Freitag, 8. April 2011

Ein normaler Tag

Aufstehen, Frühstückstisch decken, Töchter zur Schule fahren, je nach Laune nörgelnde Teenager ertragen (die Haare sind heute sooo doof, sie haben nix zum Anziehen, haha, darf ich mal lachen, finden die gewünschten Schuhe nicht, verdächtigen die Schwester, sie versteckt zu haben usw. und so fort). Ab acht Uhr Ruhe im Haus haben, Frühstückstisch abräumen, Küche aufräumen, Mülleimer leeren (mehrere), Gästetoilette ordentlich machen, Betten machen, Spuren im Bad beseitigen (Bürsten, Glätteisen, Stylingcreme wegräumen, Zahnpasta aus Becken und vom Spiegel entfernen, lange blonde Haare der Tochter entfernen - hat die eigentlich die Mauser? - Toilettenpapier auffüllen (ist immer bei mir leer, komisch), Tuben und Fläschchen richtig hinstellen, saugen, auf den Boden geschmissene Klamotten in Wäschetonne oder Teeniezimmer transportieren).


Im Spiegel feststellen, daß man selber auch mal wieder die Haare frischmachen könnte, überlegen, wann. 


Weiter geht's. Blumen gießen, Zeitungen sortieren, unteren Stock saugen. Ggf. einkaufen, kochen, warten bis die erste Tochter nach Hause kommt, angemeckert werden, weil immer das falsche gekocht wurde ("warum gibts heute Kartoffeln und keine Nudeln?" "Wir hatten die letzten drei Tage Nudeln!! ", Gesicht verzieh, zeigen, daß mans doof findet, dann aber doch essen). Warten, bis die zweite Tochter kommt (hab schon gegessen, wir waren beim Mc... , bin schon satt. ) Küche aufräumen. Durchatmen.


Wäscheberg betrachten, keine Lust zum Bügeln haben, manchmal doch bügeln. Töchter gucken fern oder hocken am Computer oder schlafen auf dem Sofa, ich ermahne sie, Hausaufgaben zu machen. "Später, muß erstmal Pause machen, gleich, du neeeervst. Ich bin bei den Besten, ich mach das schon usw." Gegen halb sechs feststellen, daß es schon halb sechs ist, sich dann doch trollen und sooooo viel zu tun haben. Von mir zum Zimmer aufräumen ermahnt werden, es nicht machen.Keine Zeit, muß lernen!!  Klamotten liegenlassen, tagelang, bis ich es doch mache, weil ich es nicht mehr sehen kann.


Wenn möglich, eine Stunde Sport einschieben, ansonsten abends Taxi spielen (eine Tochter geht 5 x in die Tanzschule , die 20 km entfernt ist, die andere hat einen Freund, der 20 km weit entfernt wohnt und nicht so oft hierher fahren kann, weil das Benzin so teuer ist. Für mich ist's  auch teuer, aber egal. Also, abends zwischen Terminen hin und herfahren, feststellen, daß man keine Fenster geputzt hat, obwohl sie es nötig hätten. Sich aufs Sofa freuen.


Gestern: ein Mädel in der Tanzschule (konnte von einer Freundin mit heimgebracht werden), die andere auf Revolverheld Konzert, Ehemann seit 3 Tagen geschäftlich in Berlin, ich allein auf dem Sofa.  Mit Mann telefonieren. Gesagt bekommen, daß noch eine Flasche Sekt im Keller liegt. Sich freuen, Sekt kaltstellen und später Sekt trinken. Germany's Next Top Model gucken. Sich auf Tanztochter und ein bißchen Unterhaltung freuen. Tanztochter kommt, sieht den Sekt, zieht die Augenbrauen hoch: Wieso trinkst du jetzt Sekt? Und überhaupt geh ich jetzt hoch, Wupps, weg war sie mit meinem Laptop! Ich immer noch auf dem Sofa, allein, eigentlich schöne Ruhe. Trotzdem kein schöner Abend....


Heute morgen: Same Procedure as every day... 

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