Sonntag, 29. Januar 2012

Dänemark Schüleraustausch

Heute, Sonntag, 6 Uhr früh. Mein Wecker klingelt, und ich bin relativ schnell wach. Nach einer starken Tasse Kaffee sogar ganz erstaunlich wach.

Meine Jüngste muss um halb acht auf dem Bahnhof sein, es wartet der Dänemark-Austausch. Beim Wecken sagt sie mir, dass sie sich gar nicht mehr drauf freut. Dass sie verunsichert ist und Angst hat, ob sie in eine "nette" Familie kommt. Da ich ihr schlecht sagen kann, dass es mir genauso geht, mache ich ihr Mut, sage ihr, wie toll das alles wird und was für eine Erfahrung fürs spätere Leben. Nicht wirklich überzeugt geht sie ins Bad.

Gestern haben wir gemeinsam den Koffer gepackt (mehrmals umgepackt, neu entschieden, wieder verworfen). Wieviele Schuhe, Jacken und Hosen braucht man für eine Woche? Für kaltes Wetter, für sportliche Aktivitäten, für Parties? Nicht viele, schon klar, aber wir sind ja auch kein 15jähriges Teenager-Mädchen. Als die Klamotten-Frage endlich geklärt ist, geht es weiter mit Kosmetik und mit den Gastgeschenken. Paßt nicht alles in den Koffer, die nächste Größe Koffer soll es aber auch nicht sein, also muß noch eine Tasche her.

Mit Impfpaß und dänischen Kronen und Gastgeschenken bepackt haben wir mein "Baby" also heute früh am Bahnhof abgeladen. Da standen bereits  ein paar Teenie-Mädels und -Jungs. Alle mehr oder weniger motiviert, eher weniger. Zugeben würde das natürlich keiner. Man ist ja cool. Aber bei den Gesprächen mit den Müttern sickert doch so das eine oder andere durch. Auch die Jungs überlegen sich sehr genau, welcher Koffer mit "darf", wie sie am besten Gel und Haarspray verstauen und ob die Gastfamilien wohl nett sind. Und fast alle drücken nochmal ihre Eltern und kriegen einen motivierenden Stups in Richtung Bahnsteig.

Jetzt sind sie unterwegs. 13 Stunden Zugfahrt. Mit umsteigen. Eine fast kinderlose Woche (meine Große geht auch noch ein paar Tage weg) liegt vor mir. Ich freue mich aber nicht. Lieber hätte ich meine Mädels hier, ich gebe sie so ungern in fremde Hände.

Ich darf nicht drandenken, was alles passieren könnte. Nein, es wird toll werden. Sie werden neue Erfahrungen und Eindrücke sammeln und stolz über das Geschaffte zurückkehren.

Möge es gutgehen!!

Kommentare:

  1. Hallo Eva,
    ich kann gut verstehen, wie es Dir geht - weiß ja noch, wie es war, wenn mein Sohn unterwegs war. Für die Kinder ist es aber dennoch eine gute Erfahrung und sie sehen, was sie daheim haben. Hoffen wir für Deine Tochter, daß sie in eine nette Familie kommt. Laß den Kopf nicht hängen, sie schafft es schon.
    Viele liebe Grüße. Evi

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    1. Ich glaub's auch. Und heutzutage gibt es ja Handy und Facebook, da kann man sich öfters mal austauschen, das gab es früher nicht.
      Ich bin schon früh alleine unterwegs gewesen, in Holland, Frankreich und England. Meine Eltern haben mich gerne alleine "verschickt". Aber mir hat das nie was ausgemacht, ich fand es eher spannend.
      Was sicherlich positiv ist, ist die Tatsache, dass sie gerne wieder heimkommen und wirklich sehen, wie schön und bequem und gemütlich es hier ist, da hast du vollkommen recht.
      Liebe Grüße zurück
      Eva

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  2. villeicht kann ich dir ja ein weing mutmachen, indem ich dir erzähle, dass mein frankreich-austausch damals wirklich großartig war! ich war in einer unglaublich netten kleinen familie gemeinsam mit meiner freundin untergebracht. sie hatten eine tochter, die gerade mal 1 jahr war - sie war sooo süß! :) und bis auf die essgewohnheiten war alles klasse.

    daher bin ich überzeugt, dass es auch bei deiner tochter nicht anders sein wird. und gar so viel zeit verbringt man auch gar nicht mit den gasteltern. sollte sie aber - was sicher NICHT der fall ist - doch pech haben, dann wird sie das bestimmt erzählen und kann gegebenenfalls wo anders unterkommen. dafür sollte dann schon gesorgt werden, sie fährt doch nicht ohne lehreraufsicht oder so fort, nicht?

    alles liebe!

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  3. Ich hoffe sehr, dass es positiv für sie wird. Allerdings ist sie alleine in einer Familie untergebracht. Ich denke, der erste Abend wird ein bißchen komisch sein, aber dann wird es wohl gehen. Was das Essen anbetrifft, da bin ich sehr gespannt. Ich habe keine Ahnung wie und was die Dänen gerne essen.
    Es sind zwei Lehrer dabei und viele aus ihrer Klasse. Tagsüber gehen sie morgens mit in die dänische Schule in den Deutsch- und Englischunterricht. Und dann ist natürlich auch Programm, Ausflüge usw. Also da kennt sie auf jeden Fall einige Leutchen.
    Ich werde berichten!
    Liebe Grüße Eva

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  4. Mir ginge es da wie Dir. Auf der einen Seite ist es toll, dass die Kids flügge werden, aber wir Mütter müssen auch irgendwie damit klar kommen. Ist nicht einfach!

    Alles wird gut!!

    LG

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