Freitag, 20. April 2012

Ich brauche kein Haus - ich ziehe in meiner Küche ein

Wie oft am Tag räumt ihr die Küche auf? 3 x ??? Womöglich 4 x ? Ich irgendwie dauernd.

Die erste Mahlzeit am Tag ist das Frühstück. Da stelle ich immer alles hin, was gerade so gewünscht wird. Momentan hoch im Kurs: Quark mit frischen Erdbeeren (eine Tochter), Brötchen mit Nutella (andere Tochter), Brötchen mit Schinken (Göttergatte), Quark mit Heidelbeeren (ich), außerdem Kaffee und Orangensaft. Das ist die Grundausstattung. Wahlweise kommt noch Käse dazu oder Wurst, um Schulbrote zu machen, Äpfel oder Trauben usw. Auf jeden Fall wird morgens so kurz nach acht, wenn alle erstmal weg sind, wird das erste Mal die Küche aufgeräumt. Inkl. Spülmaschine ausräumen oder evtl. anstellen.

Wenn ich mittags arbeiten muß, koche ich schon recht früh, damit die Mädels was zum Aufwärmen haben. Wenn nicht, dann koche ich so gegen halb zwölf, damit wir alle mehr oder weniger gemeinsam Mittag essen. Danach: Zweites Mal aufräumen.

Bin ich mittags nicht daheim und die Mädels wärmen sich ihre Sachen selbst auf, kann ich sicher sein, dass das meiste noch rumsteht, wenn ich heimkomme. Selbst wenn sie ihr Zeug in die Spülmaschine packen, dann bleiben doch die Töpfe stehen. Oder die Spülmaschine ist nicht ausgeräumt, dann bleibt alles stehen. Oder, wie letzte Woche (ich war extremst genervt), bleiben gleich die ganzen Essenreste stehen: sprich, Kräuterquark, Krabben, Buttermais und Schinkenröllchen. Nicht im Kühlschrank!!! Die Pellkartoffeln auch nicht.
Also, zum dritten Mal aufräumen (die Reste vom Mittag), bevor man zum Abendessen übergeht.

Ich weiß, ich habe zwei große Töchter und die könnten doch... Aber sie tun es nicht. Vergessen, keine Zeit, muß lernen, muß weg, wollte gerade..., bin leider auf dem Sofa eingeschlafen usw. usw. Ist so, ich kann mir den Mund fusselig reden.

Dann wie heute: Ein Tochterkind kommt von der Schule heim und will Kuchen backen. Kommt öfters vor, sie backt gerne und gut. Danach, ihr ahnt es schon: Küche voller Backuntensilien, Herd auch, alles steht rum, wer räumt auf?

Dann gegen halb fünf: Der kleine Hunger zwischendurch. Es soll Erdbeeren geben. Ok,  irgendwie sind die danach überall, auf der ganzen Arbeitsfläche. Also: Aufräumen, abwischen (den inzwischen mehr als vollen Mülleimer leeren), die Fingertapser am matten Edelstahl beseitigen, die verstaubte Dunstabzugshaube sehen und ignorieren und genervt aufs Sofa plumpsen. Wir sind inzwischen bei fünf mal. Abendessen noch gar nicht eingerechnet. Es nervt mich gerade!!

Hundert mal am Tag das gleiche und schwupps - steht schon wieder was rum, oder klebt schon wieder was oder ist die Spüle schon wieder voll mit allem möglichen Krams. Klar, es ist eine Küche, aber irgendwann sollte man doch sehen, dass ich sozusagen "daueraufräume".  Ich denke oft, wenn mal jemand unangemeldet kommen würde, der würde sicherlich denken, was treibt die denn den ganzen Tag, könnte sie nicht mal die Küche aufräumen? Das ist meine Haupttätigkeit, ehrlich. Aber es hält nie lange an.

Gerade kam noch ein Guß auf den Erdbeerkuchen, 3 x dürft ihr raten? Topf, Geklecker usw.: es ist aufräumen und abwischen angesagt.

So, mein Mann ist gerade gekommen: Wir bestellen heute abend Pizza! Yeah, außer Kartons rausbringen bleibt die Küche (einigermaßen) ordentlich.

Ich glaub, ich zieh da ein. Wäre irgendwie einfacher!

Kommentare:

  1. Es wird nicht besser werden. Da muss ich dir leider jede Hoffnung nehmen. Ich bin jetzt in der Woche oft ganz alleine in der Wohnung - und trotzdem muss ich täglich in der Küche rum putzen. Ok, ich mache mir jetzt auch nicht nur schnell ein Brot oder nehme den Joghurt aus dem Kühlschrank, sondern schnippsele mir Salat oder koche mir eine Suppe.
    Was allerdings anders ist, das Sieb in der Spüle ist sauber, keine Brotkrümel liegen rum, keine Klebespuren am Kühlschrankgriff und nichts, was ich nicht selber gekleckert habe. Das macht es nämlich so nervig, dass man irgendwie die einzige ist, die den Dreck wegräumt und alle anderen ständig Dreck machen. Und das wird besser. Sowohl durch gezieltes und KONSEQUENTES Aufgaben verteilen (wobei man da ja auch ständig die Einhaltung kontrollieren und einklagen muss) und letztendlich den Auszug der Gladiatoren.

    Genieße das sonnige Wochenende! Grüße! N.

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    1. Darf ich dich mal fragen, wie alt deine Kinder sind? Meine beiden "Weiber" sind 18 und 15 und ständig im Streß, keine Zeit für Hausarbeit. Es ist zum Haare ausraufen. Wenn ihnen gar keine Argumente mehr einfallen heißt es: " Mutter mach dir doch nicht so nen Streß. Chill dein Leben". Ähm ja, würd ich ja gerne, aber mit ner Küche, die nicht aussieht wie nach eine Tsunami. Und dabei bin ich überhaupt nicht der Typ "Superhausfrau". Aber eine gewisse Grundordnung brauche ich auf jeden Fall.
      LG Eva

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    2. Sind ja beide schon aus dem Haus. Das Kind wird im Juli 25, der Sohn 23. Aber in jeden Semesterferien der gleiche Zauber wieder: klebrige Kühlschrankgriffe, verstopfte Abflusssiebe, bespritzte Herdplatte inklusive Umgebung ...

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    3. Genauso sieht's bei mir jeden Tag aus. Andererseits denke ich, das ist das Leben, es wäre auch komisch, wenn es nicht so wäre. Ich liebe meine Töchter, deswegen lasse ich viel zuviel durchgehen. Manchmal bringen sie mich zur Verzweiflung, aber dann denke ich wieder, ich werde sie sehr vermissen, wenn sie nicht mehr daheim wohnen. Mütter sind schon komische Wesen, oder? Süß, wie du sagst: "Das Kind wird 25". Ich war mit 23 schon verheiratet. Aber egal, wie alt meine Mädels sein werden, solange ich lebe, bleiben sie meine beiden "Babies". Wird sich wohl nie ändern...

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  2. Ich ziehe auch ein,kann ich also nachempfinden.Aber....bei uns haben auch die Kinder Küchendienst.Ich bin doch nicht der Sklave meiner Kinder.Ansonsten so rufe ich sie schön immer zurück wenn sie was stehen gelassen haben oder wenn was verschmiert ist.
    LG
    Nicole

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  3. Du hast ja so recht. Aber ich habe den Zeitpunkt wohl verpaßt, sie als kleinere Kinder in die Pflicht zu nehmen. Es sind wirklich tolle Mädchen, aber mit der Hausarbeit haben sie es beide (leider) nicht. Wenn es um den Freund geht, dann entwickelt die Große ungeahnte Kochkünste. Sie jobbt auch als Bedienung und räumt dort sogar die Tische ab und wischt (ich hab's selber gesehen!!). Sie kann's, das beruhigt mich. Die Kleine hat heute 15 Punkte in Englisch heimgebracht, das ist super. Aber in "Hauswirtschaft" müssen wir noch viel arbeiten (wird leider nicht unterrichtet). Theoretisch kann sie's auch, bloß die praktische Umsetzung hapert...
    Ich bleib dran!
    LG Eva

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    1. Ich war letztens mal seeeehr kurzfristig sowohl beim Sohn als auch beim Kind in der Wohnung - alles pikobello. Nur zu Hause fallen sie wieder in pubertäre Verhaltensweisen zurück.

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  4. Hallo ! Dieses ewige aufräumen kommt mir doch auch sehr bekannt vor ;-) Irgendwie geht das wohl jeder Mama so. Aber ich bin auch angefangen, schon Dienste zu verteilen. So deckt der Große abends immer den Tisch und das klappt auch wirklich gut. Ich bin oft mit in der Küche und bereite dann noch Salat oder Tomate mit Mozarella oder wie auch immer vor, während er deckt. Das ist eine echte Hilfe.

    Heute mittag sollte er sein Geschirr noch in die Spüli räumen, sie dann nur zumachen, das sie laufen kann. Ich komme in die Küche und die Spüli läuft natürlich nicht. Somit hatte mein Sohne heute Ausräumdienst, weil ich nämlich den Großeinkauf für die Familie erledigen musste ;-)

    Viele Grüße
    Andrea mit der großen Familie

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  5. Hallo Eva, Du sprichst mir sozusagen aus der Seele... ich kenne das alles zu gut!
    Tagesablauf heute ist bei uns so: Mutter steht früh auf, frühstückt in Ruhe etwas, wischt danach alles schön sauber (Anrichte)und beginnt ihr Tagwerk, sprich ganz normale Hausarbeit, was so anfällt. Gegen 10.00 Uhr kommt Sohnemann aus seinem Gemach runter, macht sich Frühstück. Um 11.00 Uhr erwacht dann das Töchterchen und meint, sie würde heute selbstgemachte Pommes Frittes machen... Sie ist auch tatsächlich in den Keller gegangen und hat Kartoffeln hochgeholt. Ihre Methode Kartoffeln zu verarbeiten... (ungewaschen schälen - gewaschene Kartoffeln findes sie ekelig)ist nicht die meine, aber das lernst sie sicher irgendwann noch. ls sie dabei war die Kartoffeln ind Streifen zu schneiden, meinte sie zu mir: "Mama, kannst Du schon mal die Friteuse anmachen?" - heißt für mich: Zeitungspapier holen, auf dem Terassenboden auslegen und die Friteuse anschmeißen... "kannst Du auch den Tisch decken und was leckeres (Cola?)aus dem Keller holen?" Zischendurch kam Sohnemann runter und fing an, eine Zwiebelsoße zu kochen... mit allerlei Gerät, z.B. Pürierstab... Geschmeckt haben die Fritten sehr gu, aber dreimal darfst Du raten, wer alles wieder aufgeräumt hat???? Obwohl heute Freitag ist, das Töchterchen "frei" hat und nicht mehr lernen muss und der Sohnemann auch genügend Zeit hat... Anschließend habe ich dann die Küche noch geputzt, wie auch fast täglich. Irgendwie muss ich mir aber selbst an die Nase packen, denn ich habe beide doch sehr verwöhnt in diesen Dingen und ihnen vieles abgenommen, vor allem in den Zeiten als ich noch nicht arbeitete.
    Sohnemann ist noch 23, Töchterchen noch 19 Jahre. Sie hat übrigens bis Ende August einen 400-Euro-Job als Kellnerin... da ist sie sehr beliebt und sehr fleißig... Sohnemann hat zwei Semester in München studiert, als ich ihn letztes Jahr für 4 Tage dort besucht habe, durfte ich außer duschen und still dort auf dem Sofa dort nicht, vor allem nicht krümeln und nicht mit Schuhen auf dem Laminat rumlaufen... grrr-
    Du siehst, woanders ist es auch nicht besser...
    Mach das beste daraus und versuche nicht zu perfekt zu sein. Was die Leute sagen (unverhoffter Besuch) ist mir ziemlich egal.
    LG Marita

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    1. Das ist wirklich wie bei mir. Witzig! Wenn eine Tochter kocht, dann kann sie unmöglich hinterher aufräumen, das wäre ja unfair, schließlich hat sie ja gekocht. (Bei mir gilt diese Regelung natürlich nicht). Oder wenn ich mal was von den Mädels "leihe", zum Beispiel die Kamera, dann geht das nicht ohne Belehrung: "Lad aber den Akku wieder auf, mach den Objektivschutz drauf, keine Tapser drauf machen" usw.
      Oder wenn ich im Zimmer meiner Tochter bin und was auf dem heiligen Ikea Lacktisch abstelle, dann wird sofort gebrüllt: "Mach ja keine Kratzer drauf!" ???!!!! Aber in "meinem" Wohnzimmer lackiert man die Nägel und läßt alles stehen (ich hasse das, das wissen sie, aber egal). Eigentlich könnte ich das auf alle unsere gemeinschaftlichen Räume ausdehnen (ganz besonders aufs Bad, das würde Bücher füllen) fällt mir gerade auf.
      So ist das Leben mit Kindern, was wäre es langweilig und ruhig ohne!!
      LG Eva

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    2. Das hat bei uns ganz gut geklappt, also die Sachen, die man sich "ausborgt" nach Gebrauch wieder ordentlich zurück zu legen und Bescheid zu sagen, wenn etwas alle geworden ist oder kaputt gegangen ist - da war ich wohl sehr zickig als der erzieherische Einfluss noch gut gegriffen hat.
      Und mein Rückzugsort wurde auch respektiert, so wie ich ihren ja auch geachtet habe (anklopfen, aufs Herein warten, das Bitte-nicht-stören-Schild beachten ...).

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  6. Hallo Eva,

    lese deinen tollen Post erst jetzt. Bei uns ist es fast genauso, der einzige Vorteil, bei den kleineren Kindern habe ich früher angefangen mit dem Küchendienst und du wirst es nicht glauben, bei denen funktioniert es manchmal. Aber oft ägere ich mich, weil noch nicht mal der Göttergatte es geregelt bekommt, die Milch, den Zucker, den Kaffe an Ort und Stelle zubringen, nachdem er sich seinen Kaffee gemacht hat.
    Aber weisst du das Badezimmer ist bei uns auch so ein Thema, Haarspray, Haargel, Deo, Rasierschaum und was man noch so Allles brauch, bleibt morgens stehn, grrr, das sind Handgriffe.
    Danke für diesen Post, er ging mir runter wie Öl, man ist nicht allein.
    Übrigens das mit der Pizza, haben ich auch schon praktiziert, wenn ich gerade freitags die Küche auf Hochglanz gebracht habe und ich auf Sauerei keine Lust mehr hatte:)
    LG

    Barbara

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Über nette Kommentare freue ich mich: