
    Wenn man ein kompliziertes Verhältnis zu seinen Eltern hat, ist es völlig ok, den Kontakt auf ein Minimum zu beschränken, denn dann hat man auch wieder eine Chance sich anzunähern.
    Man muss Dinge auch einfach mal so sein lassen und akzeptieren wie sie sind, dann kann der Knoten auch wieder aufgehen, solange man dran herumzerrt wird er nur fester (mal bildlich gesprochen).
    Wenn du jetzt schon weisst, dass es keinen Kontakt zu den Großeltern geben wird, dann plan ein schönes Fest mit deiner Familie. Macht doch das, was euch gefällt und wonach euch ist.
    Deine Töchter sind alt genug, ohne Oma und Opa klarzukommen und erwarten inzwischen vermutlich auch nichts Anderes.
    Und du musst nicht die gesamten Familienprobleme an Weihnachten lösen.
    Macht euch ein entspanntes Fest für euch und nach euren Wünschen und trauere nicht um die verschüttete Milch von Anno Keks.
    Was nicht ist, ist eben nicht und wird nicht besser, wenn man den Schorf immer wieder von der Wunde kratzt.
    Lass es heilen und erfinde für dich (und deine fast erwachsenen Kinder) eine erwachsene Weihnacht.
    Besprecht was ihr gern hättet und macht es so.
    Du bist doch nicht allein verantwortlich für das Gelingen der Feiertage.

    Sorge gut für dich und deine Seele und lass locker.
    Weihnachten findet zum Glück jedes Jahr statt und auch ohne Tonnen von Erwartungen. Es passiert einfach im Dezember.

    LG

    Kati

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    1. Das hast du schön gesagt. Es passiert einfach...
      Und nein, meine Töchter erwarten nichts anderes mehr, das Problem ist wohl, dass ich es immer noch übelnehme, dass meine Familie und auch meine Töchter derart nach "hinten" geschoben wurden. Aber weißt du, du hast recht. Was interessiert mich Anno Keks, heute spielt die Musik. Ich werd's versuchen, schön zu machen. Wird schon klappen. .
      LG Eva

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    2. Das klappt bestimmt.
      Auf jeden Fall besser, wenn du loslässt und sich auf die schönen Dinge konzentrierst.
      Wenn ich Menschen Dinge übelnehme und es keinen Weg zurück gibt, dann versuche ich irgendwann loszulassen und den Schmerz gehen zu lassen.
      Es hilft leider nicht einen Schmerz zu konservieren. Ich ziehe meine Konsequenzen (Kontaktabbruch- oder reduktion oder einfach eine innere Distanz)
      die Einzige, die seit Jahren leidet bist du. Die Großeltern fahren ihren eigenen Film und es gibt anscheinend keinen Annäherung. Vielleicht sind sie genauso enttäuscht, vielleicht denken sie nichtmal an dich..wer weiss...aber es ist auch egal.
      Lass sie gehen und konzentriere dich auf die Menschen, die du gern um dich hast..mache dir und ihnen ein schönes Fest und verderbe dir die Zeit nicht mit bösen Gedanken.
      Loslassen ist eine der schwersten Übungen und ich arbeite in manchen Phasen echt hart daran.

      LG und Viel Erfolg

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  5. als ich so alt wie deine mädels war, hab ich heiligabend bei den eltern abendgegessen kurz noch den christbaum bewundert und dann mit meinen freundin in der wg gefeiert. ohne tannenbaum und ohne geschenke. mir hat das gefallen, für meine eltern war es ok. bist du dir sicher, dass deine beiden wirklich ein kinderweihnachten erwarten? eventuell sind sie froh, wenn sie der pflichtveranstaltung enthoben sind. deine idee irgenwo hin zu fahren und nur mit einem lieben menschen einen schönen abend zu verbringen ist goldrichtig. mach das doch!
    lieben gruß von sabine
    ps: heiligabend bei uns ist familienessen, wie so oft, anschließend spielen wir was, die "kinder" bekommen geschenke, die erwachsenen nicht. der einzige unterschied zu sonst. der papa meiner beiden ist mit dabei und wir haben eventuell einen geschmückten tannenbaum (weiß ich noch nicht so genau). am ersten weihnachsfeiertag fahren wir zu meinen eltern, dort treffen wir meine schwester und ihre töchter. das ist bis auf's weihnachtsessen auch sehr entspannt. und dieses jahr werde ich darauf hinarbeiten, dass auch das essen keinen stress verursacht. mal sehen.

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