Montag, 10. Oktober 2011

Wieder mal von vorne

In den letzten paar Tagen war ich nicht sehr diszipliniert. Auch nicht fürchterlich daneben, aber es hätte besser sein können. Es sind bei uns Herbstferien, das große Tochterkind weilt auf Teneriffa, die Kleine weilt noch im Bett, da sie gerade die "Club-Welt" für sich entdeckt und morgens dementsprechend müde ist. Wir fungieren mal wieder als Taxi (in diesem Fall mein Mann, weil mitten in der Nacht bin ich nicht so zum Autofahren zu gebrauchen). Irgendwie ist äußerlich alles wie immer.
Trotzdem bin ich innerlich mal wieder zu Tode enttäuscht. Ich gebe mir relativ viel Mühe im Umgang mit den Mädels. Wie ihr ja wißt, fällt mir das "Loslassen" nicht gerade leicht. Aber ich lerne ja dazu. Ich frage kaum noch nach, lasse sie relativ ihr Ding machen. Leider erzählen sie mir auch kaum was. Nun gut. Wenn ich was wissen müßte, würde sie es mir sagen, war kürzlich die Aussage einer meiner Töchter. Ganz ehrlich? Ich glaube es nicht. Es gibt soviele Dinge, die sie wirklich toll macht, aber auch ein paar, die ich überhaupt nicht verstehe. Mit ihr darüber reden geht leider nicht, sie reagiert total genervt. Also lass ich es eben.

Dann meine Mutter. Sie hatte 71. Geburtstag. Wie ja bereits erwähnt, habe ich seit 1 Jahr keinen Kontakt mehr und das aus gutem Grund. Trotzdem hatte ich ein schlechtes Gefühl zwecks Geburtstag. Ich habe mir  überlegt, daß ich statt Geburtstagskarte Fotos von mir schicke. So als schöne Collage, paar von früher und paar von heute. Das sah so aus:




In der Mitte meine Mädels, drumherum ich. Unten rechts meine gleichaltrige Cousine und ich (ich bin die linke). Ich fand das eine nette Idee. Reaktion? Nullkommanix. Gar keine. Niente.

Klar war ich enttäuscht. Wie immer halt. War ja fast nicht anders zu erwarten, aber trotzdem. Und von meiner restlichen Family hier auch nur Ablehnung und Genervtheit: "Was willst du denn? Hast du was anderes erwartet? Wie blöd muß man sein, hak es endlich ab" usw. und so fort. Das hat richtig weh getan. Weder mein Mann noch meine Tochter hatten nur ein liebes Wort übrig. Ich will sie ja nicht nerven mit dem Thema, aber ab und an beschäftigt es mich halt. Und wenn dann solche Ablehnung kommt, fühle ich mich erst recht gekränkt. Und das wirft mich in meinen ganzen anderen Bemühungen irgendwie auch zurück. Da hab ich dann keine Lust mehr, Sport zu machen und mich zu bemühen, möglichst hübsch auszusehen für mein Alter oder ein schönes zuhause zu schaffen, weil es eh keinem auffällt. Ich weiß, das es blöd ist, aber das ist halt dann so. Die nehmen mir wirklich jeglichen Elan.

Ja, so sieht's aus.  Alles von vorn. Schwierige Sache. Rock'n Roll...   

                                                   








Kommentare:

  1. Hey Eva,
    als ich deinen Post gelesen habe, dachte ich bei mir ich würde an deiner Stelle abhauen!
    So für 2 Wochen in die Sonne, ins Blaue auf und davon.
    Die werden schon sehen wie sie zurechtkommen...
    aber ich weiß, das ist nicht möglich.
    War ja auch nur so ein Gedanke.

    Wir Frauen neigen dazu, uns alles so zu Herzen zu nehmen. So richtig persönlich. Das ist aber nicht immer gut.
    Vielleicht versuchst du mal alles (wirklich alles) nur auf einen 1/2 Meter an dich ran kommen zu lassen. NICHT WEITER. Bei 1/2 ist stopp.
    Weißt du was ich meine?
    So einen Schutz aufbauen.

    Ich hab mal ein tolles Wort gelesen:
    "Bedenkenträger"
    Menschen die immer Bedenken haben, die zweifeln, die vielleicht zu viel schlechtes sehen wo nix schlechtes ist usw.

    Liebe Eva, hadere nicht so mit dir und deinem Umfeld. Nimm es nicht so schwer, das Leben.

    Ach ja noch was, das sag ich auch öfter mal:
    "das Leben ist viel zu kurz um schlechen Wein zu saufen" *zwinker*


    Fühl dich gedrückt!
    Liebe Grüße
    Martina

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  2. Hey Eva,

    als ich deinen Post gesehen habe, musste ich richtig mitfühlen.
    Ich finde deine Fotokollage sehr schön und ich kann mir vorstellen, dass man schon eine Reaktion erwartet. Schließlich hängen mit den Bilder ja auch Erinnerungen an eine besser Zeit zusammen.

    Ich kann die so sehr verstehen, habe auch ein sehr schlechtes (eher kaum ein) Verhältnis zu meiner Mutter. Da meine Eltern geschieden sind und sie einfach abgehauen ist. Es tut immmer gut zu wissen, dass es anderen auch so geht. Ich finde es so schade, dass sowas passieren muss. Schließlich ist es ja seine Mutter, die einen zur Welt gebracht hat.

    Wahrscheinlich können sich deiner Kinder und dein Mann gar nicht so genau vorstellen, wie du dich fühlst. Deine Töchter haben ja ihre liebevolle Mama bei sich.

    Fühl dich mal gedrückt!

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  3. Danke ihr beiden!

    Martina: Das mit dem nicht so nah ranlassen übe ich noch, klappt leider nicht immer. Aber es ist die absolut richtige Haltung. Ich bemühe mich sehr!

    Viki: Das mit deiner Mutter tut mir sehr leid. Sie verpaßt eine tolle Tochter. Wie kann man nur sein Kind zurücklassen? Ich glaube wirklich, daß man dieses Gefühl nur verstehen kann, wenn einem die "Mutter-Figur" fehlt. Alle anderen lächeln eher drüber, ist ja nicht so schlimm meinen die. Doch, es ist schlimm und es verfolgt mich schon fast mein ganzes Leben. So eine Ablehnung von dem Menschen, der einen ins Leben gebracht hat, ist manchmal fast gar nicht zu ertragen. Das ist so, als ob sie einem die "Erlaubnis" zum Leben nicht gibt. Man zweifelt seine Existenzberechtigung an, weil einen die eigene Mutter nicht liebt. Und man stellt sich selbst in Frage. Also mir geht es jedenfalls oft so. Ich würde mir so sehr wünschen, daß sie nur ein einziges Mal sagen würde: Ich bin stolz auf dich oder ich vermisse dich oder ich hab dich lieb. Wird leider nie eintreten. Und dabei habe ich ihr nie etwas getan. Außer zu existieren. Kann ich ja nix für. Nun ja.
    Ich drück dich zurück!

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  4. Man liest ja förmlich wie weh dir das tut. Aber du änderst die nicht mehr, also deine Eltern.

    Ich kann beide Seiten verstehen, dein Verlangen ein normales Verhältnis zu haben und auch deine Familie, die wohl gut einschätzen kann, dass es vergebene Liebesmüh ist und sie darum genervt sind, weil sie genau wissen, wie enttäuscht du anschließend bist.

    Das ist so schwierig, aber es tut nicht gut. Du hängst ständig mit den Gedanken dort und ein klarer Schnitt wäre sicherlich das Beste. Aber irgendwie geht das ja auch gar nicht, weil da ja auch noch deine Schwester ist. Eine Sch... Situation ist das. Aber versuch irgendwie dir das Leben nicht so schwer zu machen, das ist ungesund und nagt.

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Über nette Kommentare freue ich mich: