Sonntag, 13. Mai 2012

Probleme waren gestern, ab heute gibt es Herausforderungen!

Ich bin seit kurzem Leserin der "Turbulenten Großfamilie"http://feierdentag.blogspot.de , die momentan im Begriff ist, sich weiter zu vergrößern. Ich hatte schon immer großen Respekt vor Frauen, die eine Großfamilie managen und dabei nicht verhärmt und verbittert werden (ein Exemplar dieser Sorte wohnte bei uns in der Nachbarschaft), sondern sympathisch und positiv den Alltag meistern. Die gerne und engagiert ihre Mutter-Rolle erfüllen. Ja, liebe Andrea, ich rede von dir. Ich habe "nur" zwei Kinder, aber ich weiß, wie unendlich anstrengend es ist, wenn ein Kind krank ist. Meine beiden waren das die ersten fünf Lebensjahre quasi abwechselnd. War die eine auf dem Wege der Besserung, fing die zweite von vorne an.

Tochter 1 tendierte zu Mandelentzündungen und Bronchitis, Tochter 2 zu Mittelohrentzündungen und Magen-Darm-Infekten. Wenn das so war, wußte ich, es heißt für mich, tagelang an die Wohnung gefesselt zu sein, die fiebernden Kinder zu versorgen (beide haben viel erbrochen, wenn sie Fieber hatten), wenig zu schlafen, nachts Bettwäsche zu wechseln, Spuckschüsseln zu halten und zu hoffen, es möge schnell vorübergehen. Ich hatte  keine Familie in der Nähe, mein Mann war viel unterwegs. Allein die Erinnerung daran finde ich schlimm. Zum Glück waren beide nie ernsthaft bedrohlich krank, aber doch irgendwie dauernd. Das hat an den Nerven gezehrt, denn zum körperlichen Einsatz zur Versorgung der Kinder kam ja noch die Angst (um nicht zu sagen, manchmal auch Panik), es könne doch etwas schlimmeres sein. Das war manchmal so anstrengend, dass ich abends nur noch geheult habe. Und was tust du? Du sprichst von Herausforderungen, das hat mich sehr beeindruckt.

Mit einem einzigen Satz hast du mir tagelang zu denken gegeben. Du hast nach einem recht stressigen Tag geschrieben: "Mal sehen, welche Herausforderung morgen kommen" (oder so ähnlich, sinngemäß). Du hast ganz ruhig und sachlich und unglaublich klug von "Herausforderungen" gesprochen und nicht von unlösbaren Problemen oder Ärger oder Streß. Das hat mit unheimlich beeindruckt und dreht die ganze Situation komplett um. Selbst wenn der Alltag anstrengend, nicht vorausplanbar und alles andere als stressfrei ist, siehst du das als Herausforderung, und das ist in letzter Konsequenz nur positiv. Herausforderungen sind da, um sie zu meistern, sie fordern uns, aber man kann sie schaffen. Sie beleben den Alltag und lähmen ihn nicht. Wenn man von Problemen spricht oder von Streß, dann ist das sehr negativ behaftet und man resigniert eher.

Und als ob das Schicksal mir was sagen will, steht in meinem so geliebten Lebensfreue-Kalender (nochmal danke Soleil!!) :

Begegne jedem Problem mit der Haltung: "Ich bin stärker als du. Ich werde eine Lösung finden."


Vielleicht hast du auch schon einmal gedacht "Das schaffe ich nicht. Das ist zu viel für mich". Die Folgen waren wahrscheinlich, dass du dich hoffnungslos, schwach und hilflos gefühlt hast. Und doch hast du die Krise gemeistert. Mehr Kraft und Mut bekommst du, wenn du dir die Einstellung zulegst: "Ich weiß zwar noch nicht wie, aber ich werde einen Weg finden. Es gibt immer eine Lösung". So wirst du dich auf die Suche nach einer Lösung machen, vielleicht andere Menschen um Hilfe bitten oder deine Kreativität aktivieren.


Ich finde diese Gedanken wirklich erstaunlich hilfreich. Statt zu denken: "Oh nee, ich muss noch dies oder das tun, da hinfahren, das erledigen, wäääh", kann ich genauso denken: "ich schaffe das auf jeden Fall, wär doch gelacht". Da fällt mir doch glatt das alte, aber sehr wahre Lied von Rolf Zuckowski ein: "Ich schaff das schon, ich schaff das schon, ich schaff das ganz alleine..." Ist doch eine ganz andere Perspektive, oder?

Also, Probleme waren gestern, ab heute gibt es Herausforderungen.

Oder wie sagt Bob der Baumeister: "Yo, wir schaffen das". Weisste  Bescheid!!

Kommentare:

  1. Ein tolles Posting! Es hilft manchmal über den eigenen Tellerrand zu gucken... Rückt einiges wieder zurecht.

    LG

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    1. Ja, ist so. Ich arbeite sehr an meiner "inneren" Haltung, jeden Tag! Es hilft mir aber sehr, darüber nachzudenken!!

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  2. Mensch, ganz lieben Dank für das Posting. Das habe ich so noch nie gesehen.

    Viele liebe Grüße an dich
    Andrea - die Großfamilienmama ;-) heute mit einem Durchfallkranken Kind als Nachklang des Magen-Darm-Viruses

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    1. Oh "toll", aber : Yo wir schaffen das. Wir waren mal im Skuiurlaub, das war das Jahr, als fast alle Durchfallmittel in den Apotheken vergriffen waren. Die Große (damals 6 Jahre alt) hat angefangen und mit ein paar Stunden Verzögerung kam die Kleine. Sie saß auf der Toilette mit dem Kosmetik-Mülleimer in der Hand für die "oberen" Auswürfe. Die Ferienwohnung hatte damals Gott sei Dank, zwei Bäder, sonst wäre das gar nicht gegangen. Der nächste war mein Mann. Weil wir ja wieder heimfahren mussten, haben wir Schüsseln für jeden gekauft, ich bin gefahren, mit drei "kotzenden" Personen, es war die Hölle. Daheim angekommen, hat es mich erwischt. So als ob ich solange funktioniert hätte. Aber auch das haben wir überstanden, so furchtbar es war. Es gibt schlechte Zeiten und dann kommen wieder bessere. Ich glaube da ganz fest daran.
      Ich wünsche dir einen schönen Muttertagsausklang, du hast es verdient.
      LG Eva

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  3. Hallo Eva,

    ein wirklich toller Post. Du gibst mit deinem Post auch mir wieder Kraft, denn das was du beschreibst, kranke Kinder mit allem Drum und Dran, durchlebe ich gerade wieder einmal. Ich müsste es ja besser wissen, alles wird gut. Aber die letzte Zeit jagte ein Hammer den nächsten und da dachte ich wirklich, hört das denn nie auf? Danke du hast mich auch wach gerüttelt, denn eigentlich bin ich nicht so, aber ich hatte einen Durchhänger. Das hört jetzt auf, ab heute wird wieder fröhlicher gedacht.
    GLG

    Barbara

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  4. Ja, darum bemühe ich mich auch. Es ist teilweise einfach anstrengend und nervenzehrend, aber es geht vorbei. Ich denke, es gibt im Leben immer wieder "blöde" Situationen. Die können wir nicht ändern, aber unsere Einstellung dazu schon. Ich freue mich,dass ich dich inspirieren konnte. Ich wünsche dir ganz schnell wieder Besserung und wieder ruhigere Zeiten!!
    LG Eva

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Über nette Kommentare freue ich mich: