Montag, 28. März 2011

Ich will, ich kann, ich darf!

Ich habe heute einen schönen Text gelesen, der mich sehr nachdenklich gemacht hat. Und in dem ich mich extremst wiedererkannt habe. Es ging darum, wie jeder seine Vorhaben, Träume, Ziele usw. verfolgen und verwirklichen könnte. Und daß viele bei den ersten Schwierigkeiten aufgeben bzw. nicht mehr an sich glauben. Jedenfalls nicht über einen längeren Zeitraum. Man ist immer auf der Suche nach Bestätigung  von außen und wenn die nicht kommt, ist man unglücklich.

Wie wahr, jedenfalls bei mir. Ich stürze mich meistens mit sehr viel Elan und Begeisterung in eine neue Sache. Manche Dinge machen mir auch sehr viel Spaß. Ich war zum Beispiel mein ganzes Leben lang relativ unsportlich, mal von den paar sonntäglichen Radtouren und gelegentlichen Schwimmbadbesuchen abgesehen. Irgendwann habe ich mal einen Schnupperkurs im Nordic Walken gemacht und war absolut begeistert. Ich liebe es, in der freien Natur zu laufen, ohne große Vorbereitungen, einfach so, spontan, so oft und solange ich will. Doch dann kamen Reaktionen aus meiner näheren Umgebung wie z.B. "das ist doch bloß wieder so ein Modetrend und Geldmacherei mit den Stöcken, früher gab es das auch nicht. Das sieht irgendwie blöd aus, wenn man so im Takt marschiert. Mußt du das in deinem Alter noch anfangen, hast du nichts besseres zu tun usw."  Das hat mir schon erstmal einen Dämpfer verpaßt.

Ich achte z.B darauf, nicht zu früh morgens loszulaufen, damit die Nachbarn nicht denken, ich hätte nichts besseres zu tun (sprich Haushalt). Auch Sonntag mittag, wenn viele anderen am Kaffeetisch sitzen, ist es mir unangenehm, beim Walking gesehen zu werden. Wie blöd, oder? Ich meine, es macht mir Spaß, ich tue keinem damit weh und ich muß auch keinem deswegen gefallen. Leider ist mir das wirklich erst jetzt so richtig bewußt geworden.

Was habe ich nicht alles angestellt, bzw. nicht angestellt, nur um nicht bei anderen anzuecken. Dabei sind es keine außergewöhnlich revolutionären Sachen gewesen. Ich habs ja schon mal erzählt, glaube ich, letztes Jahr hatte ich viel abgenommen, mich in einen Fitness-Studio angemeldet und Spaß (!!) dran gehabt, bis so blöde Reaktionen kamen. Ich bin dann immer seltener hingegangen und jetzt war ich seit 6 Wochen kein einziges Mal mehr dort. Irgendwie hatte ich meine ganze Freude dran verloren.

Auch mit dem Gewicht ist das bei mir so eine Sache, ich bin eher normalgewichtig, fühle mich mit ein paar Kilos weniger aber einfach wohler. Weil ich aber keine Anerkennung, sondern eher Ablehnung erfahren habe, hab ich seit ungefähr Oktober ziemlich alles in mich reingestopft. Nach dem Motto, wenn ihr mich schlank nicht mögt, werde ich halt dick, dann werd ich euch schon gefallen. Das war wie so eine Art Selbstverletzung, man ißt aus Trotz, um geliebt und gemocht zu werden. Was ein Riesenquatsch! Jetzt mag ich mich momentan nicht mehr, weil die Jeans zwicken und zwacken.

Aber nach diesen paar einfachen Sätzen, die ich heute gelesen habe, fühle ich mich wie wachgerüttelt. Ich habe viel zu sehr auf die Meinung von anderen Leuten gesetzt und immer wieder auf Bestätigung gehofft. Sobald Kritik und ein schiefer Blick kamen, war das für mich Anlaß genug, sofort mit dem, was ich wollte, aufzuhören. Irgendwie unbewußt. Immer in der Hoffnung, daß einer kommt und sagt: "Gut gemacht, weiter so. Sieht toll aus so schlank!" Kam aber niemand. Ok, mein Mann fands ganz toll, aber selbst das hat nicht gereicht, um über die Kritik der anderen hinwegzusehen. Die Bestätigung von anderen kommt halt oft nicht, aber das ist auch völlig egal. Ich will, kann und darf das tun, was ich möchte!! Auch wenn das manche anderen anders sehen. Ich darf glücklich sein, ich darf schlank sein, wenn ich das möchte, ich darf mich schön anziehen, ich darf darf darf!!!

Und ich werde. Weil so, wie es die letzten Monate war, kann es nicht weitergehen. Ich weiß selber am besten, wie ich mich wohlfühle und nicht der Rest der Welt.

Das wird mein Motto: Ich Will, ich Kann und ich Darf!! Ich gebe mir selbst die Erlaubnis zum Glücklichsein, so. Und wenns Schwierigkeiten gibt, mache ich trotzdem weiter. Denn jeder hat mal Schwierigkeiten, aber nicht jeder läßt sich dann gleich so verunsichern wie ich.

Schritt 1: Ich war heute schon walken!! Schritt 2:  Habe mich mit einer wunderbaren Lotion eingecremt ("so ein Quatsch, nur Geldmacherei"). Fühle mich super. Und begebe mich jetzt gut duftend und gut gelaunt ans Bügelbrett.



I C H   D A R F !!!!

Einfach nur süß!

Ich habe letzte Woche dieses süße Büchlein gefunden und muß immer wieder über die niedlichen Bilder schmunzeln. Bin noch etwas ungeübt im Bildbearbeiten, ich lass mir das nachher von meiner Tochter nochmal zeigen. Die kann es nämlich aus dem "ff".


Aber fürs Erste kann man ja alles erkennen und da ja bald Ostern ist, paßt das doch ganz gut.







So, und damit ich nicht zum Schlaffi werde, werde ich jetzt mal was tun... Hübsch gemacht hab ich mich schon und Vitamine gabs auch schon in Form von Ananas zum Frühstück. Auf geht's!

Sonntag, 27. März 2011

Pizzabrot und Lambrusco

Mein Göttergatte hat sich heute mittag geschäftlich gen Rom aufgemacht. Rom!!! Wie gerne würde ich auch mal dahin! Aber leider (naja, Gott sei Dank), habe ich zwei schulpflichtige Mädels, die ich nicht gerne ganz allein lasse. Also habe ich den Nachmittag mit Ebay, Fernseh gucken und dem berühmten "Taxi spielen" verbracht. Die Jüngere war wieder in der Tanzschule und hat angeboten bekommen, in der Latein-Formation mitzutanzen. Das ist wirklich eine Riesenehre, denn viele bewerben sich da und werden abgelehnt. Mein
Glückskind hat das Angebot so bekommen und freut sich sehr darüber.


Ich möchte hier mal eine kleine Lobeshymne auf Tanzkurse für Teenies halten. Die Kids kriegen Manieren (sofern nicht vorhanden) beigebracht. Es gibt Regeln, die eingehalten werden müssen. Es gibt direkte soziale Kontakte, man lernt, auch mit mit nicht erwünschten "Aufforderern" respektvoll umzugehen. Es ist Bewegung und sie lernen, sich ordentlich anzuziehen (bei Mädels in dem Alter meistens nicht so ein Problem, bei Jungs manchmal schon eher). Sie sollten Tanz- sprich Lederschuhe stattt Turnschuhen tragen, frisch riechen und schön frisiert sein. Gebügeltes Hemd und Anzug bei den offiziellen Terminen. So banal sich das anhört, der ein oder andere hat durchaus Mühe damit, aber ich finde es sehr süß, wie das Tanz-Team das rüberbringt. Dann gibt es die Formationen, die auch bei gewissen Events auftreten und die Tanzschule repräsentieren. Ich kann mir kaum eine bessere Freizeitbeschäftigung für Heranwachsende vorstellen, weil das ganze Spektrum an  Anforderungen im späteren  Leben vorhanden  ist und trotzdem mit mega viel Spaß vermittelt wird. Jeden Sonntag finden sogenannte "Tanzparties" mit verschiedenen Mottos statt. Das holt viele Kids weg vom Computer und weg von der Straße.

Zur Feier des Tages (bzw. der Lateinformation) haben wir abends Pizzabrot bestellt und genüßlich verspeist. (Waage, ich ignoriere die nächsten Tage). Ich habe schon erklärt bekommen, daß ein neues Paar Tanzschuhe fällig wird. Hier in diesem Fall sind es Tanz-Schuhe von Werner Kern, Echtleder mit anrauhbarer Sohle, bißchen Absatz mit ein paar Riemchen für ca. 129,00 Euro. Was tut man nicht alles....

Trotzdem bin ich schon stolz auf mein Jüngste, (Pia),  und werde das weiterhin unterstützen.

Einen schönen Abend!

Nelly

Verlockungen

Ich war gestern Lebensmittel einkaufen. Daneben hat so ein schöner neuer Schuh-Laden aufgemacht, und ich konnte es mir nicht verkneifen, einmal durchzugehen. Nur zum Gucken, schon klar, auf keinen Fall was kaufen.Das war der Plan.


Habe dann ein paar super süße Mokassins gesichtet, die "perfekt" für den Übergang geeignet sind. Gepaßt haben sie auch und nun ja, ich habe sie gekauft. Sie sind auch wirklich schön, aber schon regt sich wieder mein Gewissen.


So sehen sie aus :

Kann man ja verstehen, oder?

Das Problem ist, daß ich fast nie aus einem Laden rauskomme und nur die Dinge gekauft habe, die ich ursprünglich wollte. Egal, ob es beim Kaffeeregal mit "Jede Woche eine neue Welt" ist, oder ob es irgendwelche Angebote gibt, ich kaufe immer noch was dazu. Die Putzlappen, 10er Packungen Socken, T-Shirts, Unterhosen oder Blumenstecker sind meistens ja sehr günstig, nur zeitlich begrenzt zu haben und außerdem sehr nützlich. Das sind dann so meine Gedanken. Ich kaufe ja immer nur Dinge, die ich noch nicht habe, oder die gerade ersetzt oder erneuert werden könnten. Selbst wenn ich tanke, gibt es immer noch eine Zeitschrift dazu. Grmpf! 
Das führt zu erheblichen Mehrausgaben als geplant, und ich habe hinterher fast immer ein schlechtes Gewissen. Ich kann in solchen Momenten einfach nicht standhaft bleiben. Denn gebrauchen kann man ja sovieles. Und wenn's nicht allzu teuer ist, dann könnte man doch... die ein oder andere Handcreme vielleicht noch oder die neue Teesorte oder oder...
Wie machen das die anderen Frauen auf diesem Planeten?? Kriegen alle einen Orden für Disziplin??
Morgen beginnt ja eine neue Woche. Und wieder neue Einkaufsverlockungen. Ich werde ernsthaft versuchen, nur das zu kaufen, was auf meinem Zettel steht. Ehrlich!! Ich werde berichten.
Aber schön sind die Schuhe doch, oder?!

Donnerstag, 24. März 2011

Taxi Mama

Heute war ein Tag, an dem ich besonders viel als "Taxi Mama" unterwegs war. Ich glaube, fast jede Mama kennt das. Wir wohnen in einem kleinen Dorf, schön ländlich und idyllisch, aber in der Peripherie von Frankfurt a. M. und Hanau. Das heißt, wir sind in kürzester Zeit mitten in der Stadt, wenn gewünscht. Leider sind die öffentlichen Verkehrsmittel sehr lückenhaft, bzw. gar nicht vorhanden. Abgesehen vom Schulbus, der regelmäßig fährt - wäre es ein Tagesausflug, bis man im ca. 20 km entfernten Hanau ankommen würde. Mit Umsteigen, Warten usw. Da ich - wie bekannt - Mutter von zwei Teenie Töchtern bin, bleibt mir gar nichts anderes übrig, als sie zu fahren. Eigentlich mache ich das auch gerne, weil ich mir dann sicher sein kann, daß sie gut und pünktlich da ankommen, wo sie hin sollen. Manchmal treibt mich das aber auch in den Wahnsinn, so wie heute.


Mein Göttergatte hat heute schon um fünf (!!!!!) Uhr morgens das Haus Richtung Brüssel verlassen, wo er geschäftlich Verhandlungen führen muß. Das heißt, ich habe meine Mädels geweckt, die Große in den Bus Richtung Schule geschickt und die "Kleine" ins 10 km entfernte Kleinstädtchen gefahren, wo sie gerade bei der hiesigen Tageszeitung ein zweiwöchiges Praktikum macht. Danach muß sie darüber einen Bericht verfassen, der als vollwertige Klausur gezählt wird. Ich habe mich also um halb acht morgens im Jogging-Anzug ins Auto gesetzt, das Kind weggefahren und war kurz nach acht wieder hier. Habe geduscht, Haare gewaschen und geföhnt (dauert irgendwie alles immer länger je älter man wird.). Dann habe ich unser Zwergkaninchen versorgt, die Spülmaschine angestellt, Wäsche gewaschen und aufgehängt, aufgeräumt, Blumen gegossen und staubgesaugt.


Bums, war es halb zwölf und Zeit zum Kochen. Es gab Hackbällchen mit Spaghetti und Salat. Um 13.00 Uhr habe ich die Kleine wieder abgeholt (es fährt kein Bus, ehrlich nicht).  Habe ein bißchen im Garten rumgezupft und um 15.15 Uhr die Große von der Schule abgeholt, damit sie nicht so lange Bus fahren muß.  Um 16.00 Uhr mußte die Große in Hanau sein, die Kleine eigentlich erst um 18.30 in der Tanzschule. Also habe ich beide Mädels geschnappt und bin gen Hanau gefahren, mit der Intention die anderthalb Stunden bis zur Tanzschule mit der Kleinen dort rumzustreifen. Das Resultat  war ein paar Ohrringe für sie, jeweils eine Sonnenbrille für sie und für mich, Dekosteine und Dekosand für mich und ein Büchlein mit schönen Sprüchen. Also ca. 25 Euro einfach so. Außerdem Parkgebühren fürs Parkhaus.


Dann war endlich die Zeit für die Tanzschule da. In der Zwischenzeit bin ich einkaufen gegangen (Lebensmittel), weil ein Hin- und Herfahren sich nicht gelohnt hätte. Ich war schließlich mit einem sehr vollen Kofferraum um ca. 19.45 und immerhin einer Tochter wieder zu Hause.
Ich finde, ich hätte absolut einen Oscar für oscarreife Taxi-Dienste verdient. Taxi Mama, jederzeit und mehrmals täglich und auch je nach Bedarf nachts.


Andererseits wird die Große heute gegen 10.00 Uhr von meinem Göttergatten abgeholt, der dann von seiner Brüssel Geschäftsreise wieder gelandet ist.  Ok, er hätte auch einen Oscar verdient. Statt direkt heimzukommen, nach einen langen Arbeitstag, holt er seine Große ab, sonst hätte ich nochmal fahren müssen.


Wie haben wir das früüüher eigentlich gemacht?????  


Puuuh, so ich sitze jetzt auf dem Sofa, gucke GNTM und bin echt fertig. Habe nicht gebügelt (wie ursprünglich geplant), habe viel zu viel Geld ausgegeben (war nicht geplant) und frage mich, ob das alles so richtig ist. Ich will auch nicht immer als Nörgeline rüberkommen, denn letzten Endes mache ich das ja freiwillig und theoretisch auch gerne. Die Kleine ist jetzt schon eine begnadete Tänzerin, sie tanzt Standard, Salsa, Jumpstyle und darf sogar schon den professionellen Tanzlehrern als Assistentin helfen. Das mit 14 Jahren. Natürlich muß ich sie erstmal hinfahren, sonst würde das nicht funktionieren. Aber trotzdem schmeißt das meinen Tagesablauf oft total durcheinander und ich muß viel Zeit außer Haus "totschlagen", weil sich ein Hin- und Herfahren nicht lohnen würde. Weder zeitlich noch benzintechnisch. An manchen Tagen stört mich das nicht. An manchen schon. Heute war so ein - es stört  mich Tag. Morgen will ich walken und meinen Haushalt versorgen - werde ich wohl wieder zwischen Hin- und Herfahren erledigen. Wuhuuu.....

Mittwoch, 23. März 2011

Geschichten

Es war einmal ein kleines Mädchen. Es war süß, mit dunkelbraunen Locken und einem niedlichen Puppengesicht. Das Mädchen war die Erstgeborene, ein Wunschkind und der ganze Stolz der Mama. Sie hat das Mädchen soooooo geliebt! Diese Liebe äußerte sich insbesondere darin, die Kleine mit Kleidchen, Lackschühchen, Mäntelchen und Schleifchen auszustatten. Jeder der sie sah fand, daß sie ein besonders hübsches Kind mit besonders hübschen Kleidern war. 


Das war jedoch nicht alles. Die Kleine war auch sehr gut erzogen, sagte früh "Bitte" und "Danke", konnte tadellos mit Messer und Gabel essen, saß aufrecht, ging aufrecht und konnte früh lesen. In der Schule war sie überdurchschnittlich gut und machte auch sonst keinerlei Probleme. Sie funktionierte prächtig.


Doch dann wurde sie älter. Irgendwann kam der Punkt, an dem ihr Schleifchen und Rüschelchen nicht mehr passend erschienen. Allerdings war sie da schon 13.  Sie wünschte sich eine "echte" Jeans, einen Parka im Military Look und Turnschuhe. Sie bekam Cordhosen, Teddyjacken und Sandalen mit Absatz. Sie war unglücklich und einsam, aber folgsam und muckte nicht auf.


Inwischen war ein zweites Töchterlein geboren und war ab da der Mittelpunkt der Familie. Ein Haus sollte jetzt her, damit die Familie einen würdigen Rahmen hatte. Das Geld wurde knapper, deshalb beschloß die Mama wieder arbeiten zu gehen. Sie ging ganztags arbeiten und machte abends oft Babysitter Dienste in der Nachbarschaft. 


Das große Töchterlein begann sich zu entwickeln, wurde dicker, und da jetzt gespart werden mußte, wurden an den zu kleinen Jacken Bündchen angestrickt und an den zu kurzen Hosen  Borten angenäht. Das süße kleine Püppchen war sie schon lange nicht mehr, denn das zweit-geborene Töchterlein war nun der Star der Familie. Trotz Bestleistungen in der Schule, trotz "Bitte und Danke", keine Aufmerksamkeit mehr. Das Interesse der Mama ließ merklich nach.


Dafür begann der Vater sich zu interessieren. Bisher nicht wirklich wichtig gewesen (denn die Mama hatet ja das Leben dominiert), bemerkte er die "Veränderungen" an seiner Tochter. Besonders bemerkte er sie abends, wenn die Mama mal wieder Babysitten und nicht zu Hause war. Dann kam er ans Bett der großen Tochter....


Tagsüber war alles wie immer, die Große sagte "Bitte" und "Danke" und muckte nicht auf. Sie wollte so gern der Mama gefallen, aber das funktionierte nicht. Das Mädchen wurde immer einsamer und trauriger und verstand die Welt nicht mehr. Sie versuchte die Nähe zum Vater zu vermeiden, ging aus dem Zimmer wenn er eintrat und versuchte, jeden körperlichen Kontakt zu vermeiden. Daß dies zu Problemen führte, kann sich jeder denken, denn die Mutter dachte, das Kind sei bockig und frech. Sprüche wie "Solange du die Füße unter meinen Tisch streckst usw. " waren an der Tagesordnung.


Irgendwann kam das Ganze durch einen Zufall  heraus. Die Mutter stellte den Vater zur Rede, der stritt alles ab. Das Kind hoffte auf Bestrafung des Vaters, auf Verständnis der Mutter und auf Liebe. Doch nichts davon trat ein. Der Vater durfte bleiben, die Mutter sprach nie mehr darüber, die Kleine war nach wie vor der Star der Familie. Die große Tochter weinte ein Woche lang, bis sie keine Tränen mehr hatte.


Sie wurde irgenwann volljährig, zog irgendwann aus und hoffte immer noch auf die Liebe ihrer Mutter. Sie bekam keine. Sie war einsam und traurig. 


Viele viele viele Jahre später brach sie den Kontakt zu ihren Eltern ab. 


Sie sagt übrigens immer noch "Bitte" und "Danke".

Dienstag, 22. März 2011

Walking statt "Putzing"

Habe mich heute morgen dann doch fürs Walken entschieden und bin 1 Stunde mit meinen Stöcken in der Gegend rumgeturnt. Es hat super Spaß gemacht, die Sonne hat gescheint, die Vögel haben gezwitschert und ich habe mich so richtig lebendig gefühlt. Ich liebe das Laufen, einfach nur Laufen, manchmal würde ich gerne ausprobieren, wie weit ich wohl kommen würde, bis ich nicht mehr kann. Eine "normale" Runde sind ca. 6,5 km über Feld- und Waldwege und es ist jedesmal wie ein kleiner Urlaub. Trotzdem kostet es mich jedesmal wieder Überwindung, alles andere einfach stehen und liegen zu lassen, denn irgendwas wichtiges gibt es ja immer, das erledigt werden müßte.


Jedenfalls sind meine Böden heute nicht gewischt worden (hat die Zeit einfach nicht mehr gereicht). Ich habe eine Ladung Wäsche gewaschen und draußen aufgehängt, habe gekocht, gebügelt und natürlich vorher aufgeräumt. Dabei habe ich festgestellt, daß ich dringend Fenster putzen müßte. War mir egal, ich bin wieder in den Garten und habe mich an einer weiteren Ecke zu schaffen gemacht. Ich habe jetzt eine Druckstelle am Daumen von der blöden Gartenschere, aber ich fühle mich gut. Ein neues Geißblatt habe ich heute auch eingepflanzt, das ist eine schnell wachsende Kletterpflanze, die einen total schönen Duft verströmt. Gibts bei Yves Rocher als Duft und Duschbad usw.


Apropos Yves Rocher, da gibt es ein Gesichtsserum mit LF 20, also sehr empfehlenswert bei diesem Wetter. Die meisten Tagescremes haben wesentlich weniger Lichtschutzfaktor und ich neige bei zuviel Sonne leider zu häßlichen braunen Pigmentflecken im Gesicht. Die sogenannten Sonnencremes extra fürs Gesicht sind mir zu pappig und zu zäh, man glänzt wie eine Speckschwarte und das Zeug zieht nicht richtig ein. Im Urlaub echt unangenehm. Und ich habe schon viele verschiedene Produkte ausprobiert! Also das Serum von Yves Roches ist richtig klasse, ich verwende es immer unter meiner normalen Tagespflege und siehe da, ich werde braun, nicht fleckig. Kann man auch auf die Handrücken auftragen, denn auch Handcremes haben höchstens einen Schutz von LF 10. Ich habe noch keine mit höherem LF gefunden.


So, mal sehen wie es morgen so geht. Let's walk, dann putz, pfeif doch drauf....

Montag, 21. März 2011

Früüühling

Ich war heute im Garten. Soweit, so gut. Wir haben einen großen Garten. Und die letzen Jahre habe ich ihn aus Zeitgründen leider sehr vernachlässigt. Da ich im letzten April entschieden habe, meine beruflichen Tätigkeiten erstmal auf Eis zu legen, weil sie sich momentan weder mit den Ansprüchen der Familie (mein Mann ist sehr viel geschäftlich unterwegs, meine Große macht nächstes Jahr Abi, meine Kleine ist 14 Jahre und sehr pubertär) noch mit unserem großen Haus (ca. 240 Quadratmeter) und  dem großen Garten (ca. 900 Quadratmeter) vereinbaren lasssen, bin ich sozusagen plötzlich in die absolute Hausfrauenrolle geplumpst. 


Ich wollte das so, denn ansonsten hätte ich mich schlecht gefühlt. Ich möchte ein gemütliches Zuhause haben, einen schönen Garten, selber gut aussehen und natürlich (das kommt an erster Stelle) eine glückliche und zufriedene Familie haben. 


Aufgrund der realen Situation ist das nicht immer so einfach. Meine Große wird im Mai schon 18. Ich sehe sie allerdings noch immer am ersten Kindergartentag, wie stolz sie war und wie mein Mann sie auf seinen Schultern hingetragen hat. Plötzlich ist sie allerdings total "up to date", weiß alles besser, als ich, egal in welchen Bereichen, und es fällt mir doch zunehmend schwer, das so hinzunehmen. Ich weiß, daß dies normal und natürlich in diesem Alter ist, aber trotzdem tut es weh. Also suche ich mir andere Betätigungsfelder, zum Beispiel meinen Garten.


Ich habe heute einen Baum ge- bzw. beschnitten. Ich kann meine rechte Hand kaum noch bewegen, habe Pflanzenteile in den Haaren und sogar im BH, aber ich habe ein gewisses Zufriedenheitsgefühl. Immerhin.


Ich lese in den anderen Blogs, wieviel Gedanken sich viele um ganz alltäglich Dinge machen. Dinge, die bei mir immer mehr oder weniger nebenher gelaufen sind . Ich möchte denen auch mehr Bedeutung beimessen, denn auch ich bin nicht blöd oder wertlos. Ich habe ein gutes Abitur hingelegt (1.8 Durchschnitt), kleines Latinum, Scheffelpreis für Deutsch und bin  momentan trotzdem "nur" Hausfrau und Mutter. Mein Mann ist promovierter Biologe, beide Töchter sind sehr gut in der Schule und ich?? Ich mache mir inzwischen Gedanken über den Rest meines Lebens und wie ich ihn sinnvoll verbringen soll. Garten macht Spaß - aber kann das alles sein?? Nein, mit Sicherheit nicht. Ich kann weder nähen noch töpfern, ok, stricken könnte ich schon, aber das ist es auch nicht.


Was macht den "Wert" einer Frau aus? Eines Menschen aus? Einer Mutter aus"? Ich bin gerade in einer schwierigen Lebensphase, weiß auch nicht warum. 
Eure Blogs sind inspirierend für mich. Das ist doch schon mal was. Morgen wieder Garten. Oder erst Böden wischen? Oder Bügeln? Oder walken, weil das Wetter schön ist ? Bin offen für jeden Vorschlag.

Gute Nacht, ich spiel mal wieder Taxi und hole jetzt meine Große ab.

Mittwoch, 16. März 2011

Über 40 und unter 100...

Ja, zu dieser Bevölkerungsgruppe zähle ich. Bis vor kurzem habe ich mir nicht allzuviele Gedanken über Aussehen und Figur gemacht. War "mehr oder weniger" immer okay. Auch ansonsten lief alles immer "mehr oder weniger" okay. Mann, Kinder, Haushalt usw. Was wirklich passiert ist, kann ich gar nicht richtig erklären, aber es ist nichts mehr "mehr oder weniger" okay. Eher weniger...


Fangen wir mal mit dem äußeren Erscheinungsbild an. Die ersten Fältchen, na gut, kriegt ja früher oder später jeder. Von schlaffer Haut, Pigmentflecken, schlaffen Konturen und den plötzlich hartnäckig sitzenden Pfunden bin ich aber doch ziemlich genervt. Nicht daß ich hier zu sehr jammern möchte, denn eigentlich sehe ich immer noch ganz vorzeigbar aus, aber - und jetzt kommt der Punkt - all diese Dinge sind mir plötzlich wichtig. Früher war mir das relativ egal. Und so habe ich mich entschlossen, daß ich diese ganzen Äußerlichkeiten verbessern bzw. gut erhalten möchte. Denn wenn man mal mit offenen Augen durch die Welt geht, legen leider ganz viele Frauen ab einem gewissen Alter offensichtlich überhaupt keinen Wert mehr drauf. Was ist das ? Resignation? Gleichgültigkeit? Nein, wenn schon älter werden, dann bitteschön attraktiv. 


Nun habe ich feststellen müssen, daß es gar nicht so einfach ist, die passenden Pflegeartikel zu finden. Auch modemäßig ist es eine Gratwanderung, denn zu modisch kommt auch nicht gut an. Ich habe also seit ungefähr 2 Jahren ziemlich viel an Büchern übers Abnehmen, schlank ab 40, Gut aussehen in der "Mitte" des Lebens und bla gekauft. 


Theoretisch weiß ich also wirklich ziemlich gut Bescheid über Ernährung, Sport, Kleidungsstile usw. Und ich bin wirklich der Überzeugung, daß jede Frau mit ein paar kleinen Tricks und Kniffen ihr Aussehen optimieren kann. Womit ich überhaupt nicht gerechnet habe, waren die Reaktionen. Ich habe mich zum Beispiel vor ca. 1 Jahr in einem Fitness-Studio angemeldet. Es hat mich relative Überwindung gekostet, denn ich hatte Angst davor. Angst, ausgelacht zu werden, Angst das nicht zu können oder sonst irgendwie schief angeguckt zu werden, aber nichts davon ist eingetreten. Im Gegenteil, ich war sehr enthusiastisch und habe etliche Kilos abgenommen. Die Leute da sind nett und viele haben richtige Figurprobleme. Doch dann hat eine mir sehr nahestehende Person mich sehr verletzt (nein, nicht mein Mann und auch nicht meine Kinder). Sie meinte schnippisch, ich hätte "Jugendwahn", ich könnte die Zeit nicht aufhalten und ich bräuchte keine hohen Schuhe, sondern sollte es mit bequemen Kreppsohlen versuchen.  Peng, das hat gesessen... 


Zur Klarstellung: ich habe definitiv keinen Jugendwahn, ich wollte mich nur ein bißchen attraktiv erhalten. Ich habe viele flache Schuhe und wollte mir damals ein paar höhere Stiefeletten kaufen, das war alles. Mich hat das aber so umgehauen, daß sich mein Verhalten total umgedreht hat. Ich habe seitdem ca. 7 Kilo zugenommen, gehe nur noch sehr unregelmäßig zum Sport und habe momentan jede Motivation verloren. Im nachhinein habe ich erfahren, daß es sich bei diesen Aussprüchen nur um blöde Eifersüchteleien gehandelt hat. Trotzdem hat mir das den ganzen Elan genommen und ich habe nochmal sehr eingehend über das ganze Thema nachgedacht. Mein Schluß: ich will wieder langsam dahin kommen, wo ich letztes Jahr war. Ich will mir nicht von anderen vorhalten lassen, daß ich gerne schöne Kleidung und Kosmetik mag. Auch mit 70 darf man noch Frau sein und sich schön fühlen, wenn man das möchte. Natürlich muß jeder selbst entscheiden, wie weit äußerliche  Attraktivität für einen persönlich wichtig ist. Und natürlich ist das nicht alles!! Ganz klar!! Aber eben trotzdem ein wichtiger Teil. Und attraktiv ist nicht gleich oberflächlich oder doof. Auch so ein blödes Vorurteil. Nur weil ich mir Gedanken über mein Erscheinungsbild mache, heißt das nicht, daß mich sonst nichts interessiert. 


So, langer Rede kurzer Sinn: Ich werde hier immer mal wieder über "Aussehens-Technische" Mittelchen schreiben, die aus meiner Erfahrung für Ü40 hilfreich und sinnvoll sind. 


Fang ich doch gleich mal an: Nachdem ich ein Pröbchen davon hatte, habe ich mir dieses wunderbare Serum geleistet:




Heißt "Perfectionist" von Estée Lauder, hier sind es 30 ml. Wird nach der Reinigung aufgetragen, und danach kommt die Tages- oder Nachtcreme. Macht eine wunderbar weiche, ebenmäßige Haut und wirkt hervorragend gegen Knitterfältchen um die Augengegend. Wirklich empfehlenswert, trotz des stolzen Preises (ca. 75 Euro). Hält lange, man braucht nur ganz wenig davon! Mein absolutes Lieblingsprodukt!


So jetzt hab ich euch erstmal genug zugetextet, bis demnächst! 

Dienstag, 8. März 2011

Wieder ein Jahr älter...

So, mein gefürchteter Geburtstag ist vorbei. In den letzten Jahren war es einfach immer ein Tag, an dem ich mich sehr nach den anderen gerichtet habe. Ich habe Menschen eingeladen habe, die es erwarten, die ich aber nicht unbedingt um mich herum haben wollte. Ich habe mich über deren Geschenke "gefreut", habe versucht, small talk zu machen, meistens viel zu viel gegessen und war abends immer sehr enttäuscht und irgendwie total deprimiert. Dieses Jahr wollte ich erst gar nicht feiern, bin dann aber von einem lieben Menschen überredet worden, mir zu überlegen, was mir denn Spaß machen würde. 


Es war gar nicht so leicht, denn ich mußte mit eingeschliffenen Gewohnheiten brechen und natürlich regte sich sofort mein schlechtes Gewissen. Das kann ich doch nicht machen, was denken denn die anderen usw. Trotzdem habe ich beschlossen, an diesem Tag meine Schwester zu besuchen, die ca. 3 Stunden entfernt wohnt und im November Zwillinge bekommen hat. Wir sehen uns eh sehr selten und mit den Babies kann sie mich momentan nicht besuchen. Also bin ich mit meinem Mann, einem Kuchen und einer Flasche Sekt zu ihr gefahren. Und es war schön!


Sie hatte mir einen Geburtstagstisch gemacht, hat für uns gekocht und wir hatten einen super gemütlichen, streßfreien Tag. Meine beiden Töchter waren daheim (sie hatten Schule) und hatten auch nichts dagegen, daß ich mit Ihnen an einem anderen Tag sozusagen "nachfeiern" werde. Wir gehen dann Pizza essen oder so. Ich habe den ganzen Tag eins von den Babies auf dem Arm gehabt und das war ein super schönes Gefühl. Irgendwie so "geerdet", da tritt vieles in den Hintergrund.


Jetzt ist das neue Lebensjahr eingeläutet und mal sehen, was es so bringt.







Donnerstag, 3. März 2011

Na dann, happy Birthday

Ich habe morgen Geburtstag. Schon wieder, war doch erst. Die Freude hält sich sehr in Grenzen.
Naja, vielleicht wirds besser als erwartet. Melde mich morgen abend wieder.

"Scheiß auf den Prinzen, ich nehm den Gaul!"

Durch diesen blöden Spruch (siehe oben) hat sich bei uns gerade wieder ein mittleres Tochter-Mutter Drama abgespielt. Ich habe diesen Satz auf einer nostalgischen Postkarte gefunden. Ein Bild mit einer schönen Prinzessin die auf einem Schimmel durch den Wald reitet. Ich fand das ganz witzig und süß und habe mich erdreistet, dieses Bild bei meiner Jüngsten (14) auf die Pinnwand bei Facebook zu posten. Bereits in der Schule hat sie über ihr Handy eine Nachricht bekommen, daß ich (die MUUUUTTTTER) ihr etwas geschickt habe, allerdings konnte sie noch nicht sehen was.


Als ich ihr heute mittag die Tür geöffnet habe, hat sie mich angebrüllt: "Du sollst mir nix schicken auf Facebook, das ist peinlich, sie ist an den Laptop gestürzt und hat das Bild gelöscht". Auf meine verdatterte Nachfrage warum, kam nur ein lapidares "kenn ich eh schon und du bist peinlich".
??? 


Ich bin ehrlich gesagt sehr verletzt, denn ich habe weder einen Kommentar noch irgendwas geschrieben, nur das "vermeintlich" lustige Bild geschickt. Was sich von ihren Freunden an blöden Videos von You Tube usw. auf ihrer Pinnwand tummelt, brauch ich nicht extra zu erwähnen. Ich habe meine Tochter jetzt ganz von meiner Freundesliste gelöscht, somit bin auch ich nicht mehr auf ihrer. Die "peinliche" Mutter ist entfernt. Dabei tu ich ja schon alles bzw. lasse alles, was ihr so "peinlich" ist. Ich würde sie nie direkt vor der Schultür rauslassen oder so, sie hat mich gut im Griff.


Man könnte das ja noch aufs pubertäre Alter schieben, aber glaubt mir, das überschreitet schon die Grenzen. Wenn ich sehe, wie andere Mütter so sind, aussehen oder sich verhalten,  hätte meine Tochter wirklich überhaupt keinen Grund, so zu reagieren. Wahrscheinlich ist das genau das Problem, denn sie kriegt "fast" alles, wird überall hingefahren, wird unterstützt und kriegt jeglich Hilfe in jeglicher Hinsicht, wenn sie es möchte. 


Könnte gerade heulen, aber das hilft mir auch nicht.




Die besagte Karte!

Mittwoch, 2. März 2011

Wenn man sich selber finden will, darf man nicht andere nach dem Weg fragen.. Warum eigentlich nicht??

Hi,
ich bin "Nelly". 45 Jahre alt, verheiratet, zwei Teenager Töchter, die zunehmend ihre eigenen Wege gehen. Seit heute morgen auch hier im Blog vertreten, weil ich einfach besser schreiben als reden kann (also, reden kann ich natürlich, aber meine Gedanken kann ich einfach viel besser im Schriftlichen ausdrücken). Ich war auf der Suche nach meinen ersten Blogs, die ich verfolge sehr überrascht darüber, wieviel Harmonie und Zufriedenheit und beste Ehemänner und Kinder usw. es doch gibt. Nicht falsch verstehen, meine Familie ist auch nicht schlecht, aber nichtsdestotrotz habe ich sehr oft das Gefühl, daß mir vieles fehlt, daß ich mich trotz meines fortgeschrittenen Alters oft wie ein Teenie fühle, daß ich zunehmend unsicherer werde, was ich mit dem Rest meines Lebens anfangen soll (also sinnvoll anfangen soll) und daß das kaum jemand nachvollziehen kann. Ich kann auch kochen und backen und gärtnern usw., genau wie die anderen, aber das reicht mir bei weitem nicht, um ein sinnerfülltes Leben zu führen. Irgendwie ist da in letzter Zeit einiges schief gegangen, mal sehen ob ich wieder gerade rücken kann.
Ich war/bin eine Vollblutmutter, die viel (naja ehrlicherweise alles) an Liebe, Kraft und Energie in die beiden Töchter gepackt hat. Die sind auch wirklich gut geraten, beide bildhübsch, blitzgescheit, sportlich und selbstbewußt. Leider so selbstbewußt, daß ich als Mutter, die "nur" Hausfrau ist, nicht immer standhalten kann. Ich habe ein (gutes) Abitur, habe danach eine Sprachenschule besucht und bis Anfang dreißig gearbeitet, bis mein erstes Mädchen geboren wurde. Seitdem habe ich immer mal wieder sehr halbherzig einige stundenweise Jobs angenommen. Eigentlich nur, um der Umwelt zu zeigen, schaut her, ich kann doch noch mehr außer Hausfrau und Mutter. Aber meistens ging dieser Schuß nach hinten los, weil ich nicht wirklich dahinter stehen konnte. Jetzt bin ich seit einem Jahr ganz daheim und suche - mal wieder - nach dem Sinn meines Daseins.
Ich teste immer mal wieder Neues aus. Zur Zeit bin ich sozusagen auf dem Sport- und Bewegungstrip und das tut mir auch gut. Dann möchte ich natürlich Superhausfrau sein (klappt nicht so toll, die Motivation fehlt), aber dank meiner verfolgten Hausfrauen-Blogs kann das ja nur besser werden. Ich interessiere mich für Mode und Kosmetik und bin der Meinung, daß Frau auch über vierzig gut aussehen kann und sollte. Das heißt aber nicht, daß ich ein oberflächlicher Mensch bin, im Gegenteil. Irgendwie würde ich beides gerne vereinen, das tiefgründige, nachdenkliche und oft auch enttäuschte Teil von mir mit dem leichten, eher auf Äußerlichkeiten und durchaus oberflächlich angehauchten Teil. Ob mir das je gelingt, wird man sehen.
Jedenfalls werde ich jetzt einfach immer mal wieder meine oft turbulenten und ungeordneten Gedanken aufschreiben und einfach erzählen, was so in mir vorgeht.
Heute war ich schon 1 Stunde beim Walken, das Wetter war herrlich, ich habe das wirklich genossen. Bleibt noch die Frage, was ich mit dem restlichen Tag anfangen soll. Gleich kommen meine beiden Mädels heim, zur Zeit leider sehr oft im Zickenkrieg, die werden mir schon neue Impulse geben. Ach ja, die zwei sind übrigens 17 und 14 Jahre alt.