Mittwoch, 28. November 2012

Denn erstens kommt es anders...

und zweitens als man denkt.

Ich bin gerade heimgekommen, nach einem echt chaotischen Tag. Ich würde euch das einfach mal gerne schildern, so neutral wie möglich und hören, was ihr so sagt.

Also, geplant war folgendes:

Göttergatte geht arbeiten von 8.00 Uhr bis ?? (offenes Ende)

Tochter 2 (die "Kleine" geht von 8.00 Uhr bis 16.00 Uhr zur Schule. Sie hat einen wichtigen Arzttermin um 16.00, der aber nicht eingehalten werden kann, weil sie die letzten zwei Schulstunden eine Klausur schreibt und nicht früher aus dem Unterricht raus kann.  Ich wollte den Termin auf 16.30 Uhr verschieben, was mir auch gelungen ist. Somit hätten wir kein Zeitproblem gehabt.

Ich: Bin morgens daheim, mache Haushalt und koche und arbeite von 13.00 bis 16.00 Uhr.

Tochter 1 (die "Große") jobbt heute nicht, hat also frei und fährt Tochter 2 (die Kleine) zum Termin, weil das sonst nicht hinhaut.

Real Life: Göttergatte geht arbeiten, Tochter 2 (die "Kleine" geht zur Schule). Eva steht auf, duscht und macht sich die Haare, das dauert ca. eine halbe Stunde (Gott sei Dank war ich dann wenigstens fertig). So gegen 9 Uhr habe ich bei der Ärztin der "Kleinen" angerufen und den Termin auf 16.30 Uhr verschieben können. Uff, klappt ja gut, dachte ich. Ich habe dann gleich noch die Überweisung beim Hausarzt telefonisch reserviert (das war  ein Fehler meinerseits, ich hätte mich viel früher drum kümmern müssen, dann hätte ich die nämlich schon gehabt).  Ich habe mich auf den Weg gemacht zum Arzt, die Überweisung abholen. Dort habe ich eine gefühlte Ewigkeit im überfüllten Wartezimmer auf die Unterschrift gewartet (und bin gleich wieder mit hunderttausend Viren in Kontakt gekommen). Auf dem Heimweg habe ich noch einen kleinen Abstecher zur Post, zur Bank und zum Altglas gemacht, weil ich eh schon unterwegs war. Ich komme so gegen viertel vor elf wieder daheim an und dachte. alles paletti, jetzt kann ich Haushalt machen und kochen.

Im Eingang kommt mir allerdings meine Große entgegen, in vollem Ornat, geschminkt und fix fertig zum Gehen. Sie sei angerufen worden, müsse jetzt doch jobben, kann die "Kleine" nicht holen heute mittag und tschüß. Zurück blieb ich wie ein begossener Pudel und habe alle Alternativen überlegt. Egal wie, es ging nicht anders, ich habe den Göttergatten angerufen. Der war (wie meistens) in einem Meeting und hat erst später zurückgerufen. Wir haben uns so geeinigt, daß er mittags aus seiner Firma kommt, die "Kleine" direkt an der Schule abholt, zur Ärztin fährt und dann wieder in die Firma geht, um die verpasste Zeit nachzuholen.

Ich würde nach meinem Dienst direkt zur Ärztin fahren, um die "Kleine" wieder zu holen. Natürlich kann ich nicht Schlag 16.00 "den Löffel fallen lassen", es muss noch abgerechnet werden, gewisse Dinge muss jede Mitarbeiterin noch wegräumen, das ist Routine, jedenfalls habe ich um 16.22 Uhr den Laden verlassen und bin direkt weitergefahren. Habe die Tochter geholt, bin mit ihr in den McDonalds gegangen(weil weder sie noch ich ein Mittagessen hatten und der einfach die schnellste und naheliegendste Möglichkeit war). und jetzt sitze ich hier und frage mich, wo ist der Fehler im System.

Die Ärztin ist ca. 20 Minuten weg von hier, nur um das so ein bißchen in Relation zu setzen. Und es war wichtig, ehrlich, sonst hätte sich das alles wieder endlos nach hinten verschoben.

So, Göttergatte ist natürlich noch in der Firma und große Tochter jobben. Die "Kleine" macht jetzt noch Hausaufgaben und lernt und ich frage mich, wie ich das alles anders (besser) machen könnte. Es kommt ja immer mal was dazwischen, aber bei mir ist das fast jeden zweiten Tag so. Ich habe das Gefühl, ich komme zu nichts. Jedenfalls nicht zu dem, was ich mir vornehme.

Kommentare? Verbesserungsvorschläge?


Kommentare:

  1. Kein Fehler. Das sind so Sachen, die passieren. Muss halt umorganisiert werden und hat ja auch geklappt. Wenn A nicht klappt, kommt garantiert noch B und C dazu. Das ist so. Wird eben nach Alternativen gesucht - und ihr habt sie ja gefunden.
    Was ist denn daran deiner Meinung nach falsch? Ist doch alles gut gelaufen.

    Du willst nicht wirklich wissen, wie mein heutiger und mein morgiger Tag aussehen - wegen nur eines einzigen Ausfalls. Na und, dann eben anders als geplant.

    Aber die Frage da oben ist ernst gemeint. Was findest du daran so bedrohlich? Oder meinst du gar, DU hättest was falsch gemacht? Sind doch alles Zufälle und Verkettungen.

    Grüße! N.

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    1. Ich habs nochmal langsam gelesen.
      "Ich komme so gegen viertel vor elf wieder daheim an und dachte. alles paletti, jetzt kann ich Haushalt machen und kochen." Bis auf ein Telefonat mit dem Gatten und dem Abholen der Tochter (20 Minuten Weg) hattest du doch ab da keinen Mehraufwand zum Plan. Woher kommt dann das Gefühl, nichts geschafft zu haben?

      Nochmal Grüße!!!

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    2. Naja, weil ich eben nichts geschafft habe. Ich will zum Beispiel seit 3 Tagen mein Küchenfenster weihnachtlich schmücken, aber dazu müßte ich es erstmal gründlich putzen. Wenn ich abends heimkomme, habe ich auch keine Lust mehr auf größere Aktionen. Wenn ich arbeiten gehe, bin ich hier daheim so gut wie nie fertig. Es sind halt 200 Quadratmeter, die aufgeräumt sein wollen. Aber ich bin nie fertig. Ich bin einfach nicht strukturiert und organisiert. War ich noch nie. Und je mehr ich mich bemühe, umso weniger klappt das. Ich renne meinen eigenen Ansprüchen hinterher. Aber morgen schmücke ich mein Küchenfenster!!! Ganz sicher!
      LG Eva

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    3. Doch, bitte, ich will es wissen. Nicht weil ich persönlich super neugierig bin, sondern weil ich einfach gerne wissen möchte, wie andere Frauen ihren Alltag managen. Ich habe keinen Vergleich. Wenn ich das so sehe, finde ich immer, dass alle anderen das super locker und gut machen. Klar, sehe ich nicht "rein", wie es wirklich aussieht. Aber die wenigsten sagen ehrlich, wie sie es machen. Das finde ich ein bißchen schade, denn so sieht man nur die "tolle" Außenfassade.

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    4. Nur ganz kurz: Ich hänge die Weihnachtsdeko - einen einzigen Hutschenreuter Stern - vors ungeputzte Fenster. Und ich habe dabei KEIN schlechtes Gewissen. Regnet doch sowieso oder ist dunkel.

      Kurz gesagt: bei mir ist es nicht perfekt und ich leide auch nicht darunter. Es ist sauber, aber nicht rein.

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    5. Ich hätte da die gleiche Antwort wie Nelja: dekoriere das ungeputzte Fenster! Ich gehe mal ganz stark davon aus, dass Euer Haus nicht in einer schlammigen Baupfütze steht, an dem stündlich Trucks mit 200km/h vorbeidüsen und Dir Dein Fenster in Graffitti-Schlammoptik verschönern.

      Ganz klar....es ist Deine persönliche Erwartung das sauber geputzte Fenster (vermutlich sowohl von innen als auch außen) zu dekorieren. Das erwartet keiner von Dir außer Dir! Daher die Frage: wie wichtig ist es Dir wirklich oder wie sehr ist es nur einer dieser alten Gedanken wie "das kann man doch nicht an ungeputzte Fenster" hängen. Ist das wirklich Dein Gedanke oder gehört er jemand anderem (z.B. Deiner Mutter)?

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  2. Es stört mich, dass bei mir fast jeden Tag diese "Zufälle" stattfiden. Klar, suche ich immer nach Lösungen, aber das kostet eine Menge Adrenalin. Und ich fühle mich insofern schlecht, als ich:
    1) Als gute Mutter selber dafür sorgen könnte, dass meine Tochter pünktlich zum Arzt kommt und ich nicht andere Personen darum bitten müßte.
    2) Ich gleich besser organisieren würde, dass die Termine von Anfang an "geschickter" liegen, ich mehr Überblick über das Ganze hätte und nicht so "überfahren" werden würde
    3) Ich besser vorbereitet sein könnte, also die Überweisung hätte schon haben können und schon ein vorbereitetes Mittagessen hätte haben können.
    4) Ich mich ärgere, dass ich einfach keine ruhige Zeit für mich habe und ständig am Umorganisieren bin. Meine Arbeitszeiten ändern sich fast täglich, die Termine der Kinder, irgendwie ist das alles in bißchen viel. Ich hätte das so gerne besser im Griff.
    Grüße Eva

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    1. 1. Die Tochter ist alt genug, das sogar ganz und gar alleine hin zu kriegen - und wenn nicht, wieso sollst du als Mutter dafür alleine verantwortlich sein? Das "Kind" hat einen Vater, die Verantwortung liegt also (wenn überhaupt) bei 50 : 50.
      2. Facharzttermine gibt es ja nun nicht wie Sand am Meer, nicht mal für Private. Wenn der Termin in etwa passt, ist es doch gut. Dass nun ausgerechnet Klausur war statt normalem Unterricht ist ja schlecht planbar. Zumal ich davon ausgehe, dass man als Mutter einer sechzehnjährigen Tochter nicht ganz genau alle Klausurtermine im Kopf haben muss. Du bist doch nicht ihre Sekretärin.
      3. Ok. Vielleicht.
      4. Wer macht die Termine? Wenn nicht du der Macher bist, sondern andere, kannst du es auch nicht ändern. was du ändern kannst, ist die Bereitschaft, dir die Termine überstülpen zu lassen oder nicht. Gerade im Job würde ich da die Reißleine ziehen. Verbindliche Wochenpläne sollten wenigstens drin sein (ich hatte immer Monatspläne und zwar mindestens vier Wochen im Voraus, mit Wunschzeiten und das in einem so unsicheren Gewerbe wie ambulanter Pflege - es sage also Keiner, das würde nicht gehen!)

      Warum willst du alles im Griff haben? Bleib ein bisschen locker. Und wenn mal was nicht funktioniert, bricht die Welt nicht zusammen.

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    2. Hallo Eva & Nelja,

      erneut kann ich Neljas Kommentar so unterschreiben. In erster Linie, verurteile Dich nicht so! Das sind schlechte Gedanken, die Du da in Dich reinprojezierst, die sich dann verselbstständigen.

      Klar, es ist immer alles verbesserungsfähig (geht mir nicht anders). Solche Situationen kommen in unser Leben um daraus zu lernen. Entweder Dinge anders zu bewerten oder es für Dich besser zu machen. Nimm's doch einfach als Erfahrung an. Wenn es Dir unglaublich wichtig ist solche Termine für Deine Töchter zu koordinieren (und ich bin Neljas Meinung, sie sind beide alt genug um das selbst zu machen und dann dafür gerade stehen müssen, wenn sie ihre Schultermine vergessen) dann ist vielleicht der Lerneffekt aus so einem Tag, dass Du vor 17.30 Uhr keine Termine machst. Dann hast Du noch genügend Puffer für Eventualitäten in Deinem Job, und um Erledigungen wie Bankgeschäfte etc. zu machen.

      Ich habe mir angewöhnt keine aufeinanderfolgenden Termine im Privatbereich mehr zu machen und die Extrazeit vor einem Termin lieber in mich zu investieren (z.B. schon am Ort des Termins sein, aber noch spazieren zu gehen, etc.). Und wenn alles anders kommt, dann kann ich mit dem Puffer ausgleichen.

      Und wirklich, was ist das schlimmste was hätte passieren können? Deine Tochter wäre beim Arzt nicht aufgetaucht bzw. sie hätte absagen müssen. Wenn es kein lebensnotwendiger Arzttermin war, dann ist doch alles nur halb so schlimm, oder?

      Mach' Dich mit Deinen Gedanken nicht kaputt! Dein Herz darf Dein Wegweise sein, nicht Dein Verstand! Denk an BodyBlessing!

      Alles Liebe
      sue

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  3. Liebe Eva,
    sei nicht so streng mit dir!!!
    Beispielsweise hatte meine Mama in dem Alter in dem deine "Kleine" ist sich schon lange nicht mehr um die Verschiebung meiner Arzttermine gekümmert. Das hat mir auch nicht geschadet und böse bin ich ihr deshalb auch nicht. ;) Klar, wenn sie da war sind sie oder Papa auch gefahren, aber wenn sie länger arbeiten war, dann bin ich eben Bus gefahren (ich weiß nicht, ob das bei euch möglich ist) Ich finds toll, dass dein Anspruch ist, es allen Recht zu machen. Was ich dir nur sagen mag: Du bist auch keine schlechte Mama und Frau, wenn du nicht "alles" nach deinen Kindern und deinem Mann ausrichtest.
    Ich finds auch überhaupt nicht schlimm, was du oben beschreibst. Planänderungen sind einfach an der Tagesordung - auch bei mir. Nur wenn du merkst, dass du dich nicht mehr gut damit fühlst, dann sorg für dich.
    Sei nicht Taxi - nimm dir Zeit für dich.
    Liebe Grüße Nadja

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  4. Liebe Eva,

    beim Lesen ist mir spontan dieser Satz durch den Kopf geschossen: "Leben ist das, was passiert während wir andere Pläne machen!"
    Ich glaube, es gehört einfach zum Leben, dass vieles anders läuft als wir es eigentlich geplant haben. Du hast das doch gut hingekriegt! Ich persönlich finde es einfacher gleich damit zu rechnen, dass doch irgendwas nicht ganz glatt läuft. Und gar nicht so selten werde ich positiv überrascht!
    Letztlich sind deine Töchter auch so groß, dass du nicht mehr die volle Verantwortung für sie und ihre Termine hast!

    Liebe Grüße
    Stephanie

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    1. Der Spruch ist gut und sehr wahr. Vielleicht sollte ich mich von Anfang an nicht so versteifen, dass alles "nach Plan" läuft, dann sieht man das lockerer.
      LG Eva

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  5. ...Eva, mein Mann arbeitet in Walldorf-Mörfelden, dass sind knappe 120 km von uns entfernt, er kann nicht mal eben aus der Firma zum Arzt...noch Fragen? Das alles bleibt an MIR hängen irgendwie immer...gibt es keinen Bus?
    LG
    Beate

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  6. Nein, die Busverbindungen hier sind wirklich schlecht. Es gibt morgens 2 x Schulbus zu 2 Zeiten und das war's. Der Linienbus würde bis nach Hanau ewig brauchen (weil er erst alle "Käffer" abfährt) und hat ganz komische Zeiten, einmal so gegen 11 Uhr morgens und einmal gegen 13 Uhr, da ist aber noch kein Schüler daheim.
    Ich finde es ja prinzipiell auch nicht richtig, dass mein Mann aus der Arbeit kommen musste, abgesehen davon, war er zufällig da, oft genug ist er eben nicht dan.
    Ich weiß auch nicht, mich hat gestern halt alles genervt. Letzten Endes hat ja alles hingehauen, wenn auch mit viel Einsatz und Fahrerei, aber was soll's, ist ja wirklich nicht jeden Tag so.
    LG Eva

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  7. Liebe Eva,
    ich glaube, es bleibt einfach an dem hängen, der dafür verfügbar ist - ist ist es bei uns jedenfalls. Ich hatte letzte Woche auch mehrere Arzttermine mit unserer Jüngsten. Bin zur Arbeit von da aus Kind geholt zum Arzt gefahren, dass Ganze zurück und wieder an die Arbeit - und das an drei Tagen. Das stresst mich auch, zumal ich in einer Kita koche mich also auch immer noch umziehen muss etc.
    Aber wie gesagt, mein Mann kann das nicht leisten und es ist auch kein Problem für mich. Meine Tage laufen auch ganz oft anders als ich sie geplant habe....so ist glaub ich das Leben. Das hat gar nicht mit "Versagen" deinerseits zu tun.
    Liebe Grüße
    Beate

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