Donnerstag, 3. Mai 2012

Schönheit - Was ist das?

Diese Frage beschäftigt mich immer wieder. Es gibt eine innere und eine äußere Schönheit. Das ist unbestritten. Wenn man sich mit der äußeren Schönheit befaßt, wird man oft als oberflächlich und dumm abgestempelt. Warum eigentlich? Weil nur die innere Schönheit zählt?

Ich finde, beide zählen! Idealerweise geht die innere mit der äußeren Schönheit einher. Natürlich sind  Intelligenz, Wissen, Charakter, Charisma, Humor, Treue, Ehrlichkeit, Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft und Lebensweisheit absolut erstrebenswerte Eigenschaften. Ein Mensch, der dieses alles hat bzw. zumindest versucht, all das umzusetzen, ist sicherlich schon so super interessant und bemerkenswert.

Trotzdem sind wir Menschen mit verschiedenen Sinnen ausgestattet: Sehen, Hören, Riechen, Gleichgewicht, Schmecken und Fühlen. Und normalerweise (in 90 % aller Fälle) sieht man sich irgendwann zum ersten Mal (es sei denn, man lernt sich über das Internet und das Schreiben kennen, aber das klammern wir mal aus, denn selbst dann muß man sich irgendwann "zu erkennen geben"). Also, allermeistens ist die Optik die erste Kontaktaufnahme.  Man sieht sich zum ersten Mal.  Und in diesen ersten Sekunden findet eine unbewußte Beurteilung statt. Da weiß man noch gar nichts über Charakter usw.  Was sagt uns das? Sollten wir aussehen wie Quasimodo, der sicherlich auch sehr liebenswert war? Ich finde, eher nicht.

Außerdem - und auch das ist ein riesiges Themengebiet, das mich sehr interessiert - gibt es die Schönheitsbemühungen schon seit Anbeginn der Menschheit. Angefangen mit der Grundhygiene - Tiermütter schlecken ihre Jungen ab oder Affen lausen sich gegenseitig - finden sich sehr viele Schönheitsbemühungen schon im alten Ägypten oder im alten Rom. Das alte Ägypten war eine der ersten Hochkulturen:  es war ein Streben nach Vollkommenheit - zusammengesetzt aus körperlicher Schönheit und innerer Schönheit, um den Göttern gleichzukommen. Sogar nach dem Tod wurden die Menschen einbalsamiert und "schön gemacht", es steckt also auf jeden Fall sehr viel mehr dahinter als plumpe Oberflächlichkeit.

Schon in der Antike wurde Wert auf schöne Schmuckstücke und kunstvolle Frisuren gelegt. Die ersten Kosmetika in Form von in Asche getauchten Zweigen, oder durch Lippenfarben durch aufgelöste Mineralien waren geboren. Die Römer bauten Therme und Badehäuser und später im Barock gab es üppige Kleider und Mieder und Perücken.

Was sagt uns das? Die menschliche Kultur und Entwicklung wurde schon immer durch die sogenannten "Äußerlichkeiten" geprägt. Sie gehören einfach dazu.

Ich sage nicht, dass sie ausschlaggebend sind, aber auf jeden Fall abrundend und ergänzend für jede Persönlichkeit. Jeder noch so intelligente, außergewöhnlich begabte, Gutes tuende Mensch profitiert auch von einer äußereren Schönheit. Weil wir Menschen nunmal sehen können. Wenn wir das nicht tun sollten, hätten wir diesen Sinn nicht erhalten.

Also, liebe Leute, die Grundvoraussetzung ist die innere Schönheit, keine Frage. Sie ist sozusagen der Kern, die Mitte. Aber ohne adäquates Drumherum verliert sie einfach an Aussagekraft. Ein gepflegtes und attraktives Äußeres ist kein blöder oberflächlicher Luxuskram oder irgendein überflüssiges Chi-Chi, sondern gehört genauso dazu. (Wenn es nach mir ginge, müßten auch alle Menschen zusätzlich gut riechen, aber man kann ja nicht alles haben, oder doch??).

Laßt uns doch an dem arbeiten, zu dem wir alle gedacht sind: Wertvolle, integre, einzigartige, intellektuelle und attraktive Menschen! Mit Energie, Ausstrahlung, Charme und Schönheit. Nicht einen Millimeter drunter! Mir gefällt dieser Gedanke sehr!

Kommentare:

  1. dankeschön, mit deinem kommi hast du mir den tag gleich versüßt :D wie es halt so ist, man zweifelt schließlich immer an sich.

    ja, die sache mit der schönheit... wenn das mal so einfach wäre. aber mit dem riechen geb ich dir absolut recht. ich erwarte nicht unbedingt leckeres parfum, aber duschen und deo auftragen sollte heutzutage schon bei jedermann drin sein... aber nein, tag für tag lernt man gegenbeispiele kennen.

    alles liebe!

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  2. Da können wir noch so schön daher reden von inneren Werten und so ... wenn du jemanden neu kennenlernst, hast du nur drei Sekunden Zeit. Und jetzt möchte ich den sehen, der dann innere Schönheit erkennt. Man sieht: ich bin groß, schlank, blond und lächle. Punkt. Vielleicht habe ich noch Zeit, meine Stimme ins Spiel zu bringen. Aber nicht für mehr als für ein "Hallo!" Es gibt keine zweite Chance.
    Schöne Menschen, also solche, die in das gerade herrschende Schönheitsideal passen, haben es definitiv leichter in ihrer Gesellschaft. Jeder schließt vom Äußeren erst mal auf den Kern. Wir haben ja auch keine andere Möglichkeit. Das heißt, das Äußere macht erst mal die Tür auf. Ob man dann auch herein gebeten oder drin gelassen wird, ist dann nicht mehr allein schönheitsbestimmt (zum Glück).
    Über diesen Türöffner (oder den Mangel daran) regen sich aber immer nur die auf, die nicht schön sind (im jeweils geltenden Standard). Es ist nun mal so. Die Schönen haben sich das auch nicht ausgesucht. Aber sollen wir uns jetzt alle erst mal häßlich machen, um die gleichen Startbedingungen zu haben?

    Das mit dem Riechen ist so eine Sache. Wir verströmen ja alle Pheromone. Und da können sich manche eben riechen und manche nicht. Im Tierreich bestimmt das oft die Familienzusammengehörigkeit.
    Alles andere, Geruch nach altem Schweiß, Essensresten ... was weiß ich, ist wieder eine andere Geschichte. Ungepflegte Leute sind eine Kategorie für sich. Das hat dann was mit Persönlichkeit zu tun, nicht mit Schönheit.

    Grüße! N.

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    1. Das hast du schön kommentiert! Ich sehe das auch so. Schöne Menschen haben es definitiv zunächst einmal leichter, beweisen müssen sie sich natürlich trotzdem oder erst recht. Nur schön reicht nicht (Gott sei Dank). Allerdings erlebe ich auch, dass gerade attraktive und charakterschöne Menschen oft sehr angegriffen werden. Wenn sie dann auch noch intelligent sind, wird sofort was Schlechtes gesucht, anstatt einfach zu sagen, Mensch, was ist das für ein beeindruckendes Wesen! Ich kann andere gut loben und sie auch durchaus bewundern, muß andere nicht kleinreden. Im Gegenteil, mich zieht sowas eher mit und es bringt mich in meinen eigenen Bemühungen voran. Aber die Menschen sind halt verschieden.
      Was ich eigentlich mit dem Post ausdrücken möchte ist, dass wir durchaus zu unserem Streben nach Schönheit, Attraktivität und Gepflegtsein stehen sollten und sagen: "Ja, ich will auch hübsch aussehen. Zusätzlich zum ganzen Rest (Klugheit, Charakter usw. usw.)." Deswegen bin ich oder sind wir keine oberflächlichen Schönheitspüppchen, das gehört zu einer Persönlichkeit einfach dazu. (hihi, Angela Merkel könnte das auch mal lesen... Das war jetzt gemein, ich weiß. War nicht so gemeint Angie!!!).

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  3. Das hast du schön formuliert!
    Ich glaube wir Frauen sind auch einfach darauf angelegt, nach "Schönheit" zu suchen - in allen Lebensbereichen. Ob es das eigene Aussehen oder Deko ist.

    Aber mit der "äußeren Schönheit" ist es schon schwierig. Mir gefällt, dass du eher von "Gepflegtsein" sprichst, "das Beste aus sich machen". Denn manches lässt sich nunmal nicht ändern.

    Liebe Grüße

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    1. Nach Schönheit suchen... Das gefällt mir, denn ich glaube, das ganze ist ein Prozess, der immer im Fluß bleibt. Ich meine "Schönheit" wirklich ganz allgemein, nicht irgendein Schönheitsideal. Denn was für den einen gilt, kann beim anderen ganz anders sein. Vielleicht sollte man wirklich sagen: Das Beste aus sich machen. Denn das kann nun wirklich jede(r). Aber wie Nelja sagt, man hat zunächst einmal ein paar Sekunden. Und die entscheiden oft, ob man den anderen näher kennenlernen möchte oder nicht. Auch wenn man demjenigen vielleicht erst einmal Unrecht tut. Ein riesiges Thema, da fällt uns allen bestimmt noch viel dazu ein.
      LG Eva

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  4. tja, zwar springen wir auf schönheit, oder ich möchte lieber sagen attraktiviät sofort an und beachten unscheinbare menschen, wenn überhaupt erst auf den zweiten blick. was aber wenn die schönheit nur eine hülle ist, und der mensch dahinter im besten fall fade und langweilig, im schlechtesten fall eine fiese nudel ist? natürlich hilft uns gutes (und gepflegtes) aussehen den fuß in die tür zu bekommen, aber dann muss der rest eben auch stimmen. ich mag vor allem authentische menschen, die sich nicht verbiegen, die so sind, wie sie aussehen, und die vor allem sich nicht von irgendwelchen leuten (zeitschriften, fernsehen oder der sogenannten gesellschaft) sagen lassen, was gutes aussehen ausmacht. schönheit liegt im auge des betrachters (sagt ich weiss nicht wer?), und sieht man vom kritischen ersten blick einmal ab, findet man schönheit/attraktivität, wenn man sie finden will, bei menschen, die sich selbst treu sind. da du meinen blog kennst, weisst du, dass ich durchaus eitel bin, aber mehr noch als gut auszusehen, wünsche ich mir eine "type" zu sein. lieben gruß von sabine

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