Donnerstag, 29. Dezember 2011

Traurig

Manchmal weiss ich wirklich nicht, wie ich mit gewissen Situationen umgehen soll.

Seit zwei Tagen muss ich mich wieder mit dummen Dingen auseinandersetzen und das nach einem ganz schönen und relativ harmonischem Weihnachtsfest. Wenn wir als Familie "in Ruhe" gelassen werden, kommen wir super klar. Sobald irgendwelche Dritten Ansprüche und Forderungen an uns stellen, wird es schwierig.

Wir hatten schon Schwierigkeiten, eine durchaus lieb gemeinte Einladung über Weihnachten abzulehnen. Warum? Weil ich an diesen Tagen am allerliebsten zuhause bin. Ich bin gerne zuhause. Muss ich mich dafür rechtfertigen? Scheint so. Außerdem hat meine Große an beiden Weihnachtsfeiertagen bedient, wir waren einmal essen und einmal im Konzert. Beides schon seit längerem geplant. Da darf man doch eine Weihnachtseinladung höflich ablehnen, oder?

Tja, aaaber Silvester, hieß es da, da müßt ihr kommen. (Einladung erfolgte am 2. Weihnachsfeiertag). Ähm, nein, weil erstens: es wird unser erstes Silvester "ohne" Mädels um Mitternacht sein, da freue ich mich einerseits drauf, andererseits möchten wir beide als Eltern hier anwesend sein, falls doch etwas sein sollte. Man weiß ja, was alles passieren kann, wenn Jugendliche feiern, da mag ich nicht viele Stunden vom Wohnort entfernt ganz woanders auf heißen Kohlen sitzen. Meine Große wird bis spätabends bei uns sein und erst dann gehen, die Kleine wird von uns zu Freunden gefahren und auch nachts wieder abgeholt. Auch alles schon länger abgemacht. Jetzt kriege ich den Vorwurf, ich würde meine Kinder vorschieben, die seien doch schon groß und könnten alleine bleiben, es wird einen auf "beleidigte" Leberwurst gemacht und ich bin wieder mal die Blöde.

Dabei freue ich mich jedes Jahr wieder auf Silvester (warum eigentlich?). So ein Jahreswechsel ist für mich immer noch spannend. (Hoffnungsloses Naivchen, ich weiss). Ich habe einfach keine Lust, dass meine Pläne und Vorstellungen für andere gar nicht existieren. Da macht man sich drüber lustig oder nimmt sie nicht ernst und ich bin immer in Erklärungsnöten.

Tja, aber das "Beste" , nein falsche Wortwahl das "Traurigste" kommt noch: Meine Schwester hat ein Telefonat mit meiner Mutter geführt, die beiden telefonieren täglich und verstehen sich prächtigst. Ich dagegen habe nunmehr seit anderthalb Jahren keinen Kontakt mehr zu meinen Eltern, um mich und meine Familie zu schützen und um endlich selber leben zu können. Aber ich werde immer wieder mit diesem Mist konfrontiert.

Meine Mutter muss da einen einzigen Satz über mich losgelassen haben, der sogar meine Schwester bestürzt hat. Eine Gemeinheit, die über alles Vorstellbare hinausgeht. Aber, meine Schwester will mir nicht sagen, was. Und natürlich gibt es nichts, was ich nicht schon von meiner Mutter gehört hätte. So nach dem Motto: Sie wollte mich nicht, und blabla. Wirklich, ich bin da schon relativ immun. Ich kenne es nicht anders. Ich habe also meine Schwester gefragt: "Wünscht sie mir den Tod?" Da sagte meine Schwester: "Wenn es eine unendliche Steigerung davon gäbe, wäre es nicht genug". Das war allerdings wieder so ein "Peng, da hast du es mal wieder Erlebnis". Warum läßt die mich nicht einfach in Ruhe? Und was könnte sie gesagt haben? Mit dieser Aussage schlepp ich mich jetzt schon wieder seit 2 Tagen rum. Ich möchte wissen, was sie da wieder Gemeines abgelassen hat, aber kriege es nicht gesagt. Ich bräuchte dann "jahrelange psychologische Betreuung" meint meine Schwester. Ich wiederum sage, vielleicht auch nicht, denn man kann mit etwas Greifbarem besser umgehen, als mit so blöden Andeutungen. Aber nein, sie sagt es mir nicht.

"Schöner" Jahresausklang, oder? In diesem Jahr ist soviel Gutes ins Laufen gekommen, aber das gönnt mir irgendwie das Schicksal nicht. Oder eher meine Mutter nicht?

Wie sagte Sudda so schön:

Aufstehen,
Krone richten.
weiterlaufen oder so ähnlich.

Aber manchmal ist es ganz schön schwer.

Kommentare:

  1. Oha harte Nummer.

    Ich habe mit meinem Erzeuger keinen Kontakt mehr, seit inzwischen fast 30 Jahren. Da ging auch etwas sehr unschönes voraus und das hat mich damals als Teenie total erschüttert. Aber im Laufe der Jahre habe ich es (fast) überwunden und heute geht er mir am Allerwertesten vorbei. Ich denke allerdings auch, dass eine unangenehmen Sache, die mit der eigenen Mutter passiert noch schlimmer ist. Egal was es war/ ist... es ist nun mal die Mutter.

    Ich wünsche Dir viel Kraft fürs neue Jahr und versuche es einfach zu ignorieren, bevor es Dich kaputt macht.

    LG

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  2. Liebe Eva, ich habe nun 30 Min. hin und her überlegt wie ich hier ein Kommentar abgeben kann.
    Und zwar kurz und trotzdem auf den Punkt gebracht.
    Das fällt mit schwer.
    Wenn es dir recht ist, könnte ich hierzu immer mal wieder etwas schreiben.Zu aller erst möchte ich meinen, dein Bauchgefühl , wie du etwas für dich und deine Familie entscheidest ist meiner Meinung nach völlig okay.
    Du schreibst......Ansprüche anderer...Fordreungen von Dritten...
    dazu möchte ich meinen, wir müssen nicht immer anderen Anforderungen und Forderungen gerecht werden!!!Wir müssen uns gerecht werden.Es gibt meist zu viele um einen herum die gewisse Forderungen an einem haben.
    Ich könnte Stunden + Seiten schreiben, da ich mit meinen Eltern und Geschwistern über 10 Jahre keinen Kontakt mehr habe.
    Nun könnten andere Leser vielleicht meinen...oh je...ist ja schlimm...die eigenen Eltern...man muss doch zusammenhalten, man sollte doch immer wieder versuchen einen guten Weg zueinander zu finden...usw.Das habe ich auch gedacht und gehofft.Bin immer der Einstellung gewesen, wer gutes säht wird gutes ernten. Aber nicht wenn es über Jahre einseitig verläuft.Ich habe keine schöne Zeit hinter mir, aber eine bessere Zeit im jetzt und heute.Vielleicht ordnet sich bei dir ja alles wieder.Wir sind dieses Jahr auch Sylvester zu Hause. Letztes Jahr hatten wir Gäste und vorletztes Jahr waren wir 'groß' aus.
    Da meine beiden Kinder 17 und 19 sind kann ich dich auch sehr gut verstehen, dass man immer noch die Verantwortung hat wenn die jungen Leute auf Party gehen, auch wenn die schon so 'groß' sind.
    Liebe Grüße
    Martina

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  3. Manu, du auch? Es ist schon überraschend, wieviele Menschen keinen Kontakt zu Mutter und/oder Vater mehr haben und trotzdem fröhliche Menschen geworden sind.
    Martina, du darfst gerne immer mal wieder zu diesem Thema was sagen, du triffst es so genau. Bei uns war es das ganze Leben lang einseitig, zuletzt diesen Oktober, als ich zum Geburtstag meiner Mutter nochmal einen Versuch in Form einer schönen Foto-Collage mit Bildern von mir und ihr von damals und heute gestartet habe. Es kam nur eine vernichtende Kritik mitgeteilt über meine Schwester, kein danke, kein ich freue mich oder sonstwas. Und ja, ich finde es schlimm, weil es meine einzige Mutter ist, aber ich kann es nicht ändern. Sie will nicht. Aber mich in Ruhe lassen, das kann sie irgendwie auch nicht, das ist das Gemeine.
    Seelenruhe bekommt man, wenn man aufhört zu hoffen. Ich habe in dieser Hinsicht aufgehört zu hoffen. Aber die Seelenruhe will sie mir nicht lassen.

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  4. Liebe Eva,

    ich wünsche dir viel Kraft.
    Im Blog schreibe ich mehr dazu.

    Alles Liebe
    Elisabeth

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  5. Ich find das von deiner Schwester irgendwie blöd. Entweder sagt sie es oder sie sagt gar nichts, auch nicht irgendwelche Andeutungen. Fies ist das.

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  6. Wenn ich als Fremdleser sozusagen einen Kommentar abgeben darf...

    Mütter sind die Frauen, die uns geboren haben. Nicht mehr, und nicht weniger.
    Das bedeutet nicht automatisch, dass sie uns nach der Geburt auch mit emotionaler Geborgenheit umgeben.
    Wenn das nicht der Fall ist, ist das zwar traurig, aber nicht zu ändern.

    Ich habe mich über 20 Jahre mit meiner Mutter verbal gekloppt, dass es eine wahre Wonne war. Erst sehr, sehr spät haben wir einen Weg gefunden, mit einander auszukommen. Da war mein Vater schon tot. Und richtig gut verstanden haben wir uns insgesamt 7 Monate. Das waren die, die sie noch zu leben hatte.

    Was ich damit sagen will, es kann sich immer alles etwas ändern. Kann, muss aber nicht. Und drauf hoffen ist vielleicht falsch.
    Wenn man keine Erwartungen hat, kann man auch nicht ent-täuscht werden.

    Was die Kommentare der Schwester angeht, ich kenne sie nicht, aber auch darauf würde ich nichts geben. Schwester hin oder her, derartige Aussagen, die die Mutter getätigt haben soll, würde ich nur dann akzeptieren, wenn sie von ihr selbst ohne Zwischenperson kämen.

    Nebenbei ist eine mütterliche Freundin oftmals mehr wert als die eigene Mutter.

    Alles Gute!

    Ach so, was diese Pflichtveranstaltungen der Familie angeht: rechts rein ins Ohr und links wieder raus und den Schuh gar nicht erst anziehen :-)

    Herzlichst,
    die Kingsizefairy

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  7. Liebe Eva,
    beim Lesen deiner Zeilen hab ich grad so einen "Hass" (falls man das überhaupt sagen kann) auf deine Schwester bekommen... MANN!!!
    Wie kann man nur so taktlos und wenig empathisch sein und dir immer "brühwarm" erzählen, was eure Mutter (über dich) von sich gegeben hat/gibt!
    So kommst du NIE zur Ruhe und die wohl noch existierenden Wunden reißen immer wieder auf & bluten auf's Heftigste! WENN man einen Schnitt zieht, dann sollte der auch eingehalten und nicht durch eine 3. Person immer wieder reingestochert werden... so was geht gar nicht! (Und bei der Gelegenheit fällt mir dann auch noch ein, was wohl deine Schwester bei der Mutter über dich erzählt???)
    Soll sie sich doch raus- und vor allem die Klappe halten, was euch beide betrifft und zwar nach BEIDEN Seiten hin!!!
    Das würde ich ihr mal ganz deutlich sagen, denn es bringt nichts, dass du dich so verausgabst und jedes Mal emotional so drin hängst & grübelst, was deine Mutter wohl wieder "SCHLIMMES" gesagt hat über dich/euch.
    Ich wünsche dir so sehr FRIEDEN!!!

    Und wegen Sylvester/Neujahr... Mach du nur dein Ding und lass dich nicht in Erklärungsnöte drängen. Menschen, die das NICHT verstehen -gerade auch wegen der Mädels!- und dir/euch deswegen "böse" sind, die kannste in die Tonne kloppen! Echt!
    Ich habe in den letzten 3 Jahren gelernt/lernen müssen, mich massiv abzugrenzen von allem was mir nicht gut tut und mich auch von "unguten" Bekannten/Freunden zurückzuziehen, die kein Verständnis für meine Situation haben oder mir nicht gut tun! Es ist zwar anfangs etwas "seltsam" und man verspürt so etwas wie ein "Schuldgefühl" (warum auch immer?), ABER es ist letztlich befreiend!!!
    Alles, alles Liebe für dich & Kopf hoch,
    herzlichst
    SOLEILrouge :-)

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  8. Liebe Eva , ich hoffe es geht dir gut?
    Ich hoffe du wirst einen Weg finden der dich so leben lässt wie du es für richtig und als angenehm findest.
    Ich hoffe du kannst Abstand zu diesem nicht so schönen Thema finden.
    Schau gerne mal wieder in meinem Blog vorbei,
    habe dich und deinen Laydilike Blog heute abend in meinem Post erwähnt.
    Lass es dir gut gehen.
    Mit vielen Grüßen
    Martina

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  9. Hallo Eva (Namensverwandte),
    gerade bin ich auf Deinen Blog gestoßen und habe erschüttert gelesen, was Du geschrieben hast, was Dich bewegt. Es ist keine einfache Situation. Einiges davon kenne ich auch. Wenn Du das Gefühl hast, alles gemacht zu haben, um die Situation in Ordnung zu bringen, dann wirst Du auch sicher das mit der Zeit abschließen können. Du bist Du und hast Deine eigene Familie, wo Du sicher versuchen wirst, nicht die Fehler zu machen, die an Dir gemacht wurden und das ist für Dich wichtig. Denke nicht über etwas nach, wo Du zu keinem Ergebnis kommst. Es belastet Dich. Ich weiß, es ist leichter geschrieben als getan, aber man darf nicht an Dingen festhalten, die es nicht wert sind. Du mußt die Türe schließen und es macht sich für Dich eine andere auf. Wir hatten mal in der Arbeit ein Seminar, das mir die Augen geöffnet hat und mir auch in meine privaten Bereich hilft. Ich habe gelernt, auch mal nein zu sagen oder etwas, das ich nicht möchte, abzulehnen. Es war für mich persönlich nicht leicht, aber man lernt im Leben nie aus. Mein Sohn ist sehr realistisch. Er sagt immer zu mir: Mama, Du mußt Dich nicht rechtfertigen. Wenn du etwas nicht willst, mußt du es auch nicht tun und auch nicht sagen warum. Ich denke, andere Menschen müssen lernen, daß Du auch Dein Leben hast und nicht immer an Ort und Stelle sein mußt, daß man seine eigenen Prioritäten hat. Wenn es Menschen sind, denen Du etwas bedeutest, werden sie auch das Verständnis aufbringen ansonsten??? Betrachte das Leben als Waage: was gibst Du, was bekommst Du? - auch das habe ich in dem Seminar gelernt und betrachte manches mit anderen Augen und lasse das, was mir nicht gut tut, hinter mir...
    Ich wünsche Dir, daß Du weniger Kopfzerbrechen hast, Dir keine Gewissensbisse machst. Betrachte das neue Jahr symbolisch - es ist ein Neuanfang...Ich wünsche Dir und Deiner Familie alles Gute, viel Glück, Gesundheit und weniger Belastendes. LG Evi

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  10. Ich danke euch allen für eure Kommentare und ehrlichen Worte. Mir hilft das sehr, einen klareren Blick auf manche Dinge zu bekommen, denn ich bin ja sehr "gefangen" in meiner Sicht der Dinge und meinen Gefühlen.
    Also, ein ganz liebes Danke! Kann durchaus sein, dass ich euch im neuen Jahr noch ein paarmal zu diesem Thema fragen werde.
    LG Eva

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