Sonntag, 9. September 2012

Ziemlich beste Freunde - ein beeindruckender Film

Meine Lieblings-Filme wurden heute um einen neuen erweitert. Im Rahmen vom sogenannten Programm-Kino werden immer mal wieder anspruchsvolle Filme gezeigt, die bereits vor einiger Zeit im Kino gelaufen sind. Für Leute wie mich, die gerne mal verpassen, den Film zu sehen, den sie eigentlich gerne sehen wollen, ist das ideal. Gerade der heute gesehene Film verdient absolute Kino-Atmosphäre. Daheim müsste man sich schon einschließen und komplett abschotten, um in den vollen Genuß zu kommen.

Ich bin ein kritischer Filme-Gucker, mir gefällt bei weitem nicht alles, was im allgemeinen so preisgekrönt wird. Aber wenn mir was gefällt, dann richtig. Und der heutige Film gehört dazu:

Ziemliche beste Freunde

Eine französische Produktion, die von einem durch einen Unfall querschnittsgelähmten, gebildeten und sehr wohlhabenden Mann handelt, der seine Lebensfreude und seinen Lebenswillen durch einen unkonventionellen, eher ungebildeten, aber menschlich sehr aufgeschlossenen und lebensfrohen Pfleger zurückerhält. Die üblichen Klischees werden bedient: Querschnitstgelähmter ist weiss und reich, der Pfleger ist dunkel, stammt aus ärmlichen Verhältnissen, ungebildet, arbeitslos. Aber mit einem großen Herzen und sehr viel Sensibilität und Neugierde. Er hatte einfach noch keine Chance, "es zu etwas zu bringen". Nach anfänglichem Widerstand öffnet er sich sogar der Kunst und der klassischen Musik. Solche Konstellationen gibt es ähnlich schon in anderen Filmen. Trotzdem ist dieser hier besonders und anders. Es ist keiner, bei dem man nach 30 Minuten weiß, wie er endet. Das fasziniert mich immer am meisten. Wenn ich sofort weiß, wie es ausgeht, dann langweilt mich ein Film. Gleichzeitig werden auch noch die Geschichten vieler anderer Personen erzählt und das keineswegs langweilig, sondern fesselnd, man lebt richtig mit.

Sehr einfühlsam und doch sehr realistisch rollt der Film die Lebensgeschichten zweier komplett unterschiedlicher Männer auf, die zu "ziemlich besten Freunden" werden. Und: Das Ganze basiert auf einer wahren Begebenheit. Der "echte" Querschnittgelähmte lebt heute in Marokko, mit einer neuen Liebe und zwei eigenen kleinen Kindern und ist glücklich. So schön. So furchtbar und schön!

Wer diesen Film noch nicht kennen sollte: Bitte schaut ihn euch an. Er ist inzwischen als DVD erhältlich. Er gibt Mut, aus noch so ausweglosen Situationen mit Mut und Selbstachtung weiterzumachen und sein Glück zu finden. Das Leben zu genießen! Jedes Leben ist lebenswert, es kommt nur auf den Blickwinkel an. Und man darf sich nicht hängenlassen. Man darf verrückte Dinge tun, lachen (auch über sich selbst) und trotzdem den Sinn für die Realität nicht verlieren.

Ich bin noch ganz berauscht und beeindruckt von dieser außergewöhnlichen Geschichte und kann viel Energie und Tatkraft daraus ziehen.

Kennt ihr den Film? Wie findet ihr ihn?

Kommentare:

  1. Ich hab ihn im Kino gesehen und fand ihn gut. (Na ja, ich bin, was solche Themen angeht, nicht gerade Maßstab bei den Beurteilungen.) Ja, es ist ein guter Film. Nicht weniger. In der Realität sah auch diese Geschichte ein kleines bisschen anders aus.

    Grüße! N.

    AntwortenLöschen
  2. Stimmt ein genialer Film!! Ich habe ihn mit einem Querschnittgelähmten Bekannten angeschaut, was haben wir gelacht. Denn eigentlich gehen wir auch so miteinander um. LG Kerstin

    AntwortenLöschen

Über nette Kommentare freue ich mich: