Sonntag, 29. Juli 2012

Emotionaler Supergau

Emotionaler Total-Absturz und das gleich am ersten Urlaubsabend. Das kriege auch nur ich hin. Andererseits vielleicht auch gut, so gleich am Anfang. Es haben sich viele viele kleine und größere Frustrationen zu einer großen Gewitterwolke geballt und die hat sich gestern entladen. Dann noch der Krach mit meinem Göttergatten und peng, da sitzt sie wieder, die ratlose Eva mit einem verwirrten Gemütszustand.

Solche Debakel sind für mich allerdings auch immer ein Anlaß, über mich nachzudenken. Diesmal hat es zu dem eindeutigen Schluß geführt, dass ich mich meistens (eigentlich immer) minderwertig fühle, weil ich selbst  mit mir nicht zufrieden bin. Das erstreckt sich auf alle möglichen Bereiche. Ich bleibe weit unter meinen eigenen Ansprüchen und Möglichkeiten und hoffe, dass mir andere auf die Sprünge helfen. Dass sie sozusagen immer mitdenken. Da das nicht passiert, fühle ich mich schlecht. Wenn dann noch Kritik hinzukommt und andere Schwierigkeiten wie zum Beispiel, wieviel Urlaubsanspruch habe ich eigentlich, dann verunsichert mich das sehr. Ich hoffe immer auf "die gute Seite" im anderen, aber da kann man wirklich lange warten. Auch Entscheidungen werden mir nicht abgenommen, die muss ich schon selbst treffen. Und dann auch mit evtl. Kritik klarkommen. Außerdem neige ich sehr zum Vergleichen und - wer hätte das gedacht - ich schneide dabei natürlich immer schlecht ab. Soweit zum Status Quo. Die gute Fee, die mit ihrem rosa Zauberstab einmal wedelt und alles wieder gut macht, die gibt es leider nicht. Ist wohl auch eine ziemlich kindliche Erwartungshaltung. Tja, so bin ich.

Ich habe mich in den letzten Wochen leider ziemlich hängen lassen, viel mehr als nötig gearbeitet und nicht wirklich gehandelt. Das mir das nicht gerade Anerkennung einbringt, ist irgendwie klar. Wie sollen meine "Gegenübers" mich gut finden, wenn ich es selbst nicht tue?

Also, mal wieder alles auf Anfang und von vorn. Ich könnte mir ja mal "Eva, du bist in Ordnung und du schaffst das" an die Wand tapezieren. Vielleicht hilft's.

Ich muss mich ändern, denn die anderen tun es nicht. Ich muss und ich will. Ich muss mit mir klarkommen, dann klappt (vielleicht) auch der Rest. Himmel, irgendwie ist diese momentan Phase eine der bisher schwierigsten im Leben. Als Frau älter zu werden, die Kinder gehen zu sehen, das Desinteresse der anderen an der eigenen Person zu akzeptieren, das ist gar nicht leicht. Ich bin nicht  der Mittelpunkt der Erde, ich war es nie und werde es nie sein. Nur für mich bin ich so wichtig, dass ich mir all diese Gedanken mache und die anderen vielleicht wirklich gar nicht verstehen, was in mir vorgeht. Die vermutlich komplett andere Gedanken haben und mit mir überfordert sind.

Also, es bleibt spannend. Jetzt koche ich mir lauwarmen Tee, mache ein gesundes Essen, achte auf nicht zu große Portionen und werde nachher meinen Hintern in Sachen Sport aufschwingen. Falls nicht, dürft ihr mich in denselbigen treten.

Alles klar? Bis später.


Kommentare:

  1. Liebe Eva, hast du dich mittlerweiler einmal mit der mentalen Resonanz Methode beschäftigt? Ich setze gleich noch einen Artikel dazu auf meinen zweiten Blog. Ich kann dir die Methode nach wie vor nur ans Herz legen, für solchen emotionalen Supergau. Liebe Grüße Biofee

    AntwortenLöschen
  2. vielleicht ist das mit dem spruch an der wand gar keine so schlecht idee! ich würde draufschreiben: eva, du bist klasse,so wie du bist! du machst das gut!
    gesteh, dir doch zu, dass du mal was nicht weißt, nicht kannst, keine lust zu hast. das geht uns doch allen so. gerade, wenn die kinder erwachsen werden, wirft uns das auf uns zurück und lässt uns unser leben und auch unsere partnerschaft neu überdenken - zumindest empfinde ich es so. ich denke aber auch, dass es eine chance ist, aus alten modellen auszusteigen und neue zu versuchen. veränderungen sind nun mal mit verunsicherung, vielleicht sogar mit kummer und mit angst verbunden, sie bringen uns aber auch voran. und du bist der mittelpunkt deiner welt, wer denn sonst!
    lieben gruß von sabine

    AntwortenLöschen
  3. Alle sagen dir jetzt, dass das ganz normal ist, dass du aus der Spur bist, weil dein Leben es auch ist (Klimawechsel kündigt sich an, Kinder gehen aus dem Haus, mit dem Partner läuft Alltag eher nebenher als gemeinsam, die eigenen Ansprüche steigen, das eigene Leistungsvermögen sinkt). Da ist natürlich umdenken, umstrukturieren und neu justieren angesagt. Das weißt du alles selbst. Auch, dass alle anderen Frauen und Mütter das genau so durchleben.
    Trotzdem ist es für DICH einzigartig. Und es ist blöd, weil du das nicht so willst (ich das nicht so wollte). Die ersten Schritte hast du längst hinter dir: Erkenntnis, Zieldefinition. Jetzt musst du nur noch deinen eigenen Weg zu deinen Zielen gehen.
    He! Du bist jung! Lass dir Zeit und geh die kleinen Schritte und versuche mal den Weg zu genießen. Rechts und links wachsen nämlich oft ganz ungeahnte Blumen. Menschen, die du früher gar nicht wahr genommen hast, sind plötzlich für dich da oder interessante Partner (für ein Gespräch, einen netten Abend, Kino, Kunst ... Garten ... ach, tausend Sachen). Dinge, an die du früher nie gedacht hast und die dir jetzt Spaß machen. Andere Orte, andere Zeiten.
    Egal wohin du fliehen willst - dich selbst nimmst du immer mit. Lerne einfach mal, zuerst das Schöne an dir zu sehen. Beispiel: du postest ein Foto, ich sehe die supertolle neue Frisur - und du antwortest, dass du erst jetzt siehst, dass die Hose dich unvorteilhaft zeigt. Also erst mal, hab ICH da nichts unvorteilhaftes gesehen (auch beim noch mal nachschauen nicht) und zweitens scheinst DU völlig blind für deine Vorzüge zu sein. Lerne dich zu lieben. Du wirst staunen, wie schnell es auch die anderen tun.

    Grüße! N.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Liebe Nelja,

      dieses Mal vertue ich mich nicht. Meine Antwort
      ist für dich. Natürlich ist sie auch für Eva bestimmt.

      Zuerst spreche ich dir meine Anerkennung für
      deine unermüdliche Hilfe an. - Allerdings glaube ich, dass Eva das nicht umsetzen kann.

      Du bist ein anderer Typ.

      Wie verschieden die Menschen sind, sehe ich bei
      Scheidungen. Manche heiraten immer wieder. Andere
      sind nach der ersten Scheidung so bedient, dass
      sie nie mehr heiraten.

      Eva schreibt äußerst interessant. Sehr gern lese
      ich bei ihr. Allerdings habe ich das Gefühl, dass
      ich ihr nicht helfen kann.

      Es gibt Probleme, mit denen man leben muss.

      Einen guten Abend wünscht dir
      Elisabeth

      Löschen
    2. Da oben muss es statt "an" "aus" heißen.
      Ich bin schon müde.

      Löschen
    3. Eva ist ein völlig anderer Typ als ich, das stimmt. Aber glaub mir, Elisabeth, die Eva kann!!! Die hat schon so viel geschafft auf IHREM Weg. Manchmal sieht sie es nicht, aber meistens schon. Das hier klingt nämlich schon ganz anders als noch vor einem halben Jahr.
      Und: sie WILL sich nicht passiv fügen sondern ihre Unzufriedenheit aktiv angehen. Es gibt Probleme, mit denen muss man leben. Dieses hier gehört aber nicht dazu. Da vertraue ich der Eva ganz und gar.

      Löschen
    4. Liebe Nelja,

      ich traue Eva auch genug zu, aber an den Strukturen unseres Lebens können wir nicht
      viel ändern.
      Jeder hat Höhen und Tiefen.
      Glücklich werden wir hier auf Erden nie.
      Darum träumen ja viele von einem Paradies
      im Jenseits.

      Eva sieht vorrangig das, was ihr fehlt.
      Sie sollte sehen, was sie hat:
      gutes Aussehen, netten Mann, liebe Kinder,
      genug Geld etc.

      Und es ist doch sehr erfreulich, dass ihre
      Kinder so begabt sind. - Wenn ich dann lese,
      dass andere erst mit 20 oder 21 ihr Abitur
      schaffen, dann denke ich, dass man sich auch
      über intelligente Kinder freuen kann.

      Ich wünsche jedenfalls, dass dein Optimismus
      Eva hilft.

      Alles Liebe
      Elisabeth

      Löschen
  4. Danke euch beiden. Auch gesunde Skepsis ist ok. Ich finde allerdings schon, dass man auf Erden glücklich sein kann und auch sollte. Glück ist halt für jeden was anderes. Darüber muss man sich erstmal Gedanken machen. Oder könntet ihr das sofort beantworten? Natürlich steht Gesundheit an erster Stelle und Gesundheit für die Lieben und Frieden und Gerechtigkeit für die Welt. So. Na klar. Aber wenn wir den Kreis kleiner ziehen und uns auf uns selbst besinnen, dann wird's schon schwieriger. Ich habe mir einfach ganz lange keine Gedanken darüber gemacht, alles so genommen wie es kam, hat meistens mehr oder weniger gepasst. Jetzt paßt es nicht mehr, darum meine Gedanken. Und ja, ich schaffe das. Natürlich freue ich mich über meine intelligenten Töchter und ich bin mir auch sehr darüber bewußt, dass ich einen guten Lebensrahmen habe. Genau das schürt aber auch Ängste. Verlustangst. Fragen nach dem Sinn dahinter. Und besser geht immer. Das hat meiner Meinung nach nichts mit Unzufriedenheit zu tun. Das ist einfach ein natürlicher Prozeß. Man kann sich vielleicht mit 80 auf dem Erlangten ausruhen. Aber jetzt noch nicht. Ein bißchen was geht noch. (Das hat auch rein gar nichts mit materiellen Dingen zu tun. Nur mit einem selbst). Ich freue mich sehr über den Austausch mit euch allen. Ihr helft mir sehr. Gerade weil wir alle unterschiedlich sind. Das ist genau das Interessante!
    Einen schönen Sonntag Abend!
    LG Eva

    AntwortenLöschen

Über nette Kommentare freue ich mich: