Sonntag, 29. April 2012

Feng Shui gegen das Gerümpel im Alltag

Ich lese gerade das Buch von Karen Kingston "Feng Shui - Gegen das Gerümpel im Alltag". Ich lese allgemein gerne solche Ratgeber, denn momentan bin ich sozusagen auf dem "Aufräum- und Wegschmeiß-Trip". Ist aber wirklich nicht so einfach, denn die meisten Dinge sind "noch gut", nicht kaputt oder so, sie waren vielleicht mal teuer oder sie waren ein Geschenk oder ich fand sie irgendwann mal schön und verbinde Erinnerungen damit. Diese Teile lagern in großen Umzugskisten auf meinem Dachboden (z.B. alte Schulunterlagen, Spielzeug der Kinder, alte Gardinen, alte Bücher und Dekokrams für Weihnachten, Ostern, Halloween usw.). Im Wohnzimmerschrank befinden sich zig Gläser, Platten und Kerzen, Krüge, wieder Dekokrams, ein teures Service das mal ein Geschenk meiner Mutter war, das ich aber nie benutze, Bestecke und was weiß ich. Der Schrank ist jedenfalls voll. Genauso im Arbeitszimmer. Selten benutzte Pizzateller, Gläser, Eisbecher, Vasen usw. usw. Wer kennt das nicht. Wenn ich irgend so ein Teil in die Hand nehme, denke ich, das ist noch gut und irgendwie wertig, nicht wertvoll, aber  es hat ja trotzdem mal Geld gekostet. Ich bin wirklich kein Sammler und Horter, aber ich habe da irgendwie eine Hemmschwelle, solche Dinge wegzuwerfen. Ich würde mir großspurig, undankbar und allsowas in diese Richtung vorkommen.

In diesem Buch werden nun viele sehr eindrucksvolle Beispiele geliefert. Eins davon ist die Tatsache, dass man bei seinem Kleiderschrank nur ca. 20 % der vorhandene Teile trägt. Und zwar immer wieder. Die anderen gar nicht bis ganz selten. Trotzdem waren sie mal teuer, modern, schön oder irgendwas. Will ich meine Schränke und auch mein Leben mit 80 % Krams vollpropfen, der mir nur im Weg rumgeht? Wäre es nicht toll, einen Schrank zu haben, in dem lauter tragbare Lieblingssachen hängen?

Einen Wohnzimmerschrank mit den benutzten Gläsern, die ich mag? Einen Küchenschrank mit zueinanderpassenden Tassen und nicht noch zusätzlich mit den restlichen übriggebliebenen Teilen, die ich seit ich selbständig bin habe und die halt noch nicht kaputtgegangen sind? Wird mir das in einer evtl. Notlage mal leid tun? Wäre ich großspurig? Fragen über Fragen.

Und über allem der erhobene Zeigefinger meiner Mutter: "Du wirst schon noch das Sparen lernen".

Trotzdem denke ich, dass ich mir nicht die Frage stellen sollte, was das mal gekostet hat, sondern was es mit bringen würde, wenn ich den freien Platz gewinnen würde. Soll ich wirklich den Osterteller für 1 Euro ein Jahr lang durch die Schränke ziehen, um ihn nächstes Jahr doch nicht mehr zu finden? Wäre es nicht besser, ihn gleich wegzuwerfen und die dadurch entstandene Ordnung zu genießen?

Die 20% / 80 % Theorie finde ich sehr nachvollziehbar. Ich will mich nicht mit 80 % Krams belasten, der mich nur behindert bzw. den ich nicht brauche.

Man lernt im Leben nie aus. Morgen gehe ich mal an meinen Kleiderschrank.

Kommentare:

  1. Liebe Eva,

    mache es so, wie es dir gut tut.

    Zur Zeit schreiben viele über das Aussortieren.
    Da muss jeder handeln, wie es für ihn richtig ist.

    Übrigens:
    Ich lese sehr viele Blogs. Dein Blog gehört für
    mich zu den interessantesten.

    In Liebe
    Elisabeth

    AntwortenLöschen
  2. Danke dir ! Ich finde mein Leben auch immer wieder überraschend und interessant, ehrlich. Nicht immer einfach und problemlos, aber so ist das nun einmal Ich werde oft darauf hingewiesen, dass ich doch sehr "ehrlich" schreibe, und gefragt, ob mich das nicht stört, falls jemand Bekanntes das lesen würde. Da muss ich sagen, nein, stört mich nicht, gerade deswegen eben. Ich kann zu allem stehen und baue kein "Image" oder sowas auf. Genau das fasziniert mich ja am Bloggen. Ich fasse meine Gedanken und Gefühle in Worte. Einfach so, wie es mir einfällt. Oft sprudelt es einfach so heraus, völlig ungeplant. Alles andere wäre mir viel zu unpersönlich. Da könnte man ja auch das Telefonbuch lesen.

    Ich freue mich immer über deine Kommentare und Gedankenanstöße!
    LG Eva

    AntwortenLöschen
  3. Liebe Eva,

    genau das ist es bei dir: Du bist absolut ehrlich.
    Noch nie habe ich einen Widerspruch bemerkt.

    Das ist bei manchen ganz anders, und dann höre ich auf.

    Ich schreibe auch ehrlich.
    Dazu bin ich sogar gezwungen. Hausbewohner lesen meinen
    Blog; Schulfreunde aus der Heimat auch. Sie würden sofort
    widersprechen, wenn es nicht stimmen würde.

    Zum Glück gibt es in den Blogs immer genug zu lesen.
    Ich bin nicht festgelegt, und deshalb sehe ich mir auch
    alles an.

    Ich wünsche dir einen erholsamen Abend und grüße dich recht
    herzlich
    Elisabeth

    AntwortenLöschen
  4. Liebe Eva... ich hab das Buch auch schon vor Ewigkeiten mal gelesen (es erschien ja das 1. Mal vor 13 Jahren! ;-))... und dann noch andere... und dieses wieder... und jedes Mal hat es mich ein Stückchen weiter gebracht, d.h. ich habe im Laufe der Jahre mindestens 10-12 Säcke mit Klamotten zur Kleiderkammer des DRK gebracht und ganz viele Dinge (teilweise Möbel, aber auch Geschirr, Küchenkram etc.)vom SecondHand-Kaufhaus abholen lassen bzw. hingebracht etc.
    ABER: Mein Häuschen ist immer noch voll vom Keller bis unter's Dach und ganz schön oft wünschte ich, es würde einen SCHLAG tun, und alles wäre leer & rein... BEFREIT vom "Kram". Damit man das nicht falsch versteht: Ich habe keine "kaputten" Sachen, aber eben Dinge -wie du es auch beschreibst!-, die ich teils aus Erinnerungen behalte, die ich aus unseren 2 Häuserauflösungen seit 2003 geerbt/mitgenommen hab & an denen mein Herz hängt, obwohl ich eigentlich den Platz dazu nicht hab... teils auch Sachen, die ich nicht einfach zum Container bringen kann, weil sie eben "noch gut sind".
    Es ist eigentlich eine Katastrophe & es belastet mich, andererseits kenn' ich Leut', die sind noch "schlimmer" als ich... ;-)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Solange gibt es das Buch schon? Ich habe es erst vor kurzem bei amazon bestellt. Egal, ist trotzdem ganz interessant,
      Da es diesen nötigen "Schlag" nicht automatisch tun wird, bleibt nichts anderes außer Ausmisten. Ich denke, kleine Schritte sind erst einmal einfacher. Klamotten wegzugeben fällt mir nicht sonderlich schwer. Bei Büchern wird es schon schwieriger. Letzte Woche war mein Bad dran (frag nicht, es war eine riesige Tüte mit angebrochenen Kosmetika, Lippenstifte, mehrere Jahre alte Lidschatten usw., Parfümflakons). Als das alles weg war, fand ich es richtig toll! Die aktuellen Sachen habe ich schön geordnet und jetzt finde ich auch alles viel schneller, ohne mich durch das alte Zeugs zu wühlen. Es gibt wirklich gute Energie, wie in dem Buch beschrieben.
      Schlimmer geht immer, aber besser auch! Also, irgendeine Ecke aussortieren, du wirst dich hinterher freuen!
      LG Eva

      Löschen
  5. Also da ist auf jedenfall was Wahres dran, besonders wenn ich mal in meinen Kleiderschrank schaue, ich hab glaube ich auch nur 20& davon an und zwar immer und immer wieder :D


    Liebste Grüße
    Ina :*

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Find ich auch. Stimmt wirklich. Ich habe heute angefangen, die 80 % auszusortieren. Manche Sachen sind noch nagelneu, nie getragen. Wie blöd, was da Geld rumhängt... Aber es ist nie zu spät umzudenken!
      LG Eva

      Löschen
  6. Hallo Eva,
    habe gerade bei Dir reingeschaut. Ich fühle mit Dir. Das was ich bei Dir so lese, könnte von mir stammen. Bei uns ist auch das ganze Haus voll und das ist sehr groß. Ich fange immer wieder an, auszumisten, aber es wird nicht weniger...Manchmal wünsche ich mir, all das nicht gekauft zu haben. Bin schon am Überlegen ob ich im Dachboden nicht mal alles zusammenstelle und dann einen Hausflohmarkt mache...
    Ich wünsche Dir einen schönen 1. Mai - bin gerade am Putzen, da ich am Samstag im Garten bei der Arbeit war und somit nicht dazukam.
    Viele liebe Grüße. Evi

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallo, ich war auch im Garten. Das hat total Spaß gemacht. Hausflohmarkt hört sich gut an, warum nicht? Einen Versuch wäre es wert...
      Ganz liebe Grüße und einen schönen Mai für dich!
      LG Eva

      Löschen
  7. liebe eva,
    ich bin durch ein anderes buch auf feng shui aufmerksam geworden, habe dann einiges darüber gelesen (auch das von dir genannte buch) und festgestellt, dass diese sichtweise wunderbar in mein leben passt. begonnen mit dem ausmisten habe ich übrigens im büro, an meinem schreibtisch und ich bin davon überzeugt, dass es mich beruflich weiter gebracht hat. ich miste und räume in unregelmäßigen abständen aus und dabei fliegt immer eine menge raus. kleider stelle ich bei kleiderkreisel ein oder bringe sie ins sozialkaufhaus. möbel, hausrat und elektrogeräte, die noch funktionieren, wandern ebenfalls ins sozialkaufhaus. bücher auch oder ich lege sie in einen bücherschrank, den es bei uns im einem park gibt. dort kann jeder sich ein buch rausholen zum lesen, es wieder zurücklegen oder weitergeben. ich hab bücher, wenn sie noch sehr gut erhalten waren, in der stadtteilbücherei abgegeben. wenn ich was geschenkt bekomme, das absolut nicht in meine wohnung passt, mach ich ein foto, schreib dazu von wem und zu welchem anlass ich das geschenk bekommen habe und dann gebe ich es ebenfalls weg. geschenke, von leuten, die mir nichts bedeuten, gebe ich ohne ein foto gemacht zu haben, weg, aber das passiert ohnehin kaum noch. ich finde, dass feng shui mein leben sehr bereichert hat, ich konzentriere mich mehr auf das wesentliche und mich lenkt nichts ab, was mich stört. ist übrigens ein nie endender prozess. im mai steht mein keller an zum räumen, wahrscheinlich geh ich mit ein paar sachen auf den flohmarkt. wünsch dir eine schöne woche! sabine

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ich bin noch dran, mich aufs Wesentliche zu konzentrieren. Ganz viele Dinge sind wirklich "mit negativer Energie" belegt. Erinnern mich so vieles, was ich lieber vergessen würde. Oder ärgern mich ganz direkt. Das muß man sich aber erst einmal bewußt machen, dann geht es ganz einfach. Dieser Bücherschrank ist ja eine tolle Idee! Sowas gibt es hier nicht. Vor Jahren wollte ich mal ein paar neuwertige Bücher an die Stadtbücherei verschenken, aber die wollten sie nicht. Dürften sie angeblich nicht annehmen. Ich habe gesagt, ich bin ganz privat, keine Firma, keine Sekte oder so, alles ganz harmlos, aber sie wollten sie nicht. Dann habe ich sie ins Altpapier geworfen. Flohmarkt haben wir auch schon gemacht, das ist aber schon eher ein größerer Aufwand. Man muß in aller Frühe schon hin und den Stand sichern und und und... Aber vielleicht mache ich das mal wieder.
      LG Eva

      Löschen
  8. Hallo Eva, nun habe ich mich auch einmal auf deinem Blog umgeschaut. Sehr schön wieder einmal etwas ganz normales zu lesen. Ich werde des öfteren Mal reinschauen, so von Über 40igerin zu Über 40igerin. Liebe Grüße Biofee

    AntwortenLöschen

Über nette Kommentare freue ich mich: