Donnerstag, 30. August 2012

Aufschieberitis

In letzter Zeit ist viel über dieses Thema geschrieben worden. Das schöne Wort  "Prokrastination" geistert schon länger durch die Presse. Was ist das nun eigentlich für ein Phänomen, dass wir lieber andere Dinge tun, als das, was dringend getan werden müßte? Ganz ehrlich: Keine Ahnung. So eine "Vogel Strauß- Kopf in den Sand steck Methode" hat manchmal durchaus was für sich. Vielleicht gibt es da draußen ein paar gezielt planende und handelnde Menschen, die organisiert und diszipliniert alles das tun, was sein muß. Ich gehöre (leider) nicht dazu!! Dafür bin ich phantasievoll, spontan, kreativ, begeisterungsfähig... (ok, ich schweife schon wieder ab), also:

Der erste Problempunkt beginnt bei mir schon mal damit, dass ich gar nicht entscheiden kann, was nun eigentlich das allerdringendste ist. Aufstehen, duschen oder erst frühstücken, Zeitung lesen, Sport machen, aufräumen, Essen vorbereiten, putzen ??? Oder andersherum? Was denn nun? Eigentlich egal?? Das ist es ja, es ist ein Stück weit egal, trotzdem sollte man einen gewissen Ablaufplan haben. Am liebsten ist es mir, wenn ich festgelegte Termine habe, an die ich mich halten muss. Die geben sozusagen den Rahmen vor. Ob das nun der Arbeitsbeginn ist oder später am Tag ein Tochterkind irgendwo hin muss, da kann ich mich sehr gut drauf einstellen. Wenn ich allerdings "nichts" Festes vorhabe, fange ich an, zu trudeln. Hier ein bißchen, da ein bißchen, nichts Richtiges und am Schluß die Feststellung, dass die wirklich wichtigen, aber womöglich lästigen Dinge immer noch nicht erledigt sind.

Dazu gehören bei mir: nicht mehr gewünschte Abonnements kündigen, Handy-Verträge ändern, Arzttermine ausmachen (und auch einhalten), Fenster putzen, abstauben, bügeln (hmmm, die Haushaltsliste könnte ich verlängern, aber das hier ist mal das wichtigste). Aber auch manche kleine Erledigungen, wie zum Beispiel verkaufte Ebay-Sachen verpacken und verschicken oder Rechnungen sortieren mache ich nicht so gerne.

Bevorzugte Ausweichmanöver sind: Bloggen :), einkaufen fahren, obwohl noch genügend vorhanden wäre, Wäsche waschen (aber nicht aufhängen), gerne auch mal staubsaugen oder lesen.

Da ich das ja nun ganz genau weiß, suche ich mir natürlich auch Lösungsvorschläge. Ein ganz wichtiger hierbei wäre wohl eine tägliche To-Do-Liste, die man dann abhakt. Und zwar ehrlich. Wäre eine Möglichkeit. Einfach ein Schulheft auf dem Eßtisch plazieren und losplanen (wäre eigentlich für alle Familienmitglieder nicht so schlecht, fällt mir gerade auf. Meine Mädels leeren zum Beispiel nie ihren Papierkorb, da werden dann ganz skurrile Bauten draufgetürmt, bis er das doppelte Volumen faßt...). Möglicher Minuspunkt wäre, dass ich auf so eine Liste viel zu viel drauf packe. Käme aber auf einen Versuch an.

Zweiter Vorschlag: Kurz vor dem inneren Auge visualisieren. Heißt. Den Badboden beäugen, wie er jetzt aussieht und sich vorstellen, wie er nur zehn Minuten später in neuem Glanz erstrahlt. Soll angeblich super helfen. Gefällt mir auch gut, dieser Vorschlag.

Drittens: Überall eine Eieruhr mit hinschleppen und wenigstens mal 20 Minuten eine "ungeliebte" Sache tun. Danach darf man aufhören (muss aber natürlich nicht). Hört sich auch ganz lustig an.

Viertens: Gar nichts denken, einfach tun!

Für heute werde ich mal die Visualisierungsmethode probieren. Und mir ein Schulheft zulegen. Zugegebenermaßen vergesse ich auch einfach, dass ich zum Beispiel beim Zahnarzt anrufen wollte/sollte. Da würde was schriftliches auf jeden Fall helfen.

So, jetzt tigert Eva mal auf Visualisierungs-Tour durchs Haus! Wünscht mir Glück!

Kommentare:

  1. Genau das Gleiche habe ich auch gerade ;)
    Ich schiebe ungeein sachen vor mich hin...das einzige was wirklich hilft, sind To-Do Liste :( ...und richtige Zeitpläne mit genügend Puffer.

    AntwortenLöschen
  2. Deine to-do-Liste ist mir zu putzlastig. Was natürlich das eigentliche P.-Problem nicht ändert. Auch wenn bei mir andere Dinge drauf stehen .... was tue ich wirklich? Schreibe hier einen Kommentar.
    Ich sags mal so, Listen helfen, wollen ja aber auch geführt werden. Am ehesten hilft immer noch, sich das tolle Gefühl vorzustellen, wenn etwas erledigt ist (egal was). Das ist ja wirklich nicht zu toppen. Manchmal hilft es bei der Strukturierung und als Motor. Manchmal aber auch nicht. Wenn ein bestimmter Leidensdruck erreicht ist, macht man die Sachen schon, vorher wird es eh Krampf. Ich mache mir da nicht so viele Gedanken drum, das ist ja schließlich auch eine Form von Verschieberitis, nur dran denken statt zu tun.

    Grüße! N.

    AntwortenLöschen
  3. Zu putzlastig? Hihi, glaube ich nicht. Ich habe ein groooßes Haus mit 3 Mitbewohnern, die Unordnung machen, wie eine ganze Kompanie. Mindestens. Und Wäsche. Und Müll. Den Garten habe ich da noch gar nicht mit drin, der ist auch recht groß. Wenn ich mir so deine Bilder von deiner Wohnung angucke, ist die immer tiptop und piccobello! Das macht sich doch auch nicht von allein, oder?
    Wenn etwas gar nicht mehr zu verschieben ist, mache ich es natürlich. Aber dann halt oft "auf den letzten Drücker" und das macht mir dann halt auch wieder Streß. Ich würde das alles gerne ein bißchen entspannen. Diese Visualierungs-Sache ist gar nicht so übel. Ob es dauerhaft hilft, weiß ich nicht, aber mein Badezimmer ist jetzt blitzblank... :)
    LG Eva

    AntwortenLöschen
  4. Ich schiebe immer diese organisatorischen Sachen vor mir her. Ablage, Buchhaltung... also nicht der Kram, der brennt, sondern das, was liegen bleiben kann... *grmpf*

    Beim Haushalt habe ich einen festen Plan. Am Freitag ist z.B. das Bad dran. Am Mittwoch der Boden. Ich halte mich nicht sklavisch dran und tausche auch mal Tage aus, aber das klappt ganz gut.

    LG

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. So geht das mit dem Putzen bei uns auch, einmal in der Woche gründlich (meistens freitags oder samstags) zu zweit - der Ehemann und ich gemeinsam. Und einmal in der Woche (meist dienstags) nur übern Markt geputzt. Jeder räumt seine Sachen eben wieder weg nach Gebrauch. War ein steiniger und nerviger Weg dahin, funktioniert aber gut.

      Löschen
  5. ich denke das muss jeder so angehen, wie er gestrickt ist. mich würde eine liste, ein plan ausbremsen. allein die liste führen kostet zeit, das wär mir zu schade. was den haushalt angeht hab ich zwar keinen plan aber ich putz einmal in der woche, was so nötig ist, feinschliff nur wenn ich seh, dass es mich stört (fensterputzen, schränke auswischen etc.). eine bestimmte zeit dafür gibt es nicht, mal abends mal samstag morgens, wies halt passt. beim papierkram schiebe ich aber bis es nicht mehr geht. rechnungen werden zwar gleich bezahlt, aber abgelegt oft erst nach einem 1/2 jahr. da ich mir nichts vornehme, bin ich auch nicht gestresst, wenn was dazwischen kommt, mit dem ich nicht gerechnet habe. das geht natürlich erst, seit meine kinder erwachsen sind. früher hatte ich schon pflichten, die ich zeitlich einhalten musste, wenn auch zähneknirschend. wenn du dir einen plan machst, vergiss nicht ein paar musestunden nur für dich einzutragen. lieben gruß von sabine

    AntwortenLöschen
  6. Irgendwie ticken wir hier alle ziemlich ähnlich, oder sehe nur ich das so?

    AntwortenLöschen
  7. Zufällig auf deinen Blog gestoßen, möchte ich auch zu diesem Thema meine Vorgehensweise schildern: ich habe einen festen Rhythmus, der gibt mir Halt und Struktur. Morgens um 7.00 erst Zeit für mich und mein Frühstück, dann duschen und anziehen. Danach mache ich bis10.00 Uhr den Haushalt, jeden Tag. Diese Regelmäßigkeit hält mich von den Ablenkungen (Facebook, Blog) ab!

    Danach arbeite ich von zu Hause aus. Für alle sonstigen Erledigungen habe ich auch eine Todo-Liste. Manchmal schreibe ich die Dinge auf einzelne Karten und wähle mir eine aus, die anderen bleiben dahinter, dann sehe ich sie nicht und machen mir keinen Druck/Stress.


    So hat jeder seine Methode :-)

    Liebe Grüße
    Helga

    AntwortenLöschen

Über nette Kommentare freue ich mich: